Wenn Jens die Flammenwand aufhält

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Jugendfeuerwehrwart Frank Herd hat seine Schützlinge von der Harpertshäuser Jugend im Blick – bei der Bezirksübung im Eppertshäuser Wald hatten es die Nachwuchs-Feuerwehrmänner mit einem Waldbrand zu tun.

Eppertshausen - Ein Konvoi zahlreicher Feuerwehrautos braust mit hoher Geschwindigkeit sowie Blaulicht und Sirene aus dem Eppertshäuser Gewerbegebiet Park 45 Richtung Messeler Wald. Ist ein Feuer ausgebrochen? Zum Glück nicht, aber für den Ernstfall wird schon einmal geprobt, denn die Feuerwehr will auf jede Notlage vorbereitet sein. Von Jasmin Frank

An diesem Samstag steht die einmal jährlich ausgetragene Bezirksübung auf dem Programm, an der Jugendfeuerwehren aus dem ganzen Umkreis teilnehmen, so sind neben Eppertshausen und Münster unter anderem Dieburg, Babenhausen, Langstadt und Schaafheim mit von der Partie. Sogar aus Urberach sind Teilnehmer dabei, denn wenn auch die Brandschützer der Nachbargemeinde nicht offiziell zum Bezirk gehört, ist sie doch eng mit dem diesjährigen Veranstalter, der Freiwilligen Feuerwehr Eppertshausen, befreundet.

Wer älter als zehn Jahre ist und sich der Eppertshäuser Jugendfeuerwehr anschließen möchte, kann dienstags und mittwochs um 18.30 Uhr ins Feuerwehrhaus im Niederfeld kommen.

Insgesamt sind etwa 200 Jugendliche mit ihren Gruppenführern im Einsatz, um ein durchaus realistisches Szenario durchzuexerzieren: Nach einem trockenen Frühjahr und heißem Sommer ist ein Waldbrand ausgebrochen, dessen Flammenfront sich in der Nähe des Steinbruchteichs in der Messeler Gemarkung auf dem Vormarsch befindet. Die Position des Feuers ist wohldurchdacht, so können die jungen Feuerwehrleute ihre Schläuche mittels Pumpen direkt aus dem See auffüllen.

Alle sind konzentriert bei der Arbeit, rollen Schläuche aus und eilen in Kleingruppen in den Wald, um sich in einer Linie der imaginären Feuerwalze entgegen zu stellen. Mit vorne dabei sind Tjark Schoeltzke (13) und Robin Stork (14) aus Münster: Seit ihrem zehnten Lebensjahr sind sie bei der Jugendfeuerwehr, treffen sich einmal pro Woche mit ihren Kollegen und üben sich in Theorie und Praxis. Ihr Gruppenführer Stefan Schneider weist darauf hin, dass dabei zwar der Spaß nicht zu kurz kommen darf, doch die Übungen vor Ort auch für ihn noch immer etwas besonderes sind.

Ein paar Meter weiter im mittlerweile schon sehr feuchten Wald stehen Elisabeth Müller (14) und Jens Naumann (13) und versuchen unauffällig, nicht nur das Feuer, sondern auch ihre Münsterer Kameraden mit etwas Wasser zu erfrischen. Elisabeth ist begeisterte ‚Feuerwehrfrau’, schon früh ist sie mit ihrem Vater mitgegangen und war gleich von dessen Hobby begeistert. Auch wenn sie sich als Mädchen in dieser Jungendomäne sehr wohl fühlt und, wie ihr Partner am Wasserschlauch, Jens, betont, niemals geärgert oder mit Vorurteilen konfrontiert wird, hat sie sich weibliche Verstärkung mit ins Boot geholt: Ihre Freundin Anna Kraft (14) begießt in der Nähe mit Jens’ Bruder Sven (11) ihr Stück Wald. Die Wasserschlacht macht den Jugendlichen sichtlich Spaß und in ein paar Jahren sind sie dann fit für den ‚echten’ Einsatz.

Quelle: op-online.de

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