Angestrebte Fusion: Filiale in Eppertshausen bleibt erhalten

Volksbank unter Dreieicher Dach

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Die Vorstandsmitglieder der Volksbank aus Eppertshausen und Dreieich wollen die Fusion (von links): Stephan M. Schader, Dirk Neiding, Jens Prößer und Peter Schilling.

Eppertshausen - Die Volksbank in der Bahnhofstraße 13 soll mitsamt aller Arbeitsplätze erhalten bleiben. Um das zu gewährleisten, fusioniert Eppertshausen mit ihrem bisherigen Kooperationspartner Volksbank Dreieich.

24 Mitarbeiter und ein Auszubildender sind in der Eppertshäuser Volksbank beschäftigt und kümmern sich um 8403 Kunden. Damit das auch weiterhin so bleibt, macht der Vorstand einen großen Schritt: Die bislang eigenständige Filiale fusioniert mit ihrem Kooperationspartner Volksbank Dreieich.

Für die Eigenständigkeit sei die wirtschaftliche Basis nicht mehr gegeben, heißt es von Seiten der örtlichen Filiale. Die Volksbank Dreieich wiederum sehe zusätzliche Marktpotenziale durch ein eigenständiges Beratungscenter am Standort Eppertshausen. Das Zusammengehen werde ein Gewinn für alle sein, zeigen sich die Vorstände beider Häuser überzeugt. Man wolle deshalb intensiv informieren und so um die Zustimmung der Eigentümer werben. Diese entscheiden voraussichtlich auf den jeweiligen Versammlungen im kommenden Jahr rückwirkend zum 1. Januar.

„Eppertshausen soll als eigenständiges Beratungscenter eine strategische Säule im Regionalkonzept der Volksbank Dreieich werden“, betont Jens Prößer, Vorstandsmitglied der Volksbank Dreieich. Solche Zentren wurden in den vergangenen zehn Jahren bereits in Sprendlingen, Langen, Dietzenbach und Neu-Isenburg an Standorten ehemals selbstständiger Ortsbanken erfolgreich etabliert. „Eppertshausen wird unter dem Dach von Dreieich seine Volksbank behalten“, ist Dirk Neiding, Vorstandsmitglied in Eppertshausen, überzeugt. „Die vertrauten Gesichter vor Ort werden nicht nur erhalten bleiben, sondern unsere Berater werden in vielen Fällen auch mehr Möglichkeiten haben, auf Kundenbedürfnisse einzugehen.“ So würden in der Baufinanzierung sowie im Firmenkundengeschäft Entscheidungskompetenzen steigen und die Handlungsspielräume ausgeweitet. Auch neue Dienstleistungen wie Private Banking zur Entwicklung einer kundenspezifischen Anlagestrategie für das Vermögensmanagement könnten angeboten werden. Alle bekannten Serviceleistungen sowie wesentliche Eckpfeiler wie die Vereinsförderung sollen erhalten bleiben.

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Durch ihre Regionalstrategie mit eigenständigen Beratungscentern strebt die Volksbank Dreieich echte Nähe zu den Kunden überall in ihrem heterogenen Marktgebiet an. „Persönliche Beratung in der Filiale für die Mitglieder und Kunden hat höchste Priorität“, sagt Prößer. In der seit zehn Jahren praktizierten Regionalstrategie sieht er einen zentralen Faktor der erfolgreichen unternehmerischen Entwicklung der Kreditgenossenschaft. „Unsere Regionaldirektoren werden in Dreieich, Dietzenbach, Langen und Neu-Isenburg wahrgenommen wie die Vorstände selbstständiger Häuser.“

Eine dauerhafte eigenständige Existenz der Volksbank Eppertshausen ist Neiding zufolge nicht zu schaffen. Die schwache Ertragslage, hohe Risiken und eine viel zu dünne Eigenkapitaldecke gefährden demnach die Zukunft: Die Schere zwischen den regulatorischen Anforderungen und der Leistungsfähigkeit der Volksbank gehe immer weiter auseinander. „Die Bank lebt seit Jahren von ihrer Substanz – irgendwann ist dann nichts mehr da.“ Deshalb brauche man jetzt die Fusion, um den Standort zu sichern. Für die Kunden bedeute das außerdem, dass sich nichts für sie ändern würd. Außer eventuell der Name der Bank. Ob aber aus „Volksbank eG Eppertshausen“ die „Volksbank Dreieich“ wird, stehe noch nicht fest. (yfi)

Quelle: op-online.de

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