Seltene Ehre für Ortsgerichtsschöffen

Urkunde für Günter Schmitt: 50 Jahre im öffentlichen Dienst

+
Amtsrichter Frank Richter (rechts) freute sich, Eppertshausens Ortsgerichtsschöffen Günter Schmitt für 50 Jahre Öffentlichen Dienst die Urkunde des Ministerpräsidenten zu überreichen.

Eppertshausen/Dieburg - Ein Termin ganz besonderer Art ereignete sich jetzt im Dieburger Amtsgericht. Direktor Frank Richter überreichte Eppertshausens Ortsgerichtsschöffen Günter Schmitt aus Eppertshausen die Urkunde zum 50-jährigen Dienstjubiläum. Von Thomas Meier 

Nun ist der Eppertshäuser freilich nicht seit 50 Jahren Schöffe des Ortsgerichtes, aber er ist ein halbes Jahrhundert Beschäftigter des Öffentlichen Dienstes. Und dies schafft kaum jemand. Günter Schmitt legte den Grundstein für dieses seltene Jubiläum am 1. Dezember 1966 in Frankfurt, als er seine Lehrzeit bei der Post, der späteren Telekom begann. Die Deutsche Telekom AG in ihrer heutigen Form ist erst am 1. Januar 1995 mit dem Inkrafttreten der zweiten Postreform aus der früheren Deutschen Bundespost Telekom entstanden.

Dies freilich juckte den damaligen Fernmeldehandwerker noch wenig. Er befasste sich mit dem Fernmeldenetz der Bundespost, kannte noch die Münzfernsprecher und installierte private Fernsprecheinrichtungen, wie es sich in grauer Vor-Handyzeit nannte. Bis zu seinem Ausscheiden aus den Diensten von der Telekom am 30. September 2013 befasste sich der Eppertshäuser mit so manchen technischen und bürokratischen Neuerungen und Reformen, er könnte Bücher darüber schreiben, versicherte er Richter bei der Urkundenverleihung.

Dazu kam es, weil der Unruheständler seit April 1995 auch schon als Ortsgerichtsschöffe ehrenamtlich in öffentlichen Diensten steht, immerhin auch schon 21 Jahre in diesem Amte inne hat. Vor zwei Jahren wurde Schmitt erneut in diesem Ehrenamt bestätigt, sodass er wohl auch noch weitere acht Jahre öffentlichen Dienst auf die 50 aufsattelt. „Mir macht dieses Amt Freude und ich fühle mich fit, warum sollte ich damit aufhören wollen?“, fragte er bei der Verleihung in den Raum.

So zwischen zehn und zwölf Einsätze pro Jahr kommen auf einen Eppertshäuser Ortsgerichtsschöffen zu, weiß der Experte. Zumeist sind es Schätzungen von Immobilien und Grundstücken, die er leisten soll, doch auch Nachbarschaftsstreitigkeiten gelangen auf seinen Ehrenamtsschreibtisch.

Die Jubiläumsverordnung des Landes Hessen bescherte ihm nun die Urkunde des Ministerpräsidenten, die Amtsgerichtsdirektor Richter zu überreichen hatte. Verbunden mit der auf feines und geprägtes Büttenpapier gedruckten hohen Anerkennung sind auch etwas über 500 Euro. „Früher waren dies mal tausend Mark“, erinnerte Frank Richter an die Geschichte der Verordnung, die aus Einsparungen des Landes in der 90er Jahren „mal kurz ausgesetzt“ worden waren. Sehr kurz, dann bekamen die Politoberen, die diese Sparmaßnahme zu verantworten hatten, den Zorn der öffentlichen Dienstler aber zu spüren. Die Treueprämie wurde wieder eingesetzt.

Martinsmarkt 2016 in Dieburg: Fotos

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare