Weihwasser erfrischt und bringt Segen

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Weihbischof Dr. Werner Guballa oblag gestern die Segenszeremonie im kürzlich eröffneten Anbau der Kindertagesstätte von St. Sebastian in Eppertshausen.

Eppertshausen ‐ Um den Segen von ganz oben erhalten zu können, bedarf es einer dafür qualifizierten Person und in der katholischen Kindertagesstätte Sankt Sebastian in Eppertshausen übernahm diese Aufgabe jetzt Weihbischof Dr. Werner Guballa. Von Jasmin Frank

„Für uns als christliche Einrichtung ist Gottes Segen sehr wichtig und sie unterstreicht unsere Ausrichtung“, erklärte Leiterin Gerlinde Ries-Schemainda. Doch bevor die neuen Räumlichkeiten in den Genuss der Segensworte kamen, übten die Kinder der lila Gruppe, die in dem betroffenen Gebäudekomplex untergebracht sind, noch einmal schnell ihr Begrüßungslied. Wohl fühlen sich die Steppkes ganz offensichtlich in ihren hellen, großzügigen Räumen. „Der neue Raum ist so schön, weil der alte nicht so schön war“, befand philosophisch die kleine Casey. Ihr Freund Paul hatte aber auch schon das Gefahrenpotential einiger Neuerungen ausfindig gemacht: „Die Podeste stehen jetzt woanders. Wir können von ihnen aus ins Bällchenbad hüpfen. Aber wenn man auf den Rand springt, kann es passieren, dass man auch die Fliesen trifft und dann tut es weh.“

Um solche Vorkommnisse zu vermeiden, war ja nun die Segnung einberaumt worden, soll sie doch Gottes Schutz auf die Einrichtung rufen. Nun musste die Gruppe, die auch Kinder unter drei Jahren aufnimmt, sich aber beeilen, denn die Segnungszeremonie konnte beginnen.

Bevor der Weihbischof zum Zuge kam, begrüßte Pfarrer Harald Christian Röper die anwesenden Gäste und wies auf den Charakter des Kindergartens hin: „Wir leisten als Kirche mit unserem Angebot einen Beitrag zur Trägervielfalt. Das soll nicht heißen, dass eine Einrichtung besser ist, als die andere. Gemeint ist, dass sie anders ist. Damit haben die Eltern die Möglichkeit, sich auszusuchen, wohin sie ihr Kind geben möchten.“

Doch nicht nur für die Familien soll die christliche Ausrichtung ein Signal sein, auch für die Erzieherinnen. „Sie sollen ein Zeichen setzen und zwar durch ihr Engagement, das über die üblichen Arbeitszeiten hinausgehen sollte. Auch bei Taufen von Geschwisterkindern sollten sie dabei sein und sie sollten sich die Zeit nehmen, auch mal ein krankes Kind zu Hause zu besuchen“, so Röper.

Die Kindergartenkinder setzten dann ihrerseits Zeichen und zwar für Jesus: Sie legten Edelsteine um eine brennende Kerze und nahmen dabei auf die Worte „lasset die Kinder zu mir kommen“ Bezug. Die Kerze sollte dabei Jesus symbolisieren und die wertvollen Steine die Kinder.

Einer der Jungen, Paul Opfermann, bekam dann von Pfarrer Röper noch eine hervorgehobene Rolle zugeteilt: Er sei quasi stellvertretend für seinen Vater, den evangelischen Eppertshäuser Pfarrer, anwesend und solle die Grüße aller an diesen ausrichten. Der Kleine nahm seine Pflichten zwar ein wenig schüchtern, aber doch standhaft wahr und erntete ein liebevolles Schmunzeln aller anwesenden Erwachsenen.

Nun war der große Augenblick gekommen und der Weihbischof segnete nach einem Gebet alle neuen Räume mit Weihwasser. Während die großen Gäste die Zeremonie andächtig verfolgten, freuten sich die kleinen über das erfrischende Nass in dem warmen Zimmer und hatten ihren Spaß. Und den sollen die Kinder in den neuen Räumen ja nun auch haben.

Quelle: op-online.de

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