Start frei für Bewegungsparcours

Eppertshausen - Genossen unterliegen mit ihrem Antrag auf Beschlussverschiebung: Union und Liberale sehen Vandalismus an Seniorensportgeräten entlang des Radweges als eher unwahrscheinlich an. Von Thomas Meier

Eigentlich sah es noch in den Ausschussberatungen der politischen Gremien nach einer klaren Beschlusslage für die Gemeindevertretersitzung aus: Freilich darf die Kolpingfamilie mit ihrem dritten 48-Stunden-Projekt einen Mehrgenerationen-Bewegungsparcours in der Gemeinde errichten.

Vertreter von Bau- und Sozialausschuss hatten sich vor Ort am Radweg Bayerswiese/Failisch getroffen, beraten und kamen mit Mehrheit überein, das 35 000-Euro-Projekt zu befürworten. Doch weil sich beim Ortstermin auch Anlieger zu Wort meldeten, die Lärmbelästigung und Vandalismus durch Jugendliche befürchten, die die Geräte für sich entdecken und die Bewegungsmeile als Treffpunkt nutzen könnten, gab es in der Gemeindevertretersitzung am Dienstagabend Dissonanzen. Die SPD wollte den Tagesordnungspunkt absetzen und verschieben, unterlag aber den Befürwortern von CDU und FDP. .

Vor Einstieg in die Debatte gab es zunächst Lob seitens der Verwaltung und der Politiker für die Kolpingfamilie, von deren Spitze einige Vertreter auf den Besucherplätzen saßen. Liebenswerter wolle die engagierte Familie ihren Heimatort gestalten, dies gedenke man gerne zu unterstützen.

Bereits 2009 im September sanierte die Kolpingfamilie mit ihrem ersten 48-Stunden-Helfereinsatz den Bolzplatz im Pfarrgarten, errichtete ein attraktives, frei zugängliches Sportgelände mit zwei Fußballtoren, Basketballkorb und Zauneinfassung. Zwei Jahre später wurde das Jugendheim der Pfarrgemeinde St. Sebastian aufwändig renoviert. Nun also sollten auch einmal die älteren Mitbürger vom ins Auge gefassten, generationenübergreifenden Bewegungsparcours profitieren. Der soll vom 6. bis 8. September auf einer Länge von rund 200 Metern entstehen. Auf beiden Seiten entlang des Radweges planen die Initiatoren, je fünf auf ältere Menschen abgestimmte Bewegungsgeräte zu installieren. Finanziert wird das Projekt – ohne Anrechnung der eigenen, eingebrachten Arbeitszeit – durch Spenden von Firmen und Privatleuten, Patenschaften für Geräte, die Verwendung von Spenden bei der Kolpingfamilie sowie mit einem Tombolaerlös. Nur die TÜV-Abnahme und die spätere Pflege solle der Gemeinde obliegen.

Nachdem der Bericht aus den Ausschüssen mit den Worten schloss: „...bitten wir um Zustimmung“, meldete sich Bürgermeister Carsten Helfmann kurz zu Wort, berichtete, dass wegen der Kritik aus Reihen der Anwohner zwei Gerätestandorte von der Kolpingfamilie kurzfristig abgeändert worden seien. Auch wurde laut, dass Eppertshausen nicht unbedingt für Krachmachereien Jugendlicher bekannt sei.

Doch die Bitte um Zustimmung, mit der der Bericht aus den Ausschüssen endete, wurde zunächst nicht gewährt. Zunächst signalisierte CDU-Fraktionsvorsitzender Stephan Brockmann noch Zustimmung, aber beantragte gleichsam als Ergänzung, nach einem Jahr möge die Verwaltung den Gemeindevertretern Bericht über das Geschehen rund um den Parcours erstatten.

Für die Liberalen signalisierte Thorsten Weber volle Zustimmung zur „tollen Initiative“ und zum Zusatzantrag. Doch Sozialdemokrat Günter Schmitt wollte den Tagesordnungspunkt abgesetzt sehen. Bis zur kommenden Gemeindevertretersitzung solle man sich nochmals mit den Bedenkenträgern auseinandersetzen.

Bürgermeister Helfmann machte sich für eine Sitzungsunterbrechung stark, in der sich die Parteien mit dem anwesenden Kolpingvorstand auseinandersetzen konnte. Ergebnis: Sollte der Entschluss bis auf den 30. September (nächster Sitzungstermin) verschoben werden, platzten sämtliche Vorbereitungen der Kolpingfamilie. Der Termin 6. bis 8. September ist nicht nur mit einer Heerschar Freiwilliger abgestimmt, auch Werkstätten und etwa Bäckereien hielten sich jetzt bereit. Helfmann: „Das Projekt könnte frühestens nächstes Frühjahr wieder ins Auge gefasst werden, doch kann die Kolpingfamilie nicht gewährleisten, ob sie dann nochmals auf alle Helfer bauen könnte.“

So kam es zur Abstimmung auf die von der SPD beantragte Rückstellung des Beschlusses. Nur die Genossen stimmten dem zu. Der Unionsantrag auf Berichterstattung nach einem Jahr wurde, wie auch der Gesamtantrag, von Union und FDP beschlossen. Hierzu: „Angemerkt“

Quelle: op-online.de

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