Mit Opa Schulbank gedrückt

Mal mit Opa, Oma, Mama und Papa gemeinsam die Schulbank drücken: Ein lehrreiches Erlebnis, nicht nur für die Kinder. Auch die Lehrer zeigen sich beeindruckt von der Kommunikation untereinander.

Eppertshausen ‐ Welche Oma war eigentlich schon mal im Klassenzimmer ihres Enkels? Welcher Papa hat schon mal mit seinem Sohn ein Schulheft gestaltet? Und welche Mama war schon live dabei, wenn ihre Tochter ein Referat vor ihrer ganzen Klasse vorträgt? Von Jasmin Frank

Diese neue Erfahrung konnten die Familien der Klasse 3b der Stefan-Gruber-Schule sammeln und dabei natürlich auch etwas lernen. „Mir war es wichtig, dass die Kinder mal zeigen können, was sie schon alles gelernt haben. Außerdem haben die Jungen und Mädchen so lange an ihren Vorträgen, Plakaten und Projektheften gearbeitet, dass das einfach einen besonderen Rahmen wert war“, erzählte Lehrerin Katja Simon, die sich immer freut, wenn mal ein interessierter Besuch von zu Hause in die Klasse kommt.

Für die Kinder, von deren Familien niemand diese ganz besondere Schulstunde mitzuerleben vermochte, war eigens Nadine Spatar von der Hausaufgabenbetreuung der katholischen Gemeinde Sankt Sebastian gekommen. Schließlich sollte niemand ohne Generationen übergreifenden Anschluss zu dieser Stunde bleiben.

Erst vor kurzer Zeit waren Großeltern der Kindern in die Klasse eingeladen und hatten im Rahmen des Sachunterrichts, bei dem es inhaltlich um den eigenen Heimatort ging, erzählt, wie Eppertshausen früher so aussah.

„Die Kinder haben förmlich an unseren Lippen gehangen, als wir erzählt haben, was früher hier los war“, lacht Gisela Pulß, deren Enkelin Leonie heute mit ihrer Klasse über Schmetterlinge berichtet. Denn dieses Mal lernen die Großen von den Kleinen, und zwar alles über die bunten Flattermänner, von der Raupe über die Puppe bis hin zum fertigen Schmetterling. Und auch, dass die gute alte Schiefertafel aus vielen Schulen verbannt und von sogenannten „Activeboards“ verdrängt wurde, lernten die Pennäler von einst. Mikroprozessor gesteuerte Hightech hat dort Einzug gehalten, wo früher der Griffel noch so grausligst-nervend quietschte.

Eines gelang trotz guter Zusammenarbeit der Generationen nicht: Einen Schmetterling aus Origami zu falten. Aber muss man das auch wirklich können? Sicher ist, wenn Alt und Jung zusammen lernen, ist es für alle ein Erfolg und bleibt deshalb ein Modell, das auch weiterhin Schule machen sollte.

Quelle: op-online.de

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