Aktion der katholischen Kirche

Sternsinger segnen die Häuser

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Marleen, Luzie und Hannah (v.l.n.r.) sammeln als Sternsinger in Eppertshausen Spenden für Flüchtlingskinder in Malawi.

Eppertshausen - „Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort wo das Kind war.“ Von Corinna Hiss 

Die Geschichte von den Weisen aus dem Morgenland im Matthäusevangelium bildet die Grundlage dafür, dass noch bis heute allerorts verkleidete Kinder an Haustüren klingeln. Die Sternsinger spenden dabei Segen und sammeln Geld für Flüchtlingskinder.

Heute, am Dreikönigstag, endet für die Katholiken die Weihnachtszeit offiziell mit einer nun schon lange währenden Tradition. Dann marschieren nämlich die Sternsinger von Tür zu Tür. In Eppertshausen scharen sich daher fast 20 Kinder um Claudia Schöning, Gemeindereferentin von St. Sebastian, die nun schon zum zweiten Mal die kleinen und großen Sternsinger unter ihre Fittiche nimmt.

Purpurrote und grüne Gewänder

Bevor sie in vier Gruppen losziehen, schlüpfen sie in purpurrote und grüne Gewänder, setzen sich die selbst gebastelten Kronen aus goldener Pappe auf den Kopf und schnappen sich einen Holzstab mit einem Stern. Krone und Stern sind das Markenzeichen der Sternsinger– schließlich verkörpern sie die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar. Eine Gruppe ist bereits ein eingespieltes Team. Seit sechs Jahren ziehen Marleen, Luzie, Hannah und Sarah gemeinsam los. Ihr Gebiet ist im Failisch, dort klingeln sie an jede Haustüre und werden oft schon sehnsüchtig erwartet. „Die Leute kennen uns hier schon und viele freuen sich richtig auf uns“, erzählt die zwölfjährige Hannah, die Caspar spielt. Ihre Schwester Sarah ist die älteste der Truppe und daher als Gruppenbegleiterin dabei. Marleen und Luzie, ebenfalls Schwestern, sind nicht katholisch, sondern gehören der evangelischen Friedensgemeinde an. „Die Sternsinger-Aktion unterstützen wir gerne und daher haben wir einfach eine ökumenische Gruppe gebildet“, sagt die zwölfjährige Luzie.

Sternsinger sein bedeutet, keine Scheu vor fremden Menschen zu haben, aber vor allem Zeit mitzubringen. Jede Gruppe läuft rund 100 Haushalte an – und das bei jedem Wetter. „Wir hatten schon alles: Schnee, Platzregen, Sonne“, erzählt die 14-jährige Sarah. Dieses Jahr sind die Temperaturen zwar mild, das stundenlange Laufen kühlt den Körper aber auch aus. Als es dann noch anfängt zu regnen, lassen sich die vier Mädchen ihre gute Laune aber auch nicht verderben.

Hessische Sternsinger bei Angela Merkel

Hessische Sternsinger bei Angela Merkel

In Eppertshausen wird, im Gegensatz zu anderen Gemeinden, noch an jede Tür geklingelt. So bekommen es die Bewohner, wenn sie daheim sind, mit den Sternsingern zu tun, ob sie wollen oder nicht. „Die meisten Reaktionen sind aber positiv“, findet Hannah. Dabei ist der Ablauf immer derselbe: Ein Gedicht wird vorgetragen, dann das Lied „Stern über Bethlehem“ angestimmt. Abschließend fragen die Sternsinger, ob sie den Segen an die Haustüre schreiben sollen und bitten um eine Spende. Dieses Jahr geht das gesammelte Geld an die Flüchtlingskinder in Malawi. „Die Spendenbereitschaft ist immer sehr groß“, freut sich Claudia Schöning und vermutet: „Kinder bitten um Geld für Kinder, das gefällt den meisten.“ Letztes Jahr haben die Eppertshäuser Sternsinger damit etwa 3 000 Euro gesammelt.

„C+M+B“ schreiben die Sternsinger an den Türrahmen. Das sind aber nicht, wie viele vermuten, die Initialen der Namen Caspar, Melchior und Balthasar. „Es bedeutet ‘christus mansionem benedicat’“, weiß Hannah. Und das heißt „Christus segne dieses Haus“. Nach der Hektik vor dem Fest, klingt so die Weihnachtszeit in Eppertshausen besinnlich aus, und viele Haushalte stellen sich unter den Segen Gottes.

Quelle: op-online.de

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