Mit Swingklängen und Reaktionstests

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Viele lauschten der Podiumsdiskussion mit Experten und Politikern beim Seniorentag der Kreisverwaltung.

Darmstadt-Dieburg - Für seine Senioren und ihre Angehörigen hält der Landkreis Darmstadt-Dieburg eine ganze Menge Angebote bereit, die deren den Alltag erleichtern und angenehmer gestalten können. Von Jens Dörr

Oftmals fehlt es jedoch am Wissen um diese Möglichkeiten, die die verschiedenen Bereiche und Kooperationspartner des Kreises anbieten. Damit sich gerade ältere Bürger fortan besser zurechtfinden, hat unter anderem das Büro für Senioren einen Seniorentag im Landratsamt in Darmstadt-Kranichstein angeboten.

Beim Seniorentag der Kreisverwaltung war für die Besucher einiges geboten: So testete Polizeioberkommisar Ralf Drexelius von der Verkehrswacht Dieburg etwa ihre Reaktionsfähigkeit.

Der Beginn fällt gemütlich aus: Zum Sektempfang im Amt gibt es lässige Musik des Swing-Sound-Orchestras aus Darmstadt, anschließend folgte die Eröffnung durch Noch-Landrat Alfred Jakoubek – eine seiner letzten größeren Veranstaltungen als Chef der Kreisverwaltung. In seinem Grußwort sprach Jakoubek von der Solidarität zwischen den Generationen, die in Wirklichkeit höher sei als gemeinhin dargestellt.

Angebote zur häuslichen Pflege und Unterstützung müssten so gestaltet werden, dass mehr Lebensqualität und Mitbestimmung entstünden. Der SPD-Mann bedient sich dabei ziemlich genau des gleichen Wortlauts wie CDU-Landratskandidat Harald Buschmann, wenn er zum Thema Gesundheit und Alter spricht. In diesem Punkt scheint man sich einig zu sein – auch mit SPD-Kandidat Klaus Peter Schellhaas, der am Nachmittag auf dem Podium sitzen sollte.

Zuvor aber nutzte eine stattliche Zahl älterer Bürger und vereinzelt auch jüngere Angehöriger die Chance, sich auf einem „Markt der Möglichkeiten“ – einer kleinen Hausmesse – über zahlreiche Angebote zu informieren. Die Volkshochschule etwa hatte sich speziell auf die Zielgruppe dieses Tages vorbereitet und Kurse zusammengetragen, die sich um Gesundheitsthemen drehen.

Das Projekt „Mobilität in den Kommunen“ (midkom) stellte seine Pläne zur Ergänzung des öffentlichen Personen-Nahverkehrs vor, das Konzept wird derzeit unter anderem in Groß-Zimmern erprobt, eine Machbarkeitsstudie wird aktuell auch in Babenhausen erstellt.

Das „Mehrgenerationen-Haus“ des Diakonischen Werks Darmstadt-Dieburg präsentierte sich ebenso wie die Verkehrswacht Dieburg, bei der man seine Reaktionsfähigkeit am Steuer simulieren konnte. „Der Rekord liegt momentan bei 0,24 Sekunden, ich hatte 0,29 geschafft“,lachte Ralf Drexelius, Polizeioberkommissar im Polizeipräsidium Südhessen. Seine Veranstaltungen „sicher mobil“ richten sich übrigens bereits an Menschen ab 50 Jahren, die „in irgendeiner Form am Straßenverkehr teilnehmen.“

Stände von Münster, Babenhausen oder Eppertshausens suchte man derweil vergebens – die Ausnahme bildete Dieburg, das gar den größten Stand hatte. „Wir haben das in Kooperation mit der Stadt organisiert und außerdem alle möglichen Einrichtungen Dieburgs wie Hospizgruppe, Turnverein oder Pfarrgruppen angesprochen“, berichtete Ingeborg Steffens, Vorsitzende des Dieburger Seniorenbeirats.

Gegen 14 Uhr wird es aber auch am Dieburger Stand ruhiger – die Talkrunde rund ums Pflege-Thema mit Andreas Storm (CDU), Heike Hofmann (SPD), Klaus Peter Schellhaas (SPD), Stefanie Steinfeld (Stiftung Soziale Gemeinschaft Riedstadt) sowie Professorin Marianne Friese von der Justus-Liebig-Universität in Gießen markierte einen der Höhepunkte des Seniorentags.

Zuvor hatte man bei Fachvorträgen sein Wissen über „Familienpflege und hauswirtschaftliche Dienstleistungen“ vertiefen können. Wer die Angebote wahrnahm, dürfte das Landratsamt am Samstag ein bisschen informierter verlassen haben.

Quelle: op-online.de

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