„Seifenkistenrennen“ für Senioren

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Auch mit 90 Jahren ist das Körbe-Werfen noch locker drin. Wilhelm Kraus zeigte dies bei der Senioren-Rallye.

Eppertshausen - Kinder und Jugendliche lösen gerne kniffelige Aufgaben und düsen mit ihren Rädern und Inline-Skates bevorzugt durch schwieriges Gelände. Für sie wird in Eppertshausen immer mal wieder etwas angeboten, so zum Beispiel das alljährliche Seifenkistenrennen. Aber hört die Begeisterung für Spiel und Spaß im Alter auf? Von Jasmin Frank

Wohl nicht, dachten sich die Mitglieder des katholischen Pfarrgemeinderates sowie Pfarrer Harald Christian Röper und Bürgermeister Carsten Helfmann, als sie vor einiger Zeit von einer Seniorin auf den Mangel an abwechslungsreichen, sportiven Angeboten für ältere Menschen hingewiesen wurden. Das Pfarrgartenfest der katholischen Gemeinde St. Sebastian bot so nun ein außergewöhnliches Seniorenprogramm.

Unter der Schirmherrschaft des Ortsvereines des Deutschen Roten Kreuzes wurde eine altersgerechte Rallye ausgetüftelt, wie Peter Schilling, der stellvertretende Vorsitzende berichtet: „Die Aufgaben sollen gut machbar sein, aber dennoch eine kleine Herausforderung darstellen.“ Die Geschwindigkeit durfte keine Rolle spielen, da beispielsweise ein Elektrowagen und ein Rollator nicht vergleichbar sind. Herausgekommen ist eine Strecke mit mehreren Stationen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden, darunter eine Rampe, die befahren werden muss, ein Slalomparcours und zwei Ballsportaufgaben.

Nachdem Gemeindemitglied und an diesem Tag Animateurin Irmlind Törner (62) vor den Augen der potenziellen Kandidaten die Aufgaben schon mal flott bewältigt, ist die erste Scheu vorbei. Etwa zehn rüstige Senioren meldeten sich eifrig zur Teilnahme. Unter ihnen auch Elisabeth Störmer (74). „Das ist eine tolle Idee und die Parcours- Fahrt hat viel Spaß gemacht.“Einen Tipp hatte sie aber dennoch: „Die Strecke könnte ruhig etwas länger sein und die Aufgaben schwieriger.“

Doch nicht für alle Senioren war die Überwindung der Hindernisse so einfach, gerade das Slalomfahren stellte sich für manche als besonders anspruchsvolle Aufgabe heraus. Für David Baier, mit elf Jahren der jüngste Rallyefahrer am Start, der sich generell für Rolli-Parcours begeistert und an diesem Sonntag von seinem Freund Frederik Voss (13) unterstützt wurde, war es dagegen ein „Kinderspiel“.

Doch außer diesem Höhepunkt für Senioren hatte das Pfarrgartenfest noch mehr zu bieten, so lockten Hüpfburg und Kinderschminken vor allem die Familien ins Freie. Diese wurden deshalb auch auf der Speisekarte besonders bedacht und zwar mit günstige Familienessen und niedrigen Getränkepreisen sollten die Kosten für diese Zielgruppe gering gehalten werden.

Weitere Information gibt es unter www.48-Stunden-Projekt.de.

Im Vordergrund stand auch die Information über ein neues Projekt der Kolpingfamilie namens 48-Stunden. Unter dem Motto „Wir machen den Bolzplatz fit - Mach mit!“ planen die engagierten Eppertshäuser die Renovierung ihres Fußballplatzes an nur einem Wochenende. Jörn Müller, der die Aufgabe gemeinsam mit Marcus Schledt, dem Vorsitzenden der Kolpingfamilie, organisiert, berichtete begeistert von den zahlreichen Arbeiten, die vorgenommen werden sollen, und das mit großem Gerät. Dafür wurde am Pfarrgartenfest auch schon Geld mittels einer Tombola gesammelt, jedoch werden noch Sponsoren und fleißige Helfer gesucht. Sicher kommen an dem dafür vorgesehenen ersten September-Wochenende auch einige der sportlichen Senioren hinzu, wenn auch nicht unbedingt zum Arbeiten, aber um mit dem ein oder anderen guten Ratschlag weiterzuhelfen.

Quelle: op-online.de

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