Weihnachtsmarkt in Eppertshausen

Früchtchen tanzen auf der Zunge

+
Gute Laune – so wie bei diesen beiden Besucherinnen – ist das A und O beim Weihnachtsmarkt.

Eppertshausen - Wenn es regnet, ist das bekanntermaßen mit das größte Pech, das eine Freiluft-Veranstaltung ereilen kann. Zumindest im Sommer ist das so. Von Michael Just 

Im Winter mag noch die Chance bestehen, dass der Niederschlag in Form von Schneeflocken, und damit einem nicht ganz so feuchten Aggregatzustand, fällt. Da am Wochenende das Thermometer vier Grad vermerkte, zeigte sich die Option für einen weißen Eppertshäuser Weihnachtsmarkt leider als ausgeschlossen. Und so schauten die Organisatoren und die Beschicker vor dessen Beginn am Samstag um 14 Uhr immer wieder auf die Wetterseiten ihrer Smartphones, verbunden mit der Hoffnung, dass zumindest der Regen aufhört und die nächsten dunklen Wolken den Franz-Gruber-Platz links liegen lassen. Und tatsächlich, die Prophezeiungen der Wetterfrösche im Internet traten ein: Als Bürgermeister Carsten Helfmann und das Jugendorchester des Musikvereins 06 Urberach den Markt offiziell eröffneten, schlossen sich die Schleusen. Am Sonntag kam am Nachmittag sogar noch die Sonne raus.

Der mittlerweile 27. Weihnachtsmarkt kam mit rund 35 Ständen daher. Damit lag er nicht ganz an der Kapazitätsgrenze. „Im September schreibe ich immer unsere Stammgäste an und schicke ihnen eine Einladung samt Anmeldung zu“, sagt Dieter Hüllmandel von der Gemeindeverwaltung. In diesem Jahr musste er sich aber über ein paar Reservierungen ärgern: Die Standbetreiber kamen einfach nicht, und das ohne abzusagen, weshalb an einigen Punkten markante Lücken entstanden. Dafür stimmte die Mischung der Beschicker, die sich sehr ausgeglichen mit lokalen Vereinen und gewerblichen Verkäufern zeigte. Bei den lokalen Vereinen und Gruppen hielten die Feuerwehr, der OWK, das DRK, die Seniorenhilfe, der VdK, der Förderverein der Kita Sonnenschein, die Liederkranz-Frauen, der Weltladen, die katholische und die FVE-Jugend die Fahnen hoch. Nicht zu vergessen das Partnerschaftskomitee Chaource und der Partnerschaftsverein Codigoro. Mit Spezialitäten aus Frankreich und Italien stellten sie einen besonders beliebten Anziehungspunkt in ihren Zelten dar. Wie seit Jahren üblich schaute eine kleine Abordnung aus Codigoro vorbei. Nach dem Besuch im Sommer im Rahmen der Feierlichkeiten zum Bestehen der zehnjährigen Freundschaft war das 2013 nun schon die zweite Reise der Italiener über die Alpen, worauf aus Eppertshäuser Mund ein freudiges und glückliches „Benvenuti“ erfolgte.

„Sie haben wie immer Wein, Käse und Schinken dabei“, freute sich Ewald Gillner, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins, über die Vorzüge der Verschwisterung, die immer auch durch den Magen geht. Durch die nasskalten Glieder fuhr zudem eine „Mirtille“. „Was ist das, bitteschön?“, fragten sich nicht wenige bei diesem unbekannten Wort. Hinter der Theke im Codigoro-Zelt wussten Lutz Murmann und Herbert Weber sofort Rat: „Mirtille ist italienisch und bedeutet Blau- oder Heidelbeere“, sagte Lutz Murmann. „Es handelt sich hierbei um einen Aufgesetzten, sprich einen selbstgemachten Grappa mit Heidelbeeren“, erklärte Herbert Weber. Wer den Likör probierte, wollte sofort mehr, schon wegen den kleinen Früchten, die auf der Zunge tanzten. Wie die Abordnung aus Italien bei der Eröffnung ankündigte, will man im neuen Jahr besonders den Kontakt zwischen den Schulen und dem Nachwuchs fördern. Im April finde bereits der erste Austausch für ein Praktikum statt.

Glühwein und andere Leckereien in Eppertshausen

Glühwein und andere Leckereien in Eppertshausen

Für weitere Kurzweil auf dem Markt sorgten die zahlreichen Angebote zum Schlendern und Verweilen, dazu die Gesangvereine Germania und Liederkranz mit ihren weihnachtlichen Liedern, eine Kindertheater-Vorstellung in der Bürgerhalle und natürlich der Besuch des Nikolaus, der an beiden Tagen kam. Gegen die nasskalten Temperaturen empfahl sich ein warmer (!) Cocktail am Stand der katholischen Jugend sowie die Feuerzangenbowle von Michael Wildhirt. Den Weihnachsmarkt auf dem Franz-Gruber-Platz ergänzten drei Hobbykünstler im Rathaus. Deren noch geringe Zahl soll im nächsten Jahr ausgebaut werden, indem der Hobbykünstlerverein kontaktiert wird, der kürzlich in der Bürgerhalle ausstellte. Für deren Schau könnte dann der Sitzungssaal geöffnet werden. Und noch eine Neuerung ist laut Dieter Hüllmadel geplant: Die Abstände zwischen den Buden und Zelten sollen mit einem neuen Aufstellungsplan verkleinert werden. Damit ist das Ziel verbunden, dass es noch gemütlicher und heimeliger zugeht.

Quelle: op-online.de

Kommentare