Ein Spanferkel zu Ehren der Krämerin

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Beim Berta-Pägelche-Fest wurden 500 Euro an Einnahmen aus dem vergangenen Jahr der Frankfurter Kinderhilfestiftung gespendet. Theresia Uglik nahm den Betrag dankend entgegen. Unser Bild zeigt von links: Luciano Pesante, Theresia Uglik, Rita Filipp und Friedhelm Schrod.

Eppertshausen - „Ich hätte gerne was von der Rippe. Mein Mann knabbert am liebsten am Knochen“, ordert eine Frau ihre Portion Spanferkel. Ihr Gatte kann sich freuen: Er bekommt nicht nur seine Vorliebe erfüllt, sondern die Portion auch noch fein säuberlich eingepackt: Weil er Schichtdienst hat wird er von seiner Frau liebevoll beliefert. Von Michael Just

Ein großes Spanferkel war im 28. Jahr des „Berta-Pägelche-Festes“ der kulinarische Höhepunkt bei der fröhlichen Zusammenkunft der Straßengemeinschaft, zu der am Samstag alle Eppertshäuser eingeladen waren.

Fast sechs Stunden lang schmorte das Ferkel unter Aufsicht von Stefan Buchheim im 150 Grad warmen Ofen. „Die Temperatur muss so niedrig sein. Wenn sie höher ist, brennt die Haut an und das Ferkel ist nicht durch“, weiß der Pilot, der gerne als Hobbymetzger agiert und auch für seine Lammbratwürste beim Weihnachtsmarkt bekannt ist. Das Wetter sorgte allerdings dafür, dass sich der Zuspruch zum Fest unterm Strich zwar sehen lassen konnte, man aber nicht an das Rekordjahr 2008 anschloss. Dieses ging in die Annalen ein, was den Getränkeverkauf als auch den der „Wutz“ anging: Damals war das Schweinchen bereits nach zwei Stunden ausverkauft.

Laut Karl-Heinz Kraus wissen die meisten Eppertshäuser mittlerweile, was es mit dem Namen „Berta Pägelche“ auf sich hat. So war die Berta einst ein Eppertshäuser Original und besaß einen Krämerladen im Ort. Das „Pägelche“ steht im alten Sprachgebrauch für den kleinen Verbindungsweg zwischen Friedhofstraße und Nieder-Röder-Straße. „Dennoch gibt es immer wieder Leute, die mit dem Begriff nichts anfangen können und uns fragen, wie man ausgerechnet auf diesen Namen kam“, erzählt Kraus. Auch werde oft der vergebliche Versuch unternommen, das dazugehörige Straßenschild zu finden oder den Namen im Straßenverzeichnis nachzuweisen. „Vielleicht stellen wir bald mal ein Schild auf“, kündigt der Eppertshäuser an, der mit jener Berta sogar über ein paar Ecken verwandt ist.

Da staunt das Publikum, wenn Stefan Buchheim dem Ferkel zu Leibe rückt.

Kleinere Probleme bereitete am frühen Samstagabend die „Musik aus der Konserve“: „Sieht du, jetzt kommt die Playlist nicht mehr, dann die Eieruhr und jetzt bricht er gleich ganz ab“, sagte Lutz Murmann kopfschüttelnd über den Computer, der die Wiedergabe verweigerte. Mehrmalige Rettungsversuche und Neustarts blieben erfolglos. Als die Zeit drängte, weil man um acht Uhr die Bar keinesfalls ohne Musik eröffnen wollte, bringt ein anderer Laptop Abhilfe.

Für Murmann als Musikverantwortlicher eine Erlösung, vor allem, weil zuvor Stimmen aufkamen, die ihn im Notfall als Alleinunterhalter ins Spiel brachten. „Er kann doch noch mal sein Kostüm anziehen und wie bei der Sitzung singend und tanzend als Eppertshäuser Fastnachtsprinz die Leute begeistern“, so die aufkommenden Ideen, denen es an Kreativität wahrlich nicht fehlte. So atmete Murmann doppelt auf, als das Musikproblem kurze Zeit später behoben war. Bis um halb drei wurde gefeiert und ein positives Resümee gezogen. Karl-Heinz Kraus, ehemaliger Vorsitzender des FV Eppertshausen, verband mit Blick auf das 90-jährige Bestehen des Vereins im nächsten Jahr gleich noch einen Wink mit dem Zaunpfahl: „Es wäre eine tolle Sache, wenn sich die FVE-Mitglieder bei der Festgestaltung genauso beteiligen würden wie die Anlieger beim Straßenfest. Das würde mich wirklich freuen.“

Quelle: op-online.de

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