„US-Car & Bike-Treffen“

Vom PS-Erfolg an der Thomashütte voll überrollt

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Die Farbe würde auch gut in unsere Garage passen...

Eppertshausen - Wie viele Besucher am Samstag gen Thomashütte pilgerten, um dem Goldenen Kalb mit Namen Auto zu huldigen, das wissen nicht einmal die Veranstalter des ersten Eppertshäuser „US-Car & Bike-Treffens“ abzuschätzen. Viele Tausend. Das ist sicher. Von Thomas Meier

Ebenso sicher wie eine Wiederholung des Pilot-Projektes im kommenden Jahr, nur dann gleich auf zwei Programmtage verteilt. Denn Macher wie Besucher waren im wahrsten Sinne völlig vom Erfolg des automobilen Treffens überrollt worden.

Das ging schon in Eppertshausen los mit dem Überrollt-sein, auch wenn die Thomashütte ja doch einige Kilometer auf der Kreisstraße entfernt vom Park 45 liegt, wo die Veranstalter wohlweislich einen Shuttlebus-Transfer (mit original-US-Schulbus, versteht sich) eingerichtet hatten. So viele Autos sahen die Marktleiter am zeitigen Samstagnachmittag noch nie ihre Stellplätze zuparken, bis in den Ort hinein zog sich später die Schlange angestellter Besucherkarossen. Eigentlich sollte der orangefarbene „Schoolbus“ im Halbstundentakt und nur bis 19 Uhr laufen, doch ging es ab 14.30 Uhr bis nach 21 Uhr nonstop hin und her.

Augen so groß wie Buick-Radkappen

Eine ’79-er Camaro mit 8,3 Liter Hubraum und 560 PS hinterm blitzenden Chrom – das muss abgelichtet werden.

Sowohl Alex Ramien von der Thomashütte als auch Rolf Rosebrock, Initiator des Treffens, bekamen Augen so groß wie Buick-Radkappen ob des nimmer aufhörenden Zustroms an Besuchern. Doch nicht nur die was sehen wollten kamen, auch und vor allem die, die was vorzuzeigen hatten. Bis zum Abend gaben sich über 400 US-Cars ein Stelldichein zwischen Pony-Koppel und Kinderspielplatz, nahe Lama-Gatter und Kuschelzoo. Corvettes parkten neben Fords, Chevies neben Thunderbirds, Phantasie-Vehikel neben PS-Giganten,. Das gesamte Spektrum der amerikanischen Automobilbranche schien vertreten. Und statt der erwarteten 100 US-Bikes kamen die in solchen Heerscharen, dass sie zu zählen unmöglich war. Ein Anrollen und Abröhren ohne Unterlass, wobei sich unter Harleys und Indians auch BMW und Hondas nebst Ducatis oder Triumphs mischten. Kutten aller Motorradclubs bereicherten das bunte Bild des friedlichen Mensch-Motoren-Happenings.

Wobei das „friedlich“ interpretierbar ist. Von der friedlichen Waldidylle, die sonst das Aussiedler-Domizil umgibt, war am Samstag wenig zu spüren, besser: zu hören. Den Vogelgezwitscher, Schafblöken oder auch lautstarkes Pony-Wiehern wurde gnadenlos übertönt vom Gewummer der Motoren, vom Röhren der Getriebe, vom Geknatter der aufgemotzten Auspuffanlagen. Und wer meinte, sich einem Schnauferl ruhig mal in den Weg stellen zu können, der musste Gefahr laufen, dass unter der betagt geglaubten Motorhaube die Sirenenanlage eines Kreuzfahrschiffes nur auf solch Verhalten lauerte.

Auch Elvis ließ es kräftig rocken beim US-Car-Treffen.

Alex Ramien (38) gab mit seinen Söhnen Nate (5) und Like (9) Einblicke in die Hohe Kunst der Motorrad-Stuntshow in der Eisenkugel. Und als er das Rund mit seinem langjährigen Freund und Stuntkollegen Marko Simeneor teilte, gab es auch draußen beim Publikum kein Halten mehr. Dann erschallte auch der langanhaltende Applaus. Letzteren sollten auch „Elvis Gerry & the Cavemen“ erhalten. Der in Österreich geborene und in Frankfurt lebende Sänger Gerald Dinis, der auch schon im TV und bei vergangenen Hessentagen begeisterte, nahm das Publikum mit auf eine musikalische Zeitreise der Elvis-Ära. Einige Fans tanzten gar um die extra zum Anlass aufgestellte Zapfsäule im Biergarten zu „Hound Dog“ oder „Love me Tender“.

Treffen der US-Cars in Eppertshausen

Treffen der US-Cars

Doch der eigentliche Tanz spielte sich auf der großen US-Parkplatzwiese zwischen Restaurant und Kreisstraße ab. Dort flanierten die Biker und Trucker, die Fans von Dragster und Chrom und Lack und Pferdestärken. Tiefer Gelegtes wurde knapp über der Grasnarbe serviert, Einblicke in 5,6- bis 8,5-Liter-Hubraummotorenblocks wurden gewährt, Motorhauben fürs Publikum geöffnet, die gar innen noch Graffiti zeigten. Ellenlange Schlitten tuckerten fotogen in Slowmotion über die Plane, wurden gefilmt und abgelichtet, dass es eine Pracht war. Und auch die Driver zeigte sich in schickster Schale. Als tagte eine Tattoo Convention gleich nebenan wurde viel bemalte Haut hinter der Leder-Pelle gezeigt, die Damen trugen Lack auf Nägeln und Pettycoats nebst Chrom an Gürteln auf den Hüften. Der Fahrer des Pick-Up schien aus der Walton-Serie entstiegen zu sein und die Crew um Gerd Habermanns Dragster schien gar vom anderen Stern zu kommen. Habermanns PS-Mutanten sorgten am späten Nachmittag für eine spektakuläre Krach-Einlage, als sie mal kurz in Aktion vorgeführt wurden.

„Bis nach der ersten Halbzeit des WM-Spiels Italien gegen England hatten wir hier Gäste“, freut sich Alex Ramien, in Gedanken schon beim Revival-Treffen.

Quelle: op-online.de

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