Parlament beantragt bei Hessen Mobil, innerörtliches Teilstück zu entschleunigen

Viel Lärm: Für Tempo 30 auf Hauptstraße

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Wenns mal wieder länger dauert: Wer die Hauptstraße überqueren will, muss tagsüber durch den vielen Verkehr fast immer warten. Für die Anlieger stellen die Autos und Lkw mittlerweile eine kaum noch erträgliche Belastung dar.

Eppertshausen - Die Hauptstraße wird zu immer größerer Belastung für die Anwohner. Der Verkehrslärm quält. Jetzt wollen die Gemeindevertreter einen Vorstoß für mindestens einen Teilabschnitt auf Tempo 30 entlang der Landesstraße 3095 bei Hessen Mobil beantragen. Von Michael Just 

Es ist laut, gefährlich und die Luft riecht nach Abgasen. Regelmäßig wackeln Gläser und andere Gegenstände in den Regalen. Das Wohnen auf der Hauptstraße sowie der Dieburger Straße ist derzeit alles andere als ein Vergnügen. Der zunehmende Verkehr auf der L  3095, darunter vor allem die Schwerlast-Brummis, rauben den Anliegern die Nerven und zerstören deren Lebensqualität. Bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung im Rathaus wurde ein erster Schritt zur Verbesserung der Situation angegangen: Die Bürgervertreter beschlossen einstimmig, bei der zuständigen Verkehrsbehörde einen Antrag einzureichen, dass vom Beginn der Dieburger Straße bis zur Kapellstraße zukünftig Tempo 30 herrscht. Damit geht die Hoffnung einher, dass mit weniger Gas auch weniger Lärm und Erschütterungen entstehen.

Mittlerweile ist aus der Blechlawine (täglich fahren in beide Richtungen 8000 Fahrzeuge) ein Bürgerbegehren erwachsen. Vor zwei Monaten sammelten die Anrainer 150 Unterschriften, auf deren Grundlage sie sich nun wehren wollen. „Wir fühlen uns durch den Verkehr stark belastet. Dazu stellen wir fortschreitende Schäden an unseren Gebäuden fest“, sagt ihr Sprecher Robert Scharf. Und er geht noch weiter: Die Ausfahrt von den Grundstücken und das Einordnen in den fließenden Verkehr sei „fast unmöglich bis lebensgefährlich“. Das schließe auch das Überqueren der Straße für Fußgänger ein. Abhilfe wird deshalb – neben Tempo 30 – mit einer Querungshilfe, Fußgängerüberweg oder Zebrastreifen, verlangt.

Die Querungshilfe wurde bereits 2006 von den Gemeindevertretern beschlossen, allerdings zusammen mit weiteren Maßnahmen zur Neugestaltung des Hauptstraßenprofils. Bisher scheiterte der Fortgang daran, dass vom Land für die L 3095 in diesem Abschnitt noch keine Gelder bereitstehen. Des Weiteren müsste die Gemeinde von vier Liegenschaften zuerst Grundeigentum erwerben, um die ebenfalls geplante Verbreiterung der Bürgersteige zu realisieren. Bisher wehrten sich die Besitzer gegen den Verkauf. Der Antrag für Tempo 30 bekam in der Konsequenz noch den Zusatz, dass die Verwaltung erneut Kontakt zu den vier betreffenden Eigentürmern der Liegenschaften zwecks Erwerb von Teilgrund aufnimmt. Von der CDU ging zusätzlich der Antrag aus, zu prüfen, ob sich das zulässige Gesamtgewicht der durchfahrenden Lkw von 7,5 auf 3,5 Tonnen senken lässt.

Bei der Sache? Die Sünden hinterm Steuer

Bürgermeister Carsten Helfmann machte den Anrainern der Hauptstraße für Tempo 30 nur geringe Hoffnungen: Trotz Beschlusses gebe es dafür keine Garantie, da es sich hier um eine Landstraße handele – und über die entscheiden andere. „Wir können lediglich einen Antrag stellen. Die Anordnung erfolgt durch Hessen Mobil“, erläuterte der Bürgermeister. Die Erfolgsaussichten seien schon deshalb gering, weil die Straßenverkehrsordnung Tempo-30 nur an Kindergärten, Schulen, Seniorenzentren oder Krankenhäusern vorsehe. Die gibt es aber an der Hauptstraße nicht. Etwas besser sehe er die Chancen für eine befristete Geschwindigkeitsbeschränkung in der Nacht, die von 22 bis 6 Uhr gelten würde.

Die Worte von Helfmann richteten sich nicht nur an die Gemeindevertreter, sondern auch an rund ein Dutzend Anlieger aus dem Bereich der Dieburger- und der Hauptstraße, die die Sitzung als Beobachter verfolgten. Sie hätten zur Erörterung der Verkehrsproblematik gerne ihre Lage geschildert, mussten aber feststellen, dass Zuschauern in einer Gemeindevertretersitzung kein Redebeitrag zusteht. Das war im Anschluss in einer angehängten Bürgerfragestunde möglich. Durch die umfangreiche Tagesordnung verschob sich die bis gegen 22.45 Uhr. Solange hielten es die Anlieger, die sich zum Teil im fortgeschrittenen Alter befinden, nicht aus und traten schon lange vorher – etwas enttäuscht – den Heimweg an. Zuvor hatten sie noch den Hinweis erhalten, für eine Anhörung die Ausschüsse zu besuchen.

Quelle: op-online.de

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