Weniger Einschlag im Wald

Eppertshausen ‐ „Was geht vor im Wald?“, war eine der Fragen, die auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung geklärt werden sollte. Beredt Auskunft gaben Revierförster Lothar Seipp und Forstamtsleiter Helmut Seitel. Von Jasmin Frank

„Im Haushaltsjahr 2008 erwarten wir einen Überschuss von gut 15 000 Euro, in diesem Jahr haben wir einen Betrag von etwa 8 000 Euro erwirtschaftet“, informierte Seipp zufrieden. Die gute wirtschaftliche Lage des Eppertshäuser Gemeindewaldes basiere vor allen Dingen auf zwei Fakten: Den steigenden Holzpreisen am deutschen Markt und der nachhaltigen Bewirtschaftung vor Ort.

„Der Holzbedarf kann nicht mehr aus dem hessischen und auch nicht aus dem gesamtdeutschen Ertrag gedeckt werden. Vor allem im Bereich des Nadelholzes ist der Preisanstieg enorm, aber auch das Laubholz ist gefragt“, erläuterte Seitel. Aber nicht nur der höhere Ertrag, sondern auch der reduzierte Aufwand im Forst vergrößere die Gewinnmarge, führte der Fachmann aus: „Wir setzen hier in der Region auf natürliche Verjüngung, was uns auch eine Zeitersparnis einbringt.“

Doch trotz des notwendigen Blickes auf die ökonomische Nutzung des Waldes steht für die Experten die Nachhaltigkeit im Vordergrund, so wird von den Kiefern, Eichen und Buchen stets weniger entnommen, als nachwächst. Anders sieht es bei den Fichten aus, die wegen ihrer Anfälligkeit nach und nach durch andere Arten ersetzt werden sollen. Auch werden sogenannte „Habitat“-Bäume besonders geschützt, bieten sie doch durch ihre Höhlen besondere Lebensräume für Spechte, Fledermäuse und andere Arten.

Im vergangenen Jahr wurden wieder einige Waldwege ausgebessert, so die westlich der Gemeinde gelegene Oberwaldschneise und die Hüttenschneise. Zudem wurden Ausgleichsmaßnahmen für das Neubaugebiet „Im Eichstumpf“ vorgenommen, indem im Aarland, das zwischen Münster und Eppertshausen liegt, neue Eichen gesetzt wurden. Auch wurden zahlreiche Pflegemaßnahmen im Wald realisiert, die sich vor allem dem Wildwuchs widmeten, der die gepflanzten Bäume bedrängt. Er wurde zurück geschnitten.

Die Vorstellung der vielfältigen Maßnahmen wurde mit einer ansprechenden Bebilderung durch Förster Seipp veranschaulicht. Bei der Lichtbild-Projektion konnten beeindruckende Vollernter und andere Maschinen der Forstmitarbeiter bestaunt werden.

Zum Abschluss erfolgte noch ein Aufruf an die Bürger: Es soll kein Müll im Wald abgeladen werden, auch kein organischer wie beispielsweise Rasenmaat.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Hanspeter-Bolliger / Pixelio.de

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