CDU ebnet Weg für naturnahe Bestattung im Wald / SPD-Antrag scheitert

Votum für „Abteiruhe“

An den Waldfriedhof grenzt ein Buchenwald, von dem 4000 Quadratmeter bald der „Abteiruhe“ dienen. - Foto: Th. Meier

Eppertshausen J Bereits mehrfach debattierten die Kommunalpolitiker über die Errichtung einer Friedwald ähnlichen Abteilung auf oder am Waldfriedhof. Von Thomas Meier

Und nachdem die Gemeindevertretung in ihrer Januarsitzung beschlossen hatte, die Verwaltung solle eine Gegenüberstellung der Kosten für die Erweiterung innerhalb . der Friedhofsmauern sowie der Erschließung einer außerhalb liegenden Fläche im Bereich der Abteilung 16 des Kommunalwaldes erarbeiten, stand einer Entscheidung eigentlich nichts mehr im Wege. Und doch gab es Diskussionen und Absetzungsanträge, bevor sich die CDU durchsetzte und beschloss, ein etwa 4000 Quadratmeter großes Areal im Gemeindeforst in eine Bestattungsfläche umzuwidmen.

Schon in den Ausschüssen zogen sich die Beratungen über eine Waldbestattung oder einen Ruhewald hin. Eigentlich von allen Parteien etwas in dieser Art gewünscht, konnten sich Mehrheit und SPD-Opposition nicht über die Modalitäten einigen. Dabei ging es um benötigte Größe und die Frage, ob man in einen gesunden Waldbestand außerhalb des Friedhofes eingreifen, oder nicht lieber eine kleine Anpflanzung auf dem Waldfriedhof vornehmen solle. Von Forstamt waren Experten in den Sitzungen befragt worden, doch auch nach all dem sah sich zur jüngsten Gemeindevertretersitzung die SPD noch immer nicht in der Lage, einen Beschluss zu fassen oder mitzutragen. Man habe noch internen Diskussionsbedarf, sagte Fraktions-chef Hans-Joachim Larem. Zuvor hatte sich Manfred Hechler von der SPD gegen eine Erweiterung außerhalb der Friedhofsmauern ausgesprochen. Und er sah gar die christliche Bestattungskultur in Gefahr, sich dabei geringschätzend über anonyme Bestattungsriten äußernd.

Großer Nachfrage gerecht werden

Zu letzterem konterte Unionsdemokrat Udo Küpper-Tetzel, der daran erinnerte, dass naturnahe Bestattungen immer stärker nachgefragt würden. Da Eppertshausen idealerweise direkt am Waldfriedhof über geeignete Flächen verfüge, dürfe man sich solchen Wünschen aus der Bevölkerung nicht verschließen.

So fand der SPD-Antrag auf Absetzung des Tagesordnungspunktes keine Mehrheit. Hatten doch auch die Förster bereits erklärt, dass, wolle man in diesem Jahr noch eine Erweiterung des Friedhofes umsetzen, fürs nötige Fällen von etwa 30 Bäumen im ausgesuchten Areal die Brut- und Setzzeiten zu beachten seien. Da die unmittelbar bevorstehen, ist also auch Eile geboten.

Die Unionsmehrheit beschloss, rund 60 000 Euro für das Vorhaben auszugeben. Die 30 Bäume, laut Bürgermeister Carsten Helfmann seien es überwiegend kleinere mit Stammdurchmesser von unter zehn Zentimetern, sind bereits von den Förstern markiert worden. Und Helfmann ergänzte: „Die Fällung jetzt erspart uns spätere Verkehrssicherheitsmaßnahmen, die die Stadtkasse mit rund 12 000 Euro belasten würden.“ Außerdem nehme die Gemeinde durch den Holzverkauf auch ein bisschen Geld ein.

Selbst über die Namensfindung gab es Debatten. Wegen der Nähe zur Abteischneise im Gemeindeforst soll die Waldbestattungsfläche nun „Abteiruhe“ heißen.

Quelle: op-online.de

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