Viel Spaß für „intellektuelle Elite“

+
Die Settchen, diesmal als wunderschöne Stewardessen, hoben gemeinsam mit dem Publikum die Laune bis zum Himmel.

Eppertshausen ‐ Warum strömen alljährlich hunderte närrische Besucher zum Eppertshäuser Settchesball am Fastnachtssonntag? Von Jasmin Frank

„Das ist einfach ein cooler Treffpunkt für uns Jugendliche, denn hier sehen wir alle, die wir kennen und das gleich aus dem ganzen Umkreis“, erzählten Maike aus Groß-Zimmern und Verena aus Münster begeistert. Doch nicht nur Fastnachter unter 20 waren gekommen, um so richtig zu feiern, auch viele Erwachsene ab Mitte 30 waren vor Ort und das aus gutem Grund: Die Kultband Fatzo stand nach vielen Jahren erstmals wieder auf der Bühne.

„Wir sind richtig froh, dass die Musiker heute kommen, schließlich ist es der 40. Settchesball und noch dazu der letzte in unserer alten Mehrzweckhalle“, freute sich Jörn Müller vom Organisationsteam, das sich aus den Mitgliedern der Kolpingfamilie, des Kirchenchors Sankt Valentin und des Chors Sankt Sebastian zusammensetzt.

Einige Besucher waren nur wegen des rockigen Auftritts von Fatzo gekommen, auch wenn sie an sich keine richtigen Fastnachter sind. So auch Birgit aus Offenthal, die schmunzelt: „Ich habe die Band früher auf allen möglichen Veranstaltungen spielen gehört, das letzte Mal auf der Kerb in Urberach. Die Lieder erinnern mich einfach an meine Jugend, das war schon ein tolle Zeit.“

Doch als die Männer auf der Bühne stehen, wird klar: Ihre Fans sind nicht nur in den Jahrgängen über 30 zu finden, wie Pfarrer Harald Christian Röper, der sich keinen Song des Konzerts entgehen ließ, auch zahlreiche Jugendliche konnten die Texte Wort für Wort mitsingen, was Sänger Alfons Tüncher sehr entgegenkam, denn allzu viel Zeit zum Proben hatten die Musiker nicht gehabt. Doch nach wie vor heizen sie dem Publikum richtig ein und bei Hits wie „Chef“ bebte nicht nur die Bühne. „Ihr seid ja hier im Ü30 Zelt, das heißt, dass ihr alle einen IQ von über 30 habt und deshalb seid ihr die intellektuelle Elite von Eppertshausen“, scherzte Tüncher.

Nächstes Mal in der Bürgerhalle

Kaum war der Auftritt vorbei, kam der nächste Höhepunkt des Abends: Die Settchen hoben als Stewardessen mit dem Publikum ab. „Wir haben seit Oktober wöchentlich geprobt, denn wir studieren natürlich jedes Jahr einen neuen Tanz ein“, erzählten Hanna und Simone, die trotz ihrer Bühnenerfahrung doch immer noch vorher ein wenig nervös sind. Doch die 22 Settchen waren von Esther Kraus bestens trainiert worden und der Auftritt ging reibungslos vonstatten – das Publikum jubelte und wurde zum Mittanzen auf die Bühne geholt.

Damit das närrische Spektakel auch sicher über die Bühne gehen konnte, hatte dieses Jahr die Freiwillige Feuerwehr einen besonderen Einsatz: Weil die Brandmeldeanlage von der Telekom bereits abgeschaltet worden war, passten die Eppertshäuser Brandschützer persönlich auf und behielten das Geschehen im Auge. „Uns macht es nichts aus, mal nicht mitfeiern zu können, denn das ist ja ein einmaliger Anlass. Im nächsten Jahr ist der Settchesball schon in der Bürgerhalle, da können wir uns dann wieder unter die Gäste mischen“, meinten Marius, Jens-Kevin und Christoph, die ihren Freunden bei der Party zuschauen mussten. Die feierten mit den anderen Fastnachtern bis in den frühen Morgen friedlich und ohne Zwischenfälle.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare