Gebäude von 1964

Tage der Mehrzweckhalle gezählt

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Kandidat für einen Neubau an selber Stelle: die 54 Jahre alte Mehrzweckhalle.

Eppertshausen - Vom Dach über die Heizung bis hin zur grundlegenden Bausubstanz – die Mehrzweckhalle des Landkreises weist einen hohen Sanierungsbedarf auf. Ein Neubau ist geplant. Wann dieser kommen könnte, ist noch unklar. Von Jens Dörr 

Insgesamt 45 Sporthallen betreibt der Landkreis Darmstadt-Dieburg. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten hat er sie in seiner Rolle als Schulträger gebaut und unterhalten. Neben den Schulen nutzen auch viele Vereine diese Hallen – oft mehr als ein schöner Nebeneffekt, sondern essenziell für die lokale Sportinfrastruktur. In den Jahren 2015 und 2016 untersuchte der Landkreis all diese Hallen und ermittelte systematisch, wo der Sanierungsbedarf am größten ist. Unter den kreisweit sechs Objekten, in die am umfassendsten investiert werden müsste, ist auch die Mehrzweckhalle in Eppertshausen. Für das 54 Jahre alte Bauwerk an der Stephan-Gruber- sowie der Mira-Lobe-Schule dürfte es in den nächsten Jahren einen Ersatzneubau an selber Stelle geben.

„Der Neubau macht wirtschaftlich Sinn, wenn die Sanierungskosten für die alte Halle mindestens 80 Prozent der Kosten eines Neubaus betragen“, erläutert Kreis-Schuldezernent Christel Fleischmann grundsätzlich. Um derlei zu ermitteln, arbeitet der Landkreis mit einem Bewertungssystem für Gebäude, das mit Daten zur Halle und deren Zustand gefüttert wird. Am Ende kommt ein Faktor heraus. Ab dem Faktor 0,4 gilt die Halle als nicht mehr wirtschaftlich sanierbar. Sechs der 45 Hallen im Kreis liegen über diesem „Eingriffstiefen-Wert“. Und die 1964 in Betrieb genommene und heute von Stephan-Gruber-Schule, Mira-Lobe-Schule sowie Sportgruppen und Vereinen genutzte Mehrzweckhalle in Eppertshausen weist mit einem Faktor von 0,61 den schlechtesten Wert unter allen Hallen auf.

Aktuellen oder absehbaren Sanierungsbedarf besteht dabei in praktisch allen Bereichen – vom Dach über die Heizung bis hin zur grundlegenden Bausubstanz. „Spezifische Probleme gibt es keine, die Bewertung resultiert aus dem schlechten Allgemeinzustand“, schreibt nach Rücksprache mit dem Da-Di-Werk, dem Eigenbetrieb fürs Gebäude- und Umweltmanagement des Landkreises, die stellvertretende Kreis-Pressesprecherin Annika Schmid. „Im Prinzip wäre alles anzupacken.“

Dass Eppertshausen, seine Schüler und auch die Vereinssportler wegen des höchsten „Eingriffstiefen-Werts“ automatisch auch als Erste den Neubau einer Sporthalle erhielten, leite sich daraus allerdings nicht ab. Welche Maßnahme, welche Priorität besitze, werde erst nach der politischen Sommerpause entschieden. Beschlussfassung und Priorisierung der Maßnahmen könnten am 3. September getroffen werden, wenn voraussichtlich die erste nachsommerliche Kreistags-Sitzung stattfindet. „Auf Basis dieses Beschlusses können dann sukzessive einzelne Maßnahmen in die Wirtschaftsplanung des Da-Di-Werks für die folgenden Jahre eingeplant werden“, so der Kreis. „Diese Investitionen erfolgen parallel zum laufenden Schulbau- und Schulsanierungsprogramm.“ Berücksichtigt würden bei der Priorisierung „auch schulentwicklerische Aspekte der jeweiligen Standorte“.

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Im Herbst dieses Jahres könnte sich also näher abzeichnen, wann ein Neubau der Eppertshäuser Mehrzweckhalle umgesetzt werden dürfte. Für die Schlossgartenhalle in Dieburg, die erst 32 Jahre alt ist, trotzdem ebenfalls zu den sechs ersten Neubaukandidaten und einen besseren „Eingriffstiefen-Wert“ als Eppertshausen aufweist, ließ sich Fleischmann vor einigen Wochen den zeitlichen Horizont „in den nächsten vier, fünf Jahren“ entlocken. Allerdings ist in Dieburg gerade eine besonders heftige Entwicklung der Schullandschaft im Gange, die dem Projekt Schlossgartenhalle in Sachen Priorität Pluspunkte verschaffen könnte.

Hinsichtlich der Kosten in Eppertshausen ist klar: Einen Ersatzneubau in ähnlicher Größenordnung wie die jetzige Mehrzweckhalle würde komplett der Landkreis bezahlen. Lediglich Sonderwünsche wie eine Tribüne mit mehr als 200 Sitzplätzen (in der Mehrzweckhalle aber nicht nötig, da Eppertshausen in seinem gemeindeeigenen Sportzentrum eine Sporthalle mit Tribüne besitzt) müsste eine Kommune selbst (mit)finanzieren. Ob also solcher Sonderwunsch auch eine schlicht etwas größere Sportfläche gilt, die in Hälften teilbar wäre und dann von zwei Schulklassen oder größeren Sportgruppen gleichzeitig (statt derzeit nur von einer) genutzt werden könnte, muss sich im Detail noch zeigen. Nah dran am Thema Landkreis-Sporthallen ist Eppertshausen auf jeden Fall: Bürgermeister Carsten Helfmann ist Mitglied der Betriebskommission des Da-Di-Werks.

Quelle: op-online.de

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