Sekt kann überall fließen

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Auch bei heftigen Minusgraden wird an und in der neuen Bürgerhalle Eppertshausens gearbeitet. Die Gemeinde ist im Zeit- und Kostenplan, berichtete Bürgermeister Carsten Helfmann am Mittwochabend auf der Bürgerversammlung.

Eppertshausen ‐ Spätestens bei der mobilen Sektbar kam Hans Pätzold ins Schwärmen. Etabliert am Geräteraum wird das neue Hallenelement so flexibel sein, dass es mal im großen, mal im kleinen Saal aufgebaut werden kann, im Foyer kann es seine Dienste leisten und auch nach draußen, vor die neue Bürgerhalle, lässt sich das feine Stück ruckzuck verlegen. Von Thomas Meier

Vor knapp zwei Dutzend Zuhörern erläuterte der Architekt von Eppertshausens neuer Bürgerhalle deren Besonderheiten und Vorzüge; im Detail und auf Nachfrage - nichts sollte zur jüngsten Bürgerversammlung bezüglich der neuen „Guten Stube“ des Ortes ungeklärt bleiben.

War es dem widrigen Wetter oder dem Umstand geschuldet, dass das Thema Mobilfunkmast von der Tagesordnung der Bürgerversammlung gestrichen worden war, dass so wenig „echte“ Bürger am Mittwochabend ins Rathaus fanden? Denn unter den Besuchern waren etliche politisch engagierte Eppertshäuser und einige Funktionsträger aus Vereinen, die quasi per Amt mit der Materie zu tun haben. Doch wurden alle Bürger fürs Kommen mit viel Wissenswertem belohnt.

Thorsten Weber leitete für die Gemeindevertretung die Versammlung, die Informationen steuerte neben dem eingeladenen Architekten aus Offenbach Eppertshausens Bürgermeister Carsten Helfmann bei. Der gab einen kurzen Überblick übers (fast) abgelaufene Jahr, um dann auch bald zum Hauptthema Hallenneubau zu berichten.

Die neue Bürgerhalle - das ist vorerst der Arbeitstitel, denn eigentlich sorgt sich noch eine „Mehrzweckhallen-Kommission“ um die Geschicke des Bauwerks - wird eine Nutzfläche von 1 400 Quadratmetern haben. Der große Saal weist 495 Quadratmeter Fläche auf und bietet rund 400 Stühlen Platz. Dazu kommt die Bühne mit 130 und ein kleinerer Saal mit 175 Quadratmetern. Die Kosten liegen bei vier Millionen Euro für den Bau plus 500 000 Euro für Ausstattung und Bühne.

„Erst im August mit dem Spatenstich begonnen, steht jetzt bereits der Rohbau fast komplett fertig da“, freute sich Helfmann berichten zu können. Und nicht nur der Zeitplan stimme, sondern auch der für die Kosten. Für 2,3 Millionen Euro wurden bislang Aufträge vergeben, 70 000 Euro liege dabei die Gemeinde derzeit unter dem Kostenansatz. So konnte es sich der Bürgermeister der kleinen Gemeinde nicht verkneifen, über die benachbarte ehemalige Kreisstadt - „heute besser bekannt als Kreiselstadt“ - zu witzeln: „Dort bauen sie eine Römerhalle, die täglich teurer wird als je gedacht.“

Doch seien die eingesparten Gelder in Eppertshausen auch gleich wieder in zusätzlich ins Programm genommene Maßnahmen verplant worden. So solle die Drehtür am barrierefreien Haupteingang einen Elektromotor bekommen. Auch werde wohl der Schallschutz etwas teurer als veranschlagt: „Aber wir sind guter Hoffnung, den Kostenrahmen bis zum Schluss halten zu können.“

Wie Architekt Pätzold ausführte, seien sieben Gewerke des Baus vergeben, Zimmermanns- und Dacharbeiten stünden unmittelbar bevor. Bereits Ende Januar soll das Hallendach aufgesetzt sein, direkt anschließend werden Fenster und Fassaden ein- und aufgebaut. Ende Februar, Anfang März wird die Außenbaustelle geschlossen und der Innenausbau begonnen.

Pätzold kam mit dem Innenausbau auf viele seiner kleinen, aber funktional-feinen Ideen zu sprechen. Neben der genialen mobilen Sektbar wird die Halle mit zahlreichen Bierleitungsanschlüssen glänzen, einer großen, multifunktionalen Thekenanlage, Stauraum für viele Gläser, einer großzügigen, unterteilten Küche, von der aus sowohl der große wie auch der kleine Saal anzudienen sind, und vielem mehr.

Die Außenfassade der Halle, die auf dem ehemaligen Festplatz gebaut wird, soll in einer „hochwertigen Qualität“ ausgeführt werden und architektonische Akzente bekommen. Mit einer stabilen Haut werde das mehrfach geneigte Flachdach versehen, rundherum ums Gebäude setze man Pflanzen.

Die überwiegend fachkundigen Fragen aus dem Publikum betrafen die Kompatibilität der Küche, die Heizung (eingebaut wird ein Pelletaggregat, Wärmerückgewinnung findet über die Lüftung statt) und die Dämmung des Bauwerks. Wie Architekt Pätzold erläuterte, erfülle der Bau alle Dämmauflagen, er sei energetisch topp ausgestattet mit Dreifachverglasung und „allem was heute halt so dazugehört.“ Das Gesamtprogramm werde abgearbeitet.

Bürgermeister Helfmann ergänzte: „Unsere Sportler bekommen in ihren Umkleiden und im Sanitärbereich sogar eine Fußbodenheizung spendiert.“Nicht nur, weil sie so angenehm sei, sondern auch aus nützlichen Erwägungen heraus: Durch diese Heizart trocknen die Fliesen schnell, was gut gegen Pilzbefall sei.

Quelle: op-online.de

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