Unwetter entlädt sich bis tief in die Keller

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Umzugskisten voller Bücher und Unterrichtsmaterial lagerten im frisch sanierten Altbautrakt der Mira-Lobe-Schule. Alles wurde durchs eindringende Wasser in Mitleidenschaft gezogen. Schulleiterin Jutta Meier rettete mit Hausmeister und Helfern, was noch zu retten war.

Eppertshausen - Dass es wieder heiß hergehen würde in ihrer Schule, die immer noch an vielen Ecken und Enden eher einer Baustelle als einer Lehranstalt gleicht, wusste die Leiterin der neu in Eppertshausen angesiedelten Mira-Lobe-Schule. Von Thomas Meier

Doch als Hausmeister Rafiq Butt Jutta Meier gestern um 7. 25 Uhr gleich am Eingang des eben erst frisch sanierten Altbaus mit der Botschaft empfing: „Kommen Sie gleich mal mit in den Keller, wir haben da ein Problem“, ahnte sie bereits, dass es noch dicker kommen sollte. Und dass sie statt der leichten Sommerschuhe besser Gummistiefel angezogen hätte. Denn das nächtliche Unwetter hatte Stunden zuvor ganze Arbeit geleistet: Vollgelaufen die Räume unter dem Verwaltungstrakt der neuen Sprachförderschule. Ausgerechnet hier lagern seit dem Umzug aus Klein-Umstadt noch zahlreiche Unterrichtsmaterialien, Bücher, ein Teil des Archivs und andere Lehrutensilien in mitgebrachten Regalen und Schränken. Fast alles wurde in Mitleidenschaft gezogen durchs über das überlastete Kanalnetz eingedrungene Wasser. Der neu verlegte Estrich war gerade einmal halbwegs trocken, die Wände sind frisch angelegt - die Schulleiterin rang um Fassung.

Feuerwehren im Dauereinsatz

Wie hoch der Gesamtschaden ist - sicher einige tausend Euro - muss noch ermittelt werden. Glücklicherweise waren gleich genügend Facharbeiter da, um Schlimmeres zu verhindern und auch das Wasser rasch abzupumpen. Auch der Kreis entsandte umgehende Gutachter, den Schaden zu protokollieren.

Am Freitag zwischen 3 und 4.15 Uhr braute sich das Unwetter zusammen, entlud sich eine sehr langsam ziehende Gewitterzelle, die den Kreis Darmstadt-Dieburg von Südwesten nach Nordosten überquerte. Im Gepäck hatte sie starke Niederschläge, Wind und Hagel.

Die Feuerwehren und die Polizei befanden sich im Dauereinsatz. Gemeldet wurden vollgelaufene Keller, überflutete Straßen, herausgehobene Gullydeckel, Schlammlawinen, Windbruch, abgesoffene Fahrzeuge und etliche wetterbedingte Verkehrsunfälle.

Weit über 100 Einsätze waren bis zum Vormittag zu verzeichnen, allein 54 in Messel und 40 in Pfungstadt, wo die Modau über die Ufer trat. Alarmierungen gab es aber auch in weiteren Kreiskommunen, etwa in Eppertshausen, Münster, Babenhausen und Roßdorf. Überwiegend waren es voll gelaufene Keller, die zu den Alarmierungen führten, nur dreimal ging es um umgestürzte Bäume.

Quelle: op-online.de

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