Viele Fragen zum Standort

Eppertshausen ‐ Das Gemeindeparlament stand wie ein Mann hinter Bürgermeister Carsten Helfmann, als der nach über einstündiger Diskussion auf den Nenner brachte, was zuvor in allen Redebeiträgen herauszuhören war. Von Thomas Meier

„Unser Bestreben ist es, den ungeliebten Funkmast so weit entfernt wie möglich von einer bebauten Lage Eppertshausens zu haben.“

Es ging in der letzten Sitzung vor der Sommerpause noch einmal um die Errichtung einer Mobilsfunkstation, die nach letztem Stand der Dinge ins Feld hinter dem Sportzentrum auf einem 40 Meter hohen Mast installiert werden soll. Und obwohl bereits zuvor feststand, dass der Funkmast-Entscheid vertagt und über die Sommerferien auf Eis gelegt wird, fanden sich dennoch gut drei Dutzend Besucher im Rathaus ein. Bereits zuvor bekam Helfmann eine Unterschriftenliste gegen das Projekt überreicht und die Union, die noch im Bauausschuss dem Standort das Plazet gab, zog den Antrag zurück.

Angesichts des geballten Unmuts wider den Mast, der ein vermeintliches Funkloch im Bereich von Bauhof und Klärwerk stopfen soll, wurde nicht nur die Entscheidung über den Standort zurück gestellt, sondern gleich noch ein umfangreicher Fragenkatalog an die Gemeinde verabschiedet sowie beschlossen, die Befragungsergebnisse in einer Bürgerversammlung zu erörtern.

„Viele haben Angst vor Strahlung, ich auch“

„Das Thema wird seit fünf Jahren beraten“, ging Bürgermeister Helfmann auf die Historie ein. Bereits im Dezember 2004 wurde der Mobilfunkbetreiber E-Plus vorstellig mit der Idee, einen Mast in der Schulstraße errichten zu wollen. Gegen diesen Standort habe sich die Gemeinde ausgesprochen um dann mit dem Antragsteller nach einem Platz im Südosten der Kommune zu suchen. Vergebens. Immer wieder sei E-Plus vorstellig geworden, so dass man weiter nach dem rechten Platz gefahndet habe.

Als dann im Juni 2009 die Verwaltung dem Betreiber einen Platz nahe der Kläranlage avisiert hätte, habe dieser mitgeteilt, bereits einen privaten Grundstückeigner gefunden zu haben, der ausreichend Platz für das Objekt im Odenwaldring zur Verfügung stelle. Der jedoch habe wegen seiner Nähe zur bebauten Lage der Verwaltung nicht gefallen. „Alle wollen via Funk mobil telefonieren“, bemerkte der Vielhandynutzer Helfmann, und weiter: „Viele haben Angst vor Strahlung, ich auch.“ Deshalb die weitere Suche nach dem entferntesten Standort. Zwar biete auch der Privatmann einen an, doch habe dieser fürs Bauwerk noch keinen Antrag auf Genehmigung gestellt und solche eben auch noch nicht erhalten. Noch gebe es Möglichkeiten...

„Wir haben keinen Zeitdruck“

Und so sah das auch der Fraktionsvorsitzende der CDU, Michael Kramer: „Wir haben keinen Zeitdruck und wollen nichts übers Knie brechen.“ Er kritisierte die mangelnde Information der Bürger, über deren Bedenken man nicht hinweggehen wolle.

SPD-Fraktionschef Hans-Joachim Larem gab sich hocherfreut, dass bei der Union ein Umdenken eingesetzt habe. Seine Partei habe schon immer erklärt, mit dem Standort nicht einverstanden zu sein. Jetzt müsse einer gefunden werden, der allen recht sei. Seine Stellvertreterin Heidi Gruber-Markwart vermisste gar den Hinweis, warum überhaupt ein weiterer Sendemast nach Eppertshausen solle.

Über diese Frage kam auch die Idee einer weiteren interkommunalen Zusammenarbeit auf. Warum beispielsweise könne das Funkloch in Eppertshausen nicht von einem Mast bedient werden, der beim Wasserwerk auf Babenhausener Gemarkung steht? Auch diese Frage solle die Verwaltung baldmöglichst abklären.

Quelle: op-online.de

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