Peter Neubecker aus Epppertshausen

Seit 45 Jahren für die Feuerwehr im Einsatz

Seit 45 Jahren aktiver Feuerwehrmann: Peter Neubecker.
+
Seit 45 Jahren aktiver Feuerwehrmann: Peter Neubecker aus Eppertshausen.

Egal, wo Peter Neubecker aus Epppertshausen in den vergangenen Jahrzehnten wohnte: Immer war er 63-Jährige bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv.

Eppertshausen – „Aufhören war nie eine Option“ – und so kam‘s, dass der Eppertshäuser Peter Neubecker für 45 Jahre aktiven Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr geehrt wurde. Wegen Corona nur still und heimlich mit dem Gemeindebrandinspektor Gerd Sengewald und Stellvertreter Marius Murmann – ohne dass es einer groß mitbekommen hätte. Irgendwie passt das zu dem Mann, der sich nicht viel aus Auszeichnungen macht, wie er sagt.

1971, als 13-jähriger Bub, hatte der heute 63-Jährige den ersten Kontakt mit den Lebensrettern in den roten Autos. Damals noch in Neu-Isenburg. Und nur weil ein Schuldfreund so begeistert von allem war, was mit Feuerwehr zu tun hatte. „Damals gab es dort keine Abteilung Jugendfeuerwehr“, erzählt er. Die wurde erst ein Jahr später gegründet. Bis dahin war er bei den Übungen der Großen dabei. Irgendwann kam sein Zwillingsbruder dazu, der heute übrigens ebenfalls noch aktiv ist, allerdings in Rodgau.

An der Geschichte der Zwillinge kann man sehen, wie sich Technik, Ausrüstung und Sicherheitsdenken der Brandbekämpfer im Laufe der Zeit verändert haben. Als Neubecker anfing, war noch ein Drehleiterfahrzeug von 1939 im Einsatz, auf dem die Mannschaft während der Fahrt praktisch im Freien saß. Außerdem trugen die Feuerwehrleute Blaumänner statt der heutigen speziellen Schutzausrüstung, die schwere Brandverletzungen verhindern soll.

Wie geht Neubecker damit um, wenn er in seinem Ehrenamt mit schlimmen Unfällen und Toten konfrontiert wird? „Ich komme klar“, sagt er. Und falls das nicht so wäre: Keiner würde bei den Freiwilligen dazu gezwungen, sich Leichen anzuschauen.

Sein lustigster Einsatz – so etwas geschieht ebenfalls – war ein Wohnungsbrand in Gravenbruch. Auf der Fahrt dahin begegneten sie einer Frau am Straßenrand: sie starrte die Feuerwehrleute an, diese guckten überrascht zurück – und dann flitze die Frau mit ihren Einkaufstaschen neben ihnen her. Ihr fiel ein, dass ihr vergessenes Essen auf dem Herd die Ursache für das Auftauchen der gesammelten Mannschaft sein könnte, und behielt recht.

Beruflich wollte er nie Feuerwehrmann werden. Denn da existiert noch eine zweite Leidenschaft in ihm: die von Flugzeugen. Mit 19 hat der gelernte Kfz-Mechaniker als Flugzeugmechaniker angefangen, heute ist er – seit 31 Jahren – bei American Airlines beschäftigt. Seine ehrenamtliche Tätigkeit hat er in der ganzen Zeit jedoch nie ausgesetzt. Auch nicht, als er 1994 mit seiner ersten Frau und den gemeinsamen zwei Söhnen nach Heusenstamm kam. Und genauso wenig, als ihn die Liebe zu seiner jetzigen Frau Ilona 2001 nach Eppertshausen zog. Er wechselte nur jeweils Feuerwehrkameraden und unterstützenden Verein.

Und wie schafft man es, so lange Zeit fit für einen nicht gerade ungefährlichen Dienst zu bleiben? „Er ist sehr besonnen und vorsichtig – bei allem, was er macht. Und er hat viel Erfahrung“, meint Frau Ilona. „Der Schnellste bin ich allerdings nicht mehr“, gibt der zu. „Man merkt, dass man alt wird, wenn man nachts bei Alarm noch dabei ist, wach zu werden, während die anderen schon auf der Straße zum Feuerwehrhaus starten.“ „Die anderen“ sind da zum Beispiel sein unten im Haus wohnender 34-jähriger Sohn, der wie sein drei Jahre älterer Bruder ebenfalls bei der Freiwilligen Feuerwehr ist.

Zwei Jahre will der Atemschutzgerätewart der Eppertshäuser gern noch dranhängen. Danach ist Schluss. Er wünscht sich mehr Verständnis von Autofahrern für notwendige Straßensperrungen. Und generell mehr Respekt für sich und seine Kollegen, der mehr und mehr abnehme. Gut, dass es an Neubeckers drittem Wirkungsort mit 40 bis 80 Einsätzen im Jahr am ruhigsten von allen ist. Und dass er nun nicht mehr an vorderster Front stehen muss. Denn – wie schon gesagt – für jeden gibt es bei der Löschtruppe ein geeignetes Pöstchen. (zkn)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare