Wechsel bei Frauen-Union

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Nachfolgerin erfolgreich gefunden und gewählt: Brigitte Pesl (rechts) beerbt Iris Frühwein um den Vorsitz der Frauen-Union Eppertshausen.

Eppertshausen - „Wenn der Vorsitz wechselt, erwarten die Leute immer neue Ideen und Projekte“, sagt Brigitte Pesl lachend. Seit Februar steht die 60-Jährige der Frauen-Union (FU) Eppertshausen vor. Sie löste damit Iris Frühwein ab, die nach acht Jahren den Vorsitz abgab. Von Michael Just

Dass die rund 18 politisch engagierten Frauen der CDU nicht lange auf neue Ideen warten müssen, machte Pesl bald klar: „Eppertshausen hat eine Reihe neuer Wohngebiete. Mir schwebt vor, alle neuen Mitbürger an einem Abend mal einzuladen und ohne großen Aufwand willkommen zu heißen.“Laut Pesl ist es wichtig, den Neubürgern zu sagen, dass sie gerne aufgenommen werden. Dabei hofft sie, dass auch möglichst viele Vereinsvertreter teilnehmen.

„Du kommst als Fremder und erhältst in der Regel nur wenig Hilfe“,weiß Pesl aus eigener Erfahrung. Sie selbst hatte es am Anfang schwer, Anschluss in Eppertshausen zu finden: „Als ich und mein Mann 1999 hierher kamen, gingen wir auf die Feste und kannten keine Menschenseele“, so die gebürtige Frankfurterin. Als ihr Vermieter sie dann einlud, einmal mit zur CDU zu gehen, wurden schnell Kontakte geknüpft. „Daher erklärt sich auch die Idee zum Kennenlernabend“,so Pesl, die keinen Hehl daraus macht, dass sie der CDU schon immer nahe stand. Trotzdem spielt die Politik, wie sie heraushebt, in der FU nur eine untergeordnete Rolle. Wichtiger sei für die Mitglieder das soziale Engagement und in Eppertshausen anzupacken, wo eine helfende Hand gebraucht wird.

So hat die FU schon Blumenkübel am großen Kreisel bepflanzt - eine Aufgabe, die man dieses Jahr auch wieder übernehmen will. Bei den jährlichen Müllsammelaktionen im Ort zeigt man ebenfalls regelmäßig Flagge. Zudem wird gekocht, Kuchen gebacken oder Spüldienste übernommen, wie etwa bei den Altennachmittagen. Viele Aktionen finden für den guten Zweck statt. Ein Beispiel ist der FU-Flohmarkt, dessen Erlös jedes Jahr einer karitativen Einrichtung zugute kommt. Manchmal werden auch Dinge direkt angeschafft, wie die Fahrradständer an der Bushaltestelle nahe der Kirche. „Das hat die Gemeinde kein Geld gekostet“,zeigt man sich stolz.

Wie ihre politische Karriere weitergeht und ob der Weg vielleicht sogar noch ins Eppertshäuser Parlament führt, darüber hat sich Pesl noch keine Gedanken gemacht. „Das lass‘ ich alles auf mich zukommen“, sagt die Köchin und ergänzt, dass sie sich eine politische Karriere eigentlich gar nicht vorstellen kann.

Diese Einstellung rührt weniger aus Angst vor der eigenen Courage als von der festen Überzeugung, dass man jüngere Generation verstärkt in die Politik einbinden sollte. „Alte Politiker gibt es genug“, sagt Pesl ohne Blatt vor dem Mund. Sie sieht es gerade als eine wichtige Aufgabe der Kommunalpolitik, sich um junge Menschen zu kümmern. „Man muss Kindern und Jugendlichen vermitteln, dass Politik nicht diese trockene Sache ist, wie sie oft im Fernsehen dargestellt wird.“Dabei legt sie Wert darauf, den Nachwuchs überparteilich ansprechen: „Ein starres Korsett und ein Parteidogma, dass immer nur die jeweilige Partei die beste ist, genau das ist hier fehl am Platz“,so Pesl.

Habe man Jüngere motiviert gelte es danach auch, hinter ihnen zu stehen und sie mit Rat und Tat zu unterstützen. Dass diese junge Garde am besten aus einer ganzen Reihe von Mädchen oder jungen Frauen besteht, wäre Pesl besonders recht: „Es schadet auf keinen Fall, mehr Frauen in der Politik zu haben.“

Quelle: op-online.de

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