Situation vor Schulen: mangelhaft

+
Schulbusse, kleine Kinder, Autoverkehr und Radler sind eine ungute, brisante Mischung.

Eppertshausen - Die Verkehrssituation vor der Stephan-Gruber- und der Mira-Lobe-Schule kommt nicht zur Ruhe: Wieder einmal herrscht bei Eltern und Lehrern Sorge um die Kinder, wenn nach Schulschluss der Verkehr die Jungen und Mädchen daran hindert, die verkehrsberuhigte Straße Im Niederfeld ungestört zu überqueren. Von Jasmin Frank

Schon vor der Ansiedlung der Sprachheilschule war das ein Problem, denn viele Eltern setzten ihre Kinder direkt am Eingangsbereich ab und behinderten so mit ihren Fahrzeugen andere Schüler. Auch hatten es die gestressten Erziehungsberechtigten oft eilig und drückten rücksichtslos aufs Gas (wir berichteten mehrfach). Das war nun in den vergangenen Wochen nicht mehr möglich: Die Kinder der Sprachheilschule werden aus dem gesamten Landkreis gebracht, wozu fünf Busse verschiedener Größe eingesetzt werden. Diese parkten bislang auf der Straße vor dem Schulkomplex, was zu Problemen führte, wie Bürgermeister Carsten Helfmann erläuterte: „Der Hinweg ist kein Problem, denn die fünf Busse halten dann nur für wenige Minuten vor der Schule und fahren weiter, sobald die Jungen und Mädchen ausgestiegen sind. Doch um 12.30 Uhr, wenn die Busse vor dem Schuleingang auf die Kinder warten, spitzte sich die Situation zu: Die Straße war in der Zeit für den restlichen Verkehr blockiert – auch für den Fall, dass Rettungsfahrzeuge anrücken müssten.“

Um Abhilfe zu schaffen wurde nach einer Ortsbegehung mit Schuldezernent Christel Fleischmann eine Lösung gefunden: Die Litfaßsäule, ein Baum und mehrere Poller vor der Mehrzweckhalle wurden entfernt, damit mindestens drei der fünf Busse dort Platz finden können. Waren Eltern zuvor besorgt, wenn ihre Kinder sich zwischen den großen Vehikeln hindurch drängen mussten, so sieht die Situation nun gar noch ärger aus: Seit Dienstag parkt ein Teil der Busse zwar nicht mehr auf der Straße, damit ist aber der Weg für Autos wieder weitestgehend frei.

Andrang von allen Seiten

„Wir haben schon sehr gefährliche Momente erlebt: Unsere Schulkinder versuchten in die Busse zu gelangen, während von dort oben Fahrradfahrer und Autos kamen und sich von hier unten noch weitere Autos drängten. Ein Fahrer versuchte tatsächlich, sich zwischen Bus und Schülern vorbei zu quetschen. Gleichzeitig strömten dabei zusätzlich die Kinder der Stephan-Gruber-Schule mit Rollern, Rädern und zu Fuß auf die Straße“, schildert Jutta Meier, Leiterin der Mira-Lobe-Schule, die Situation.

Am Donnerstag war die Lage etwas entspannter, weil die Schüler der Sprachheilschule schon mit den Bussen abgefahren waren, als die Grundschule ihre Kinder entließ. Dennoch war Friedhelm Saal, der von der Gemeine Eppertshausen gekommen war, um sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen, nicht zufrieden und meinte: „Schon bei der Planung, die Mira-Lobe-Schule hier in Eppertshausen anzusiedeln, hätte die Problematik der Parksituation für die Busse bedacht werden müssen. Nun müssen wir als Gemeinde sehen, wie wir aus der Lage, die wir vorfinden, das Beste machen.“

Wird es besser ab Dezember?

Saal setzt seine Hoffnungen auf die Fertigstellung der Bürgerhalle. „Ab Dezember, wenn die Straße neben der Bürgerhalle fertig ist, kann über sie - als Verbindung zwischen Waldstraße und Niederfeld - der Bereich vor der Schule von Autos wieder umfahren werden. Sollten dann die Busse vor der Schule auf der Straße stehen, können keine Autos mehr hindurch fahren, haben aber die Möglichkeit, auszuweichen.“

Doch bis es soweit ist, blickt nicht nur Schulleiterin Meier sorgenvoll auf die ABC-Schützen, auch die Eltern machen sich Gedanken. „Hier ist ein Durcheinander aus Bussen und Autos, Fußgängern und Radfahrern, da verlieren die Kinder doch völlig den Überblick“, so Nicole Huhle und Tanja Dutiné. Beide haben Erstklässler und fragen sich, warum die Busse, die vor der Mehrzweckhalle keinen Platz finden, nicht einfach auf dem freien Areal parken können, das durch den Abriss eines Gebäudes gegenüber der Schule entstanden ist.

„Das Beste wird sein, wir setzen uns noch einmal zusammen und überdenken die Situation“, sind sich Saal und Meier einig und alle hoffen, dass die Verkehrslage ohne ernsthaften Schaden für die Kinder baldigst geklärt werden kann.

Quelle: op-online.de

Kommentare