SPD: Hausarztstelle jetzt neu besetzen

Eppertshausen (tm) - Mehrere hundert Bürger haben den Aufruf des SPD-Ortsvereins zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung in Eppertshausen unterzeichnet.

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen wird darin aufgefordert, die offene Hausarztstelle in Eppertshausen umgehend wieder zu besetzen (wir berichteten ausführlich). Weiterhin werden alle politisch Verantwortlichen in Eppertshausen und im Kreis aufgefordert, diesem Anspruch Nachdruck zu verleihen und gleichzeitig zu prüfen, ob finanzielle Anreize für potenzielle Bewerber zur Verfügung gestellt werden können.

Bei der von Landrat Klaus Peter Schellhaas eingerichteten Veranstaltungsreihe „Runder Tisch medizinische Versorgung“ in Darmstadt hat der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende und Kreistagsabgeordnete Hans-Joachim Larem die Listen an den Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), Matthias Brittner, übergeben.

„Aber das löst nicht das Problem vor Ort“

Zuvor bemängelte Larem, dass die freie Stelle bislang offensichtlich noch nicht einmal im Hessischen Ärzteblatt ausgeschrieben worden sei. Brittner wies auf den überdurchschnittlich guten Versorgungsgrad mit Hausärzten bezogen auf den gesamten Landkreis im hessischen Vergleich hin. „Aber das löst nicht das Problem vor Ort“, befinden die Genossen Eppertshausens.

In dem Angebot zusätzlicher finanzieller Anreize durch die Gemeinde sehe man seitens der KV keine höhere Chancen zur Wiederbesetzung der Stelle, da die Verdienstmöglichkeiten als Kassenarzt aus ärztlicher Sicht nicht zufriedenstellend seien, so Brittner.

Empört musste Larem von dem Vertreter der KV zur Kenntnis nehmen, dass wegen des Ärztemangels den Patienten durchaus zugemutet werden könne, beispielsweise Hausärzte in Dieburg aufzusuchen. In verschiedenen Regionen das Landes sei es schon längst Realität, als Patient mehrere Kilometer zum nächsten Hausarzt zurücklegen zu müssen. Ebenso sei es für den Arzt auch nicht effizient, mit zeitraubenden Hausbesuchen unterwegs zu sein, erläuterte Brittner. Auf den Einwand, dass nicht alle Patienten die Möglichkeiten hätten oder wegen Bettlägerigkeit nicht könnten, erhielt er die Antwort, dann müssten eben Fahrdienste organisiert werden.

Unterfinanzierung der Kosten im Gesundheitswesen

„Ohne das systembedingte Problem der derzeitigen Unterfinanzierung der Kosten im Gesundheitswesen ausklammern zu wollen, ist es doch erschreckend, welche Vorstellungen bei Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung bestehen“, konstatiert Larem.

Dennoch erwarte seine Partei eine offizielle Stellungnahme der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, ob und wie dem konkreten Problem vor Ort begegnet werden kann.

Quelle: op-online.de

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