Viel Handarbeit ist gefragt

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Egal ob lang oder kurz - die Transportbänder müssen gut vorbereitet sein, deshalb kümmern sich Mitarbeiter der Habasit GmbH um die genauen Maße.

Eppertshausen - „Jeder Brief, den sie in den Händen halten, ist bei der Sortierung über eines unserer Transportbänder gelaufen“, sagt Michael Buchauer stolz. Von Jasmin Frank

Er ist einer von drei Geschäftsführern der Habasit GmbH Deutschland, die ihren Hauptsitz in Eppertshausen hat und dort auch der wichtigste Arbeitgeber ist. Etwa 240 Mitarbeiter zählt das Unternehmen und das nicht zuletzt deshalb, weil in der Produktion Handarbeit gefragt ist. „Wir fertigen im Schwerpunkt Transport- und Prozessbänder für unsere Kunden an und diese werden individuell hergestellt. Die hohen Anforderungen und die Vielseitigkeit der Bänder, die wir sicherstellen, können nicht von einer Maschine übernommen werden“, erklärt Marketinexpertin Inken Budecker.

Schon in der Größe unterscheiden sich die Bänder, die von den Schwesterunternehmen vorgefertigt und in Eppertshausen weiterverarbeitet werden. Von riesigen Bändern für die Spanplattenherstellung in der Holzindustrie, die mit vier Metern Breite und 200 Metern Länge beeindrucken, bis zu kleinen Bändern in Geldautomaten, die nur acht Millimeter breit und 140 Millimeter lang sind, kann jeder Wunsch erfüllt werden. Doch auch Beschichtung und Struktur der Bänder würden sich unterscheiden, so würden viele Produkte für die Lebensmittelindustrie eigens strukturlos und strahlend weiß gefertigt, berichtet Budecker und fügt hinzu: „Plan müssen sie sein, damit keine Rückstände verbleiben und die Bänder gut gereinigt werden können, die weiße Farbe ist besonders gut geeignet, um Fremdkörper zu erkennen.“ Anders sieht es bei der Pralinenherstellung aus, erläutert Buchauer: „Das Muster auf der Unterseite der kleinen Köstlichkeiten kommt von unseren Bändern, denn dadurch kühlt die Schokolade schneller ab.“

Freude über Innovationen

Beide erzählen voller Begeisterung von der Variabilität ihrer Erzeugnisse und freuen sich über die Innovationen, die derzeit vorangetrieben werden. Neben den auf Gewebe basierenden Bändern werden zunehmend Zahnriemen, die besonders präzise arbeiten, und so genannte Modulbänder hergestellt, die aus einzelnen Kunststoffteilen zusammengefügt werden. In der Produktionshalle steht Mitarbeiterin Irene Boldizin an ihrem Arbeitstisch und legt zunächst nach einem Plan die Einzelteile zusammen. „Hier steht genau, wie lang und wie breit das Band werden soll“, erzählt sie und zeigt auf ein Blatt, auf dem alle Maße detailliert erläutert sind. Hat sie das Modulband gelegt, nimmt sie spezielle Stäbe und schiebt sie seitlich in die Reihen hinein, so dass eine optimale Befestigung entsteht. „Der Vorteil an diesen Bänden ist unter anderem, dass einzelne Sektoren bei Bedarf schnell ausgetauscht werden können“, berichtet Budecker.

Sie erläutert zudem in der Produktionshalle für Transport- und Prozessbänder die zahlreichen Beschichtungen und Oberflächenstrukturen der Bänder und zeigt auf ein silbrig schimmerndes Produkt: „Im letzten Jahr haben wir daraus für unseren Betriebsweihnachtsbaum den Schmuck gefertigt.“ Die Mitarbeiter des weltgrößten Unternehmens der Branche fühlen sich sichtlich wohl in ihrem Betrieb und das nicht zuletzt deshalb, weil sie das, was sie während der Arbeitszeit anfertigen, in ihrem Alltag wieder finden. „Das haben wir gemacht“, können sie sagen, wenn sie beim Discounter an der Kasse stehen und Waren auf das Band legen.

Quelle: op-online.de

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