Tattoos und Theater

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Jugendcontainer, Kinderkino und Ferienfreizeit – Eppertshausens neue Jugendpflegerin hat eine Menge zu tun. Und sie will noch mehr machen: den Container verschönern und das Theater ins Spiel bringen.

Eppertshausen ‐ Die Kinder- und Jugendbetreuung in Eppertshausen hat seit November ein neues Gesicht: Simone Ullrich hat nach einjähriger Elternzeit die Stelle von Sandra Praus übernommen. Von Jasmin Frank

„Ich habe hier eine halbe Stelle und jede Menge zu tun“, sagt die zierliche Hergershäuserin. Sie kümmert sich vor allem um die Ferienfreizeit, das Kinderkino und zusammen mit ihrem Kollegen Ismail Özdemir um den Jugendcontainer.

Das Kinderkino, das fünf Mal im Jahr stattfindet und das mit einer Bastelstunde verknüpft ist, dient vor allem dazu, die kleinen Eppertshäuser an die Jugendpflegerin zu binden, wie Bürgermeister Carsten Helfmann erläutert: „Wir wollen einen Bezug schaffen, damit die Kinder wissen, an wen sie sich wenden können, wenn sie mal Probleme haben, aber auch, um die Freizeit zu gestalten. Nur wenn sie Vertrauen haben, nehmen die Kids die Angebote auch an.“

Vorschläge bei Infoabend

Das Gleiche gilt für die Ferienfreizeit im Sommer, die zwar auch von den Vereinen, zum großen Teil aber von der Gemeinde initiiert wird. „Hauptsächlich sind wir für organisatorische Dinge da, wie Busse und Eintrittskarten zu besorgen. Aber wir nehmen auf dem Informationsabend der Freizeit auch immer Vorschläge von ehrenamtlichen Helfern auf und versuchen, diese dann umzusetzen. Desgleichen regen wir auch Angebote, wie den Kreativtag, an und kontaktieren dann die entsprechenden Personen, die wir zum Teil schon seit mehreren Jahren gut kennen“, erläutert Ullrich.

Die Hauptarbeit der engagierten jungen Frau ist aber der Jugendcontainer auf dem örtlichen Festplatz, der mittwochs von 16 Uhr bis 20 Uhr und freitags von 15 Uhr bis 19 Uhr geöffnet ist. „Der Container ist gut besucht, schwerpunktmäßig von Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren. Die Mädchen tun sich etwas schwer, zu uns zu kommen, wenn sie sehen, dass der Raum von Jungs belagert ist“, weiß Ullrich. Deshalb überlegt sie, einen Tag nur für Mädchen einzurichten. Besucht wird der Container vorwiegend von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, deshalb ist Integration gerade hier möglich, weiß Verwaltungschef Helfmann: „Eltern sollten ihren Kindern nicht verbieten, dort hinzugehen, auch wenn sie gegebenenfalls Vorbehalte haben. Gerade ein Miteinander der verschiedenen Einwohner von Eppertshausen soll ja gefördert werden und bislang läuft auch alles friedlich ab, zumal immer zwei Betreuer vor Ort sind.

Den Container von innen verschönern

Das kann auch Ullrich bestätigen. Die meisten der Jugendlichen kämen ohnehin zum Ausspannen und Chillen und nicht, um zu randalieren, erklärt die Jugendpflegerin: „Die Teens wollen einfach zusammensitzen, reden und einen Ort haben, wo sie ab und an auch mal ihre Probleme loswerden können.“ Sie leihen sich auch Bälle oder nehmen das kreative Angebot wahr, fertigen etwa mit speziellen Stiften Tattoos an. „Mein Steckenpferd ist und bleibt jedoch die Theaterpädagogik, die auch mein Studienschwerpunkt war. Bis jetzt gibt es zwar noch keine konkreten Möglichkeiten zur Umsetzung, aber ich würde gerne mal etwas in dieser Richtung machen. Eine Möglichkeit wären Bewerbungstrainings mit Rollenspielen, das bringt den Jugendlichen wirklich viel“, schwärmt Ullrich. Die Hergershäuserin hat sich für die Zukunft einiges vorgenommen. Unter anderem will sie das Innere des Containers gemeinsam mit ihren jungen Besuchern verschönern und eine Theke einbauen.

Daneben koordiniert Ullrich auch Veranstaltungen für und mit den Vereinen, darunter den anstehenden Themenabend am Dienstag, 8. Dezember, ab 19 Uhr im Rathaus. Unter dem Motto „Feste sicher feiern“ können sich Interessierte, Jugendbetreuer und Vereinsvertreter über den Alkoholkonsum von Jugendlichen informieren. Noch Zukunftsmusik: Rollenspiele als Bewerbungstraining.

Quelle: op-online.de

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