Kultursommer

Viel Bier fließt in durstige Kehlen

+
Ein Heimspiel für Saytensprung, dennoch überraschten die Musiker ihr Publikum mit neuem Repertoire.

Eppertshausen - „G’sungen, g’zupft, g’hopft“, so hatte der Odenwaldklub (OWK) Eppertshausen seine Veranstaltung im Rahmen des Kultursommers Südhessen angekündigt. Und dem Motto wurde der Abend auch mehr als gerecht. Von Ulrike Bernauer

Die Einladung mit der Folkband Saytensprung, die der OWK-Gruppe vor vielen Jahren entsprungen ist, und dem Mundartbarden Jürgen Poth, alias „de Guggugg“, war wohl verlockend genug, denn der Platz vor der Bürgerhalle war voll besetzt. Was die Veranstalter nicht erwähnt hatten: Neben Musik und Gesang gab es an diesem heißen Sommerabend auch noch eine Bierprobe und das zum großen Gefallen des Publikums. Das hätte seinen Spaß auch ohne den Gerstensaft gehabt, aber mit dieser Überraschung gefiel es manchem Gast gerade noch mal so gut.

Heimspielvorteil für Saytensprung

An das Bier ließen sich auch herrlich Sprüche anknüpfen und den Musikern gelang es, das Bier an diesem Abend nicht nur in aller Munde, sondern auch in jedes Ohr zu bringen. Der Spachbrücker Guggugg flocht sein ganzes Programm um den hellen Gerstensaft: „Trinklieder gibt es wahrlich genug und man kann ja auch darüber singen, was so mancher nach dem Genuss von zu viel Bier so alles angestellt hat.“ Auf jeden Fall fiel es dem Spachbrücker Sänger, dem es perfekt gelingt, Odenwälder Dialekt sowie heimische und irische Folklore zu verschmelzen, überhaupt nicht schwer, sein Publikum zu begeistern. Mitsingen wollte es zwar nicht unbedingt, auch wenn der Refrain mit „Lalala“ extrem einfach war, geschunkelt und geklatscht haben die Zuhörer hingegen mit Enthusiasmus.

Das Bier schmeckt und die Stimmung ist bestens bei den Folkliedern von Saytensprung und dem Guggugg.

Heimspielvorteil hatte Saytensprung. Die Folkgruppe, die 1980 ihre ersten Geh- und Spielversuche ohne das dem OWK angehörenden Mandolinenorchester machte, schaffte es in Windeseile, ordentlich Stimmung und Bewegung ins Publikum zu bringen. Behütet vom Da-Vinci-Bogen, dem mit viel Liebe erstellten Zelt, das an diesem Abend nicht vonnöten gewesen wäre, versprühten die Musiker gute Laune. Viel Gelächter ernteten die Musiker mit ihren Liedern, die sich ebenfalls um das helle, berauschende Gebräu rankten.

„Sieben Tage Suff“

„Wir haben extra für diesen Abend ein ganz neues Repertoire erarbeitet, teilweise sogar neue Lieder geschrieben“, erklärte Norbert Anton, in Personalunion erster Vorsitzender des OWK sowie Geiger und Leadsänger von Saytensprung. Die Gruppe erntete viel Applaus für ihre Lieder, die die Lachmuskeln reizten, aber auch manch Nachdenkliches zum Thema Bier zu Tage förderten.

Ganz aus dem Häuschen geriet das Publikum, als sich zum krönenden Abschluss Saytensprung und der Guggugg zusammen auf die Bühne begaben. „Sieben Tage Suff“ gaben die sechs Herren zum Besten, ein erfolgreiches Lied der bekannten irischen Folkgruppe Dubliners, allerdings auf Deutsch gesungen und in den einheimischen Dialekt transferiert. „Das Lied ist ein bisschen schlüpfrig und steigert sich“, verriet Poth vor dem Auftritt, „die letzte Strophe durften die Dubliners im streng katholischen Irland kaum singen, aber ich glaube, in Eppertshausen geht das.“ Und ob es ging.

Quelle: op-online.de

Kommentare