Wappen und Ehrenschirm

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Die musikalische Untermalung des Eppertshäuser Ehrenabends übernahm Theresia Uglik, die Leiterin des Kinderchors des Gesangsvereins Liederkranz-Frohsinn.

Eppertshausen - Als im Jahr 2004 der Gemeindevorstand entschied, Eppertshäuser Bürger im Ehrenamt auszuzeichnen, wurden konkrete Maßgaben festgelegt, die für eine solche Anerkennung eingebracht werden müssen: Von Jasmin Frank

Zehn Jahre als erster Vorsitzender, 15 Jahre im geschäftsführenden Vorstand oder gar 20 Jahre als ‚einfaches’ Vorstandsmitglied wurden ebenso benannt wie zehn Jahre Jugendarbeit oder ein anderes herausragendes Engagement in einem örtlichen Verein.

Diese hohe Messlatte wurde auch am vergangenen Samstag angelegt, als es beim Eppertshäuser Ehrenabend wieder darum ging, Einheimische mit reger Vereinstätigkeit auszuzeichnen. Unter den Geehrten war Rita Filipp, die sich in der ihr gewidmeten Laudatio, gehalten von Bürgermeister Carsten Helfmann, vorrechnen lassen durfte, dass sie mehr ehrenamtliche Jahre hinter sich gebracht hat, als sie Lebensjahre zu verzeichnen hat. Neben ihrer Tätigkeit als Haupt- und Ersatzschöffin beim Amtsgericht Dieburg ist sie Gründungsmitglied des Partnerschaftsvereins Codigoro und Sängerin im Kirchenchor.

Geehrt wurde sie aber für ihre politische Leidenschaft, so ist sie seit den 70er Jahren in der örtlichen CDU aktiv, unter anderem als Vorsitzende der Frauenunion und auch des Gemeindeverbandes, mittlerweile ist sie sogar Erste Beigeordnete und damit stellvertretende Bürgermeisterin.

„Einsetzen für die Gemeinschaft, in der ich lebe“

Mir hat es einfach immer Spaß gemacht“, sagte Rita Filipp bescheiden und erklärte: „Jedes Amt ist eine Herausforderung und immer spannend. Ich finde es einfach wichtig, mich für die Gemeinschaft, in der ich lebe, einzusetzen.“ Besonders gefreut hat sich Filipp, als sie in Berlin anlässlich der Verleihung der ‚Sterne des Sports’ mit Bundespräsident Horst Köhler zusammentraf.

Ehrung von Rita Filipp und Elisabeth Müller durch Bürgermeister Carsten Helfmann und Staatsministerin Silke Lautenschläger (rechts).

Doch nicht nur Politik stand auf der Tagesordnung, denn auch sportlicher Eifer wird in Eppertshausen hoch geschätzt und so erhielt unter anderem Hubert Hermann vom Tischtennisclub eine Urkunde, das Eppertshäuser Wappen und einen Ehrenschirm aus den Händen des Bürgermeisters sowie der eigens angereisten Staatsministerin Silke Lautenschläger.
Auch er empfindet sein Amt als nichts Außerordentliches, obwohl er ebenfalls verschiedene Stationen im Verein durchlaufen hat: „Die Arbeit im Verein hat mir immer sehr viel Spaß gemacht, aber als etwas Besonderes habe ich immer das Jugendtraining empfunden.“

Freude an ihrem Job im Verein haben gewiss auch die weiteren Geehrten aus folgenden Vereinen: Für den Turn- und Athletik-Verein Klaus Wenzel und Silvia Grewenig, für den Gesangsverein Liederkranz-Frohsinn Peter Murmann, für die Seniorenhilfe Christa Schmid, für die Freiwillige Feuerwehr Uwe Scharf, für den Odenwaldklub Jürgen Reinecke, für den Gesangsverein Germania Volker Seibert, für den Fußballverein Dieter Rörsch, Joachim und Andreas Weber, Iris Gotta, Katja Helfmann und Marion König sowie für die Union noch Elisabeth Müller.

Traum für die Zukunft geäußert

Und dass eine solche Vielzahl von Aktiven in Eppertshausen nicht zu belächeln ist, sondern dass ihnen die Wertschätzung aller gebührt, stellte Landesministerin Silke Lautenschläger in ihrer Rede deutlich heraus. Damit fasste sie die Meinung der Anwesenden treffend zusammen. Einen Traum für die Zukunft äußerte im Anschluss Marion König, sie ergriff als Sprecherin der Eppertshäuser Ortsvereine das Wort: „Vielleicht ist es ja eines Tages so, dass alle sich um ein Ehrenamt reißen. Die Vorstände sind in Überzahl besetzt, die Mitglieder streiten sich um die Teilnehmer-Listen und alle wollen Küchendienst machen.“ Möglicherweise ist ja die Auszeichnung und der Eppertshäuser Ehrenschirm ein solcher Anreiz, diesem Traum wenigstens ein bisschen näher zu kommen.

Quelle: op-online.de

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