130 Zuschauer bei Vorführung des „Eppertshäuser Albums 2016“

Vorletzter Streich von Günter Maier

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Bei seinen Dreharbeiten traf Günter Maier auch mit Comedian Marlene Schwarz zusammen.

Eppertshausen - 2017 ist schon ein wenig vorangeschritten, doch der Rückblick auf 2016 offenbar trotzdem noch von Interesse: 130 Zuschauer im komplett gefüllten kleinen Saal haben in der Bürgerhalle das „Eppertshäuser Album“ zum vergangenen Jahr verfolgt. Von Jens Dörr 

Ein Sonderteil ist dabei den Flüchtlingen gewidmet. Für den diesmal 98-minütigen Film zeichnet abermals Günter Maier (MG Media Film) verantwortlich. Es ist seine neunte Filmchronik zum Geschehen in „seiner“ Gemeinde. Auch 2017 hat sich der Eppertshäuser vorgenommen, Veranstaltungen und Ortsgeschehen nahezu vollständig mit der Videokamera zu dokumentieren. Die Chronik zu 2017 soll allerdings seine letzte werden. Das entspräche dann jener Ankündigung, die Maier schon vor längerer Zeit gemacht hat: Nach dem zehnten Album solle Schluss sein. „Vielleicht findet sich aber ein Nachfolger“, hofft er, dass das Format nach seinem Rückzug zum neuen Jahr fortgeführt werden könnte. Für ihn steht aber fest, dass er Ende dieses Jahres letztmals für die Chronik bei einem Eppertshäuser Ereignis filmen werde. Den Abschluss eines Jahrzehnts der praktisch ehrenamtlichen und als Leidenschaft betriebenen Filmerei für Eppertshausen und seine Einwohner würde dann Anfang 2018 die Vorführung des Albums zum Jahr 2017 darstellen.

Das bedeute allerdings nicht, dass er die Kamera komplett an den Nagel hängen werde, blickt Maier voraus. „Viele fragen mich, ob ich ganz aufhöre. Dem ist nicht so, ich möchte weiter meinem Hobby frönen.“ So könne er sich vorstellen, in Eppertshausen auf entsprechende Bitte hin vereinzelt weiter größere Veranstaltungen im Bewegtbild festzuhalten, auch mal eine Hochzeit zu filmen, oder einen neuen Imagefilm besonders für die Darstellung Eppertshausens im Internet zu kreieren. Eine Idee für einen neuen Ansatz: Eppertshausen von oben. Erste Flüge mit seinem Multicopter, der die Kamera trägt und neigt, hat Maier – ausgestattet mit der Flugerlaubnis des Regierungspräsidiums Darmstadt bis zu einer Steighöhe von 100 Metern – bereits gemacht. Dies könnte, unter strenger Achtung der Privatsphäre und stets auch unter Kenntnis der Gemeinde, künftig noch häufiger der Fall sein.

Das Album zu 2016 befasst sich unterdessen wieder in gewohnter Manier mit dem Eppertshäuser Geschehen in Wirtschaft, Sport, Kultur und Politik. 111 Ereignisse dokumentiert die Chronik, meist von Günter Maier selbst gefilmt, vereinzelt vertreten von Horst Maier, Uwe Winkler und Ludwig Scharf. Von der Kommunalwahl über Konzerte bis hin zur Inbetriebnahme des Breitbandnetzes bildete Maier ab, was im Vorjahr in der Gemeinde schön oder wichtig war. 368 Stunden verbrachte er an den Drehorten sowie im Studio, alles für etwas mehr als anderthalb Stunden Endergebnis.

Fluchterfahrungen von Prominenten und Künstlern

Einen Sonderteil im Film widmete Maier diesmal dem Thema Flüchtlinge. Anfang 2016 trug im Übrigen er selbst dazu bei, dass die Pläne des Landkreises für eine Notunterkunft für 1 000 Flüchtlinge im „Park 45“ publik wurden: Auf dem SPD-Neujahrsempfang filmte Maier für sein Album, vernahm entsprechende Andeutungen von Landrat Klaus Peter Schellhaas und hakte bei ihm nach. Zugleich wurde die Presse aufmerksam, die öffentliche Diskussion begann und gipfelte in einer Informationsveranstaltung in der überfüllten Bürgerhalle, auch wenn das Thema zu diesem Zeitpunkt praktisch schon wieder vom Tisch war.

Nicht ganz vom Tisch war noch Anfang dieses Jahres, dass Maier den Stein ins Rollen brachte: Beim SPD-Neujahrsempfang 2017 sei er von den Sozialdemokraten gebeten worden, auf Videoaufnahmen zu verzichten. Wer die Vorführung des „Eppertshäuser Albums 2016“ verpasst hat oder sie sich noch weitere Male anschauen möchte, kann den Film auf Doppel-DVD im Rathaus erwerben.

Quelle: op-online.de

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