Schulstraße wird grundhaft saniert

Glatt und leise oder rumpelnd?

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Vor anstehender Sanierung dürfen sich Anwohner der Schulstraße äußern. Bürgermeister Carsten Helfmann (rechts) hatte in der Schulstraße viele Fragen zu beantworten.

Eppertshausen - Im Mai sollen die Bagger rollen: Die Schulstraße wird grundhaft saniert, Kanalisation, Wasser - und Stromleitungen erneuert. Rohr- und Fahrbahneinbrüche machen diesen Eingriff dringend erforderlich. Von Ursula Friedrich 

Am Samstag lud die CDU-Fraktion Anlieger zum Rundgang durch Eppertshausens älteste Straße ein, um Details des Bauvorhabens gemeinsam abzustimmen. Sind Bäume gewünscht? Eine Einbahnstraßenregelung? Glattes oder gerumpeltes Pflaster? Bürger waren aufgefordert, mitzugestalten. „Schließlich zahlen sie auch 25 Prozent der Baukosten im öffentlichen Bereich“, sagte Bürgermeister Carsten Helfmann.

Rund 660.000 Euro werden Kanal- und Straßenbauvorhaben verschlingen, so die Schätzungen, auf privatem Areal müssen Anlieger für die Pflasterarbeiten zahlen. „Das gerumpelte Pflaster würde etwa 100 Euro pro Quadratmeter kosten“, warb Helfmann für den Pflastertypus im Altstadtstil – das Gros der Anlieger bevorzugte die glatte Variante, „die wird auch nicht so schnell schmutzig“, meinte eine Anwohnerin.

Mitunter fehlt der Gehweg

Am Treffpunkt der Valentinskapelle, des ältesten urkundlich erwähnten Gebäudes der Gemeinde, war man sich einig: Eine Einbahnstraßenregelung scheidet aus. Denn, so die Befürchtung der Anwohner, dann würde hier noch schneller gefahren. Die Schulstraße ist, wie im alten Ortskern vieler Städte und Gemeinden usus, schmal. Die zum Teil liebevoll sanierten Altbauten grenzen unmittelbar an die Straße. Mitunter fehlt der Gehweg. Die vorgeschriebene Tempo-30-Regelung ist „eigentlich immer noch zu schnell“, sagte eine werdende Mutter. Selbst gedrosseltes Fahren empfinden viele Anwohner angesichts der schmalen Straße als zu rasant.

Hinzu kommt das Parkproblem in der Schulstraße, die rund 40 Häuser zählt, darunter eine Handvoll Geschäfte mit Apotheke, Polstergeschäft und Bäckerei. „Wenn sonntags Kirche ist, kommt die Feuerwehr nicht mehr durch,“ bewertete eine junge Frau die Wild-West-Manier an Sonntagen. „Versuchen sie mal, mit dem Fahrzeug aus der Einfahrt zu rangieren, wenn gegenüber jemand im Halteverbot steht“, bekräftigt ein Senior.

46. Ortsbegehung

Viele dieser Probleme waren bereits bei der Anliegerversammlung angeklungen. Aufgrund der historischen Gegebenheiten wird jedoch auch das beauftragte Planungsbüro sicher das Rad nicht neu erfinden. „Wenn nicht jeder so egoistisch wäre, hätten wir diese Probleme nicht“, philosophierte ein älterer Herr. Immerhin: Die Mehrheitspartei im Ort setzt auf Kommunikation mit den Bürgern (dies war die 46. Ortsbegehung), auch, wenn Wünsche und Realität nicht immer deckungsgleich sind. Zur Idee einer jungen Frau befand der Bürgermeister: „Um einen verkehrsberuhigten Bereich mit Schritttempo einzurichten, müsste der Nutzungscharakter der Straße überwiegen, der eine solche Umwandlung rechtfertigt.“

Aufpflasterungen zur Temporeduzierung seien auch keine Alternative, meinte CDU-Fraktionschef Stefan Brockmann, „dann wird es gleich ein, zwei Dezibel lauter.“ Der kleine Platz um die Gedenkstätte für die ehemalige Synagoge soll erhalten bleiben, gestalterisch aufgewertet werden. Passanten können über einen neuen Gehweg von der Schulstraße zur Hauptstraße laufen. Der in Gemeindebesitz befindliche Bereich ist derzeit noch Teil eines Anliegergrundstücks, soll im Zuge der Sanierung jedoch abgekoppelt und gepflastert werden. Auch um den Einzelhandel auf der Hauptstraße zu beleben, würde so ein attraktiver Zubringer für Radler und Fußgänger geschaffen, so Brockmann.

Schwerer Unfall auf B486

Schwerer Unfall auf B486

Bis im Mai oder Juni die Bagger rollen, haben die Fachausschüsse in der Gemeinde noch viel Detailarbeit. „Unser Planungsbüro soll uns zwei, drei Alternativplanungen vorlegen“, sagte der Bürgermeister. Die Schulstraße wird bei Baubeginn in fünf, jeweils 50 Meter lange Abschnitte gegliedert. Die Bauzeit je Abschnitt soll gut sechs Wochen umfassen. Wermutstropfen für alle Kerbfreunde: Der Umzug zum Heimatfest muss dann eine andere Route wählen.

Quelle: op-online.de

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