Kleiner Weltladen wächst zum Verteilerzentrum

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Auf Eppertshausens Gruber-Platz erfahren die Besucher beim Frühstück mehr über fairen Handel und die Armut der Bauern.

Eppertshausen - „Zu vieel isst zu wnig“ steht auf dem Plakat vor dem Weltladen. „Na, da sollte sich mal einer mit Rechtschreibung auseinandersetzen“, dürften nicht wenige Passanten gedacht haben. Doch die orthografische Schwäche ist Absicht.

„Dass das ,e’ auf dem Plakat verrutscht ist, soll die Falschverteilung ausdrücken, die sich gerade auf unserer Welt zeigt“, erklärt Clemens Euler vom Weltladen. Da der Satz auf dem Plakat untereinander geschrieben ist, lässt sich auch interpretieren, dass etwas von Süden nach Norden gewandert ist. Damit ist das Nord-Süd-Gefälle in Sachen Wohlstand mit Blick auf Europa und Afrika gemeint.

„Das Plakat ist einfach genial. Das ist ein Hingucker“, sagt Euler. Jetzt stand der Satz, der auf die Kampagne „Öko + Fair ernährt mehr“ des Herstellers Naturland sowie dem Weltladen-Dachverband hinweist, beim bundesweiten Weltladentag im Mittelpunkt.

Kostenloses Frühstück mit fairem Kaffee

Auch die Eppertshäuser Einrichtung beteiligte sich auf dem Franz-Gruber-Platz am Weltladentag. Es gab ein kostenloses Frühstück, bei dem sich zahlreiche Produkte probieren ließen. Vor allem der fair gehandelte Kaffee wurde reichlich getrunken und verkostet.

Für das vergangene Jahr kann Euler erneut eine moderate Umsatzsteigerung vermelden. Denn mitterweile hat der Eppertshäuser Weltladen die Rolle eines kleinen Verteilerzentrums übernommen, bei dem andere Weltläden aus der Umgegend ihre Produkte kaufen und abholen. Das hängt damit zusammen, dass ein Regionalzentrum in Südhessen für Weltladenprodukte kürzlich schloss. Die Führungsrolle beflügelt die Eppertshäuser Mitarbeiter nun noch mehr, sich für die gute Sache zu engagieren. So wird der Weltladen ebenso auf der Gewerbemeile wie bei den Eppertshäuser Erlebnistagen vertreten sein.

Stärkere Rechte für Kleinbauern in der Dritten Welt

Das Plakat „Zu vieel isst zu wnig“ wird man deshalb nicht das letzte Mal im Ort gesehen haben. Es dient in erster Linie dazu, die Rechte von Kleinbauern in der Dritten Welt zu stärken, die von Großkonzernen immer mehr aus dem Markt gedrängt werden. Das fördert Hunger und Armut.

Des Weiteren wollen die Weltläden die umwelt- und klimafreundliche Lebensmittelproduktion weltweit ankurbeln. 

mj

Quelle: op-online.de

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