Warte und Wanderer übers Wetter

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Diplom-Metereloge Dr. Werner Horst erklärte gestenreich das Wetter über Eppertshausen.

Eppertshausen - Seit einem Jahrzehnt ist es eine gute Tradition, dass einmal im Jahr die Naturschutzwarte des überregionalen Wanderverbandes Odenwaldklub im Eppertshäuser Haus der Vereine zusammenkommen, um sich dort über ein jährlich wechselndes Fachgebiet zu informieren. Von Jasmin Frank

„In diesem Jahr haben wir uns für Wetter und Klima entschieden, denn das ist sowohl für Naturschützer als auch für Wanderer stets sehr interessant“, informierte Manfred Hechler, Hauptnaturschutzwart des Odenwaldklubs.

Über 60 Teilnehmer, auch aus befreundeten Wander- und Naturschutzverbänden, waren deshalb nach Eppertshausen gekommen, um sich über das aktuell viel diskutierte Thema auf den neusten Stand zu bringen, darunter auch der Vereinsvorsitzende Karl Ohlemüller. Als Spezialist war Diplom-Metereloge Dr. Werner Horst eingeladen worden, der in seinem zweigeteilten Vortrag zunächst auf das Wetter einging, um dann auch die Klimaforschung zu beleuchten. „Beim Wetter betrachten wir die kurzfristigen Geschehnisse in der Atmosphäre; an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit. Wie weit die Wetterforschung eine Wettervorhersage treffen kann, bestimmen unsere Möglichkeiten, diese zu messen. Wetterelemente wie Luftdruck, Wolken, Wind, Sicht, Niederschlag, Gewitter und vieles mehr bestimmen die Vorhersagen“, informierte der Fachmann, der darauf hinwies, dass einzelne Wetterereignisse wie Orkane für sich alleine genommen keine Anzeichen eines Klimawandels darstellten, sondern dass man diese in Verbindung mit weiteren Ereignissen bringen müsse, um konkrete Angaben über die Entwicklung des Klimas machen zu können.

Auch ganz praktische Tipps hatte der Fachmann für die Naturschutzwarte parat und ging deshalb auch auf das von den Gästen gerne gehörte Thema der Bauernregeln ein. „Wetterbeobachtung wurde erst wichtig, als die Menschen sesshaft wurden. Von den alten Babyloniern ist uns eine ursprüngliche Regel erhalten geblieben, die heute noch Geltung hat: Wenn die Wolke dunkel ist, droht Regen“, schmunzelte Horst.

So einfach diese Formel sein mag, sie spricht doch für ein Phänomen aller Regeln die aus Sonnen-, Himmels- oder Tierbeobachtung resultieren: Wenn überhaupt, sind über sie nur kurzfristige Vorhersagen möglich. „Dass viele Eicheln einen harten Winter bringen, ist auf jeden Fall Unsinn, denn der Ertrag von Pflanzen orientiert sich stets am vergangenen Jahr und nicht am kommenden“, stellte der Meteorologe klar. Allerdings sei festgestellt worden, dass Tiere wie beispielsweise Pferde Gewitter wohl früher kommen hören als Menschen und dann mit Unruhe reagieren. „Auch ein sogenannter gut sichtbarer Hof um die Sonne herum ist ein gut erkennbares Zeichen, denn dann ist die Regenwahrscheinlichkeit besonders hoch“, so Horst.

Nach der Theorie und einer Mittagspause hieß es dann für die Teilnehmer, das Wissen praktisch zu unterfüttern, denn am Nachmittag ging es mit dem Bus in den Offenbacher Wetterpark, wo mit einer Führung weitere Kenntnisse erworben werden konnten. Die Teilnehmer der informativen Veranstaltung waren sich über deren Gehalt alle einig: Gerade Wanderfreunde, die im Naturschutz aktiv sind, konnten sich hier gut weiterbilden.

Quelle: op-online.de

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