Warten auf die Schulhof-Fee

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Musikalisch wurden die Gäste in der Mira-Lobe-Schule begrüßt. Einige Wünsche sind nach dem Umzug noch offen.

Eppertshausen - Von Klein-Umstadt nach Eppertshausen sind es nur einige Kilometer. Der Weg von der Schule am Amorbach zur Mira-Lobe-Schule war dennoch weit. Von Ursula Friedrich

Zehn Monate nach dem Umzug der Sprachheilschule des Kreises in den Neubau im Niederfeld öffnete die Mira-Lobe-Schule nun ihre Türen.

„Jetzt sind wir angekommen“, bringt Schulleiterin Jutta Meier den Prozess auf den Punkt, wie Schüler und Kollegium nach dem Umzug in die neue Heimat allmählich wurzelten. An einer unfertigen Schule, die zunächst weder über eine elektrische Klingel, noch Fachräume oder gar einen kindgerechten Schulhof verfügte: „Wir starteten, improvisierten und managten irgendwie den Alltag“, mit diesem Satz ließ Jutta Meier zum Auftakt des munteren Fests die anfänglichen Mühen Revue passieren, „ und bis heute begleitet uns die Durchhalteparole: Es wird!“

Die 115 Schüler der Sprachheilschule, die hier von der Vorklasse bis maximal zur sechsten Klasse unterrichtet werden, demonstrierten auf ihre Weise, wie sie „angekommen sind“. Hoch her ging es im Bobbycar-Parcours und dem kleinen Vorklassengarten. Gedränge herrschte am Schlemmerbuffet, in den Klassenräumen führten Kinder ihren Eltern die vermeintlich kniffligen interaktiven Tafeln vor und die Mädchen der Tanz-AG fieberten ihrem Auftritt entgegen.

Konzept einer „Durchgangsschule“

Der Tag der offenen Tür ermöglichte Besuchern Einblicke in ein kunterbuntes Schulleben ebenso wie Eindrücke in die behutsame Arbeit eines 20-köpfigen Kollegiums, Kinder mit Sprach– und Kommunikationsschwierigkeiten auf den Weg zu bringen. Individuelle Förderung in kleinen Klassen bis maximal zwölf Kinder sind die Rahmenbedingungen für die Schüler. Aus einem großen Radius von Messel bis Reinheim, Wiebelsbach, Mosbach, rund 30 Wohnorten, pendeln die Schüler morgendlich zur ihrer Schule, die nun seit zehn Monaten den Namen Mira-Lobe-Schule trägt, ein.

„Unser Konzept ist das einer Durchgangsschule“, erläuterte Jutta Meier, denn die Rückführung in eine Regelschule ist Ziel ihrer Arbeit. In mehr als Zweidrittel der Fälle gelingt dies schon während der Grundschulzeit. Der Weg dorthin wird durch Unterricht nach sprachheilpädagogischen Prinzipien geebnet, in kleiner, familiärer Atmosphäre. Nach der 6. Klasse besteht die Möglichkeit, ab der siebten die Herderschule in Darmstadt zu besuchen. Etwa ein Drittel der Lobe-Schüler geht diesen Weg, wo rund 85 Prozent dann einen qualifizierten Abschluss erwerben. Das Kollegium ist außerdem als „Ambulanz“ on Tour, um sprachauffälligen Kindern in den Regelschulen des Kreises zu helfen sowie dort die Lehrer zu unterstützen.

Fertiges Schulhof-Konzept liegt vor

„Dass der Schulträger uns hier eine so große Investition zukommen ließ, zeugt auch von der Wertschätzung und Notwendigkeit unserer Arbeit“, sagte Jutta Meier, die seit Anbeginn der Sprachheilschule vor rund 20 Jahren dabei ist. Vom damaligen Zweig der in Klein-Umstadt ansässigen Grundschule zur eigenständigen Schule im modernen Neubau war es ein langer Weg. In der neuen Heimat Eppertshausen sind dennoch einige Wünsche offen. Insbesondere der triste Asphaltschulhof, den sich die Sprachheilschule mit der Stephan-Gruber-Schule teilt, ist ein Sorgenkind. „Wenn jetzt die berühmte Fee kommt...“, dann hätten sich alle einen grünen, kindgerechten Schulhof mit Bewegungs- und Rückzugsangeboten gewünscht.

Der Kreativität wird viel Raum gegeben.

Die Fee, verkörpert durch den Schuldezernenten Christel Fleischmann, hatte jedoch kurzfristig abgesagt. Wünsche, ja sogar ein fertiges Konzept, wie der Schulhof umgestaltet werden kann, liegen bereits vor. 120.000 Euro würde das Vorhaben mit Begrünung und Spielgeräten kosten, könnte jedoch in kleineren Schritten angepackt werden. Die Schüler präsentierten ebenfalls ihre Anliegen für ein kindgerechtes Schulumfeld: mehr Spielgeräte, eine Zahlenschnecke und „1 Fußbalblaz“ stehen ganz oben auf dem Wunschzettel.

Quelle: op-online.de

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