Ungarische Philharmonie verzaubert Publikum

Bis zum krönenden Radetzky-Marsch

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Die ungarischen Musiker überzeugten in der Bürgerhalle auf der ganzen Linie. Einfühlsam, präzise und homogen ist ihr professionelles Spiel.

Eppertshausen – Die Ungarische Kammerphilharmonie spielte am Montagabend zum Neujahrskonzert in der Bürgerhalle auf und knapp 180 Karten hatte die Verwaltung zuvor verkauft. Von Thomas Meier

Einige Plätze waren zudem für Ehrengäste und Vertreter heimischen Gewerbes aufgestellt, von denen allerdings nicht alle besetzt waren. Doch stimmte dies die Anwesenden nicht traurig, erlebten sie doch ein Orchester, das sich bestens aufgelegt gab. Die ungarischen Musiker überzeugten auf der ganzen Linie: einfühlsam, präzise, homogen. Bürgermeister Carsten Helfmann freute sich, den Bürgern wieder solch hochkarätiges Programm in Eppertshausen zum Start ins neue Jahr anbieten zu können. Ein Angebot, wandte er sich an die Gäste aus dem heimischen Gewerbe und Handel, das ohne Steuereinnahmen und Sponsoren nicht zu schultern sei. Man verwende gern das Geld, Kultur aus Budapest auf Eppertshäuser Bühnenbretter zu holen.

Antal Barnás und die Ungarische Kammerphilharmonie lieben opulente Klangfülle, die das Orchester mit temporeichem Spiel verbindet.

Helfmann erinnerte, dass das Orchester der Ungarischen Kammerphilharmonie 2016 bereits einmal in Eppertshausen aufgespielt habe. Das umjubelte Konzert sei vielen noch in bester Erinnerung. Bevor er die Bühne für das Konzert freigab, probierte sich der Verwaltungschef in der ungarischen Sprache, als er das Orchester und seinen Dirigenten, Professor Antal Barnás, begrüßte. Es gehörte sicher nicht zu den phonetischen Höhepunkten des Abends, erheiterte aber die Musiker und das Publikum zum Auftakt ungemein.

Prof. Barnás gründete „seine“ Kammerphilharmonie 1999. Sie setzt sich aus Mitgliedern der führenden Orchester in Budapest zusammen. Innerhalb kürzester Zeit hat sich das Ensemble einen hervorragenden Ruf in ganz Europa erworben, schon erste Auftritte führte die professionellen Musiker in den Goldenen Saal des Wiener Musikvereins, nach Mödling, Graz, Steyr, Salzburg, ins Konzerthaus Klagenfurt und andere Musiktempel. Es zählte schnell zum fixen Bestandteil der europäischen Kulturszene.

So wirkt Musik auf unseren Körper

Das Orchester reifte unter der Leitung von Barnás zu einem Klangkörper mit hohem Niveau. Dies sprach sich herum, und die Ungarische Kammerphilharmonie unternimmt schon lange ihre Neujahrskonzerttournee durch Österreich, Deutschland und die Schweiz. Eppertshausen stand in diesem Jahr als letzter Ort solchen Vorspiels auf dem Plan, es folgen noch Auftritte bei verschiedenen Festivals und in vielen europäischen Konzertsälen.

In der Bürgerhalle waren es überwiegend Klassiker von Johann Strauß (Vater und Sohn), die beim Publikum bestens ankamen und teilweise mit frenetischen App-laus belohnt wurden. Doch neben dem „Perpetuum mobile“ oder dem Evergreen „An der schönen blauen Donau“ kamen auch Werke von Josef Strauß („Die Libelle“, „Ohne Sorgen“) zu Gehör, und diese Polkas fanden ebenso Zuspruch wie Franz Lehárs Marsch aus der Operette „Die lustige Witwe“.

Und Barnás kennt wohl seine feurigen Eppertshäuser, setzte er doch mit dem Radetzky-Marsch einen fulminanten Schlusspunkt unter das überaus gelungene, zweistündige Konzert.

Quelle: op-online.de

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