Tupperware zieht nach Eppertshausen

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Käufer, Mieter und Gemeinde einigen sich auf gemeinsame Vertragsfassung. Die Ansiedlung der Firma wird einen Reinerlös von 1,7 Millionen Euro in die Kasse der Gemeinde spülen.

Eppertshausen - Nun ist es sicher: Tupperware Deutschland verlegt sein Zentrallager und sein Rechenzentrum nach Eppertshausen. Von Jasmin Frank

Hausfrauen, die jetzt schon Platz in ihren Schränken schaffen wollen, weil sie auf neue, vor Ort gekaufte Haushaltswaren hoffen, können sich diese Arbeit jedoch sparen, wie Bürgermeister Carsten Helfmann schmunzelnd erklärt: „Tupperware vertreibt ja nur direkt, über sein bewährtes Konzept, im Eppertshäuser Lager werden Endkunden also nicht einkaufen können. “.

Dennoch ist die Ansiedlung für die kleine Gemeinde ein Gewinn, denn der Grundstücksverkauf im neuen Gewerbegebiet Park 45 spült 2,4 Millionen Euro in die Gemeindekasse, wovon aber Investitionen für den Ankauf kleiner Privatgrundstücke, die Verlegung eines Entwässerungsgrabens und sonstige Kosten abgezogen werden müssen, so dass ein Reinerlös von 1,7 Millionen Euro verbleibt.

Flächen wie diese im Rhein-Main-Gebiet durchaus gefragt

Auslöser für die Anfrage des Großkunden war die regelmäßige Präsenz der Gemeinde auf der Messe Expo Real in München, wodurch ein Makler auf die Eppertshäuser Liegenschaft aufmerksam wurde. Dennoch kauft sich Tupperware nicht selbst in Eppertshausen ein, wie Helfmann erläutert: „Das Unternehmen möchte sein Kapital nicht dauerhaft binden, deshalb hat es einen Projektentwickler, die Goodman Germany GmbH, beauftragt, die Fläche zu kaufen und ein passendes Logistikzentrum mit Bürofläche zu erstellen.“ Goodman baut im großen Stil: Insgesamt entsteht ein etwa 16 .200 Quadratmeter großes Gebäude, wovon 9 000 Quadratmeter an den Ankermieter Tupperware gehen, für die restliche Fläche wird noch ein Mieter gesucht. Da die Halle knapp 13 Meter hoch sein wird, dürfte sie aller Voraussicht nach ebenfalls als Lager genutzt werden. Laut dem Rathauschef sieht Goodman gute Chancen in der Vermarktung des Gebäudes, da Flächen wie diese im Rhein-Main-Gebiet durchaus gefragt seien.

Zusätzlich zu den Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf profitiert die Gemeinde natürlich von den Gewerbesteuereinnahmen, zudem könnten in Zukunft neue Arbeitsplätze entstehen. Zunächst gehe es zwar nur um eine Verlagerung des Lagers aus Messel und von Teilen des Lagers in Frankfurt nach Eppertshausen, doch sollten in Zukunft weitere Arbeitskräfte benötigt werden, seien sicher auch Menschen aus Eppertshausen gefragt.

Nicht auf Mustermietvertrag zurückgreifen

Diese Woche saßen bereits Käufer, Mieter und Gemeinde zusammen, um die Verträge auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, denn anders als sonst üblich, wollte Goodman nicht auf die Standards des Mustermietvertrags des Hessischen Städte- und Gemeindebunds zurückgreifen, so dass einige Änderungen vorgenommen werden mussten. „In den diskutierten Fällen geht es zumeist um Sachverhalte, deren Eintreten äußerst unwahrscheinlich ist, wenn sie aber vorkommen, massive Auswirkungen mit sich bringen würden“, so Helfmann.

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Als Beispiel führt er an, dass Bodendenkmäler gefunden werden könnten, deren Untersuchung den Bau verzögern und ein Abspringen des Mieters möglich machen würde. „Für solche Fälle musste ein Kompromiss gefunden werden. Wir wollten ursprünglich keine Haftung übernehmen, Goodman wollte, dass die Gemeinde für Kosten bis zu 500.000 Euro haftet und wir haben uns dann auf 150.000 Euro geeinigt. Das Gleiche gilt für mögliche Bodenverunreinigung. Sollten noch höhere Kosten entstehen, behält sich das Unternehmen vor, vom Vertrag zurückzutreten. Aber diese Fälle sind bei einem solchen Gelände kaum denkbar“, ist sich Helfmann sicher. Im Mai 2012 soll das Projekt abgeschlossen sein, denn schon im Juni des nächsten Jahres wird das Messeler Lager von Tupperware geräumt.

Quelle: op-online.de

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