Schornstein verschwindet schon früher

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Keine Zukunft für seinen Eppertshäuser Standort sieht der Bau-Konzern Strabag – derzeit werden Anlagen und Halden von dem Gelände im Eppertshäuser Westen entfernt. Die Gemeinde hat das Areal gekauft.

Eppertshausen - Es geht noch schneller als erwartet: Die Förderbänder und großen Maschinen des Asphaltwerks im Gewerbegebiet Park 45 stehen bereits seit dem Jahreswechsel still, nun werden Anlagen samt Materialhalden Stück für Stück demontiert. Von Alexander Klug

Nachdem die Deutsche Asphalt – eine Strabag-Tochter – Pläne zur Erweiterung des Werks im Eppertshäuser Westen verkündet hatte, beschloss die Gemeinde, das Areal zu kaufen, um den Ausbau zu verhindern.

Wir sehen das pragmatisch. Es hatte ja keinen Sinn mehr, weiter an diesem Standort zu planen“, sagt Dieter Wolf entspannt. Der Technische Direktionsleiter kümmert sich bei der Strabag um den Rückbau der Anlage in Eppertshausen. Das Unternehmen hat bereits einen neuen Standort für die Herstellung für Asphalt gefunden: In Langen hat es bereits Anlagen für die Fortführung der Produktion gekauft.

Der Plan ist, bis Ende des Jahres den Abzug aus Eppertshausen über die Bühne zu haben“, meint Dieter Wolf. Bis dahin ist noch einiges auf dem Gelände zu erledigen: Die Anlagen und Lagerstätten müssen verschwinden. „Wir übergeben das Grundstück mit asphaltierter Oberfläche“, ergänzt Strabag-Mann Wolf.

Die Pachtverträge für das gesamte Areal, auf dem außer den Asphaltmischern noch ein Recycling-Unternehmen ansässig ist, laufen eigentlich noch bis Jahresende 2013. „Aber alle beteiligten Pächter und Unterpächter haben neue Flächen für ihre Betriebe gefunden“, erläutert Bürgermeister Carsten Helfmann. „Deswegen geht es jetzt schneller.“

Bodenuntersuchung könnte Altlasten zutage fördern

Er hält es aber für recht wahrscheinlich, dass die Übergabe des Grundstücks sich noch um den einen oder anderen Monat verzögern könnte: „Die Untersuchung des Bodens könnte Altlasten zutage fördern, die der alte Besitzer entsorgen muss“, gibt Carsten Helfmann zu bedenken.

Auch suchen muss der bisherige Nutzer – der Rathauschef vermutet im Erdreich zum Beispiel die Überbleibsel einer ehemaligen firmeneigenen Tankstelle des Vorgängerbetriebs der Asphaltmischer. Ein 50 000-Liter-Heizöltank kam dann zu Zeiten der Roba, die später von der Deutschen Asphalt übernommen wurde, hinzu. „Da kann ja beim Befüllen etwas daneben gegangen sein“, meint Helfmann.

Unter anderem, um das zu überprüfen, werden an 40 Punkten Bodenproben genommen.“ Am schnellsten gehe es freilich, wenn die Experten nicht fündig würden – wenn doch, wird’s komplizierter: „Dann muss erstmal herausgefunden werden, wer der Verursacher der Verschmutzung ist, weil der zahlen muss“, führt Bürgermeister Helfmann aus.

Die Gemeinde lässt sich die Beseitigung der ungeliebten Fabrik samt Schlot eine Menge Geld kosten: 2,5 Millionen Euro sind für den Ankauf des Geländes im Vertrag festgehalten; nochmal ungefähr 700 000 Euro sind im Anschluss für Abriss und Erschließung fällig.

Die vom Unternehmen für den Eppertshäuser geplante neue Anlage sollte 195 Tonnen Asphalt pro Stunde produzieren können, 120 hat die alte, turmhohe Maschine produziert. Sie stammt aus dem Jahr 1978, seit 1962 wurde am Eppertshäuser Standort Asphalt gemischt. In die Umrüstung der – vom Darmstädter Regierungspräsidenten bereits genehmigten – Anlage wollte das Unternehmen rund 3,5 Millionen Euro investieren.

Quelle: op-online.de

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