SPD lud ans Haus Westermann ein

Wiesenfest läuft gemütlich an

Im gemütlichen Rahmen spielte sich das SPD-Wiesenfest am Haus Westermann ab.

Eppertshausen - (mj) „Es werden keine Besucher gezählt, jeder wird bewirtet“, scherzte ein Genosse am Sonntagmittag um die Essenszeit am Haus Westermann mit einer Portion Ironie aufgrund des überschaubaren Menschenauflaufs. „Nein, es ist doch kaum noch Platz“, kam die Antwort ebenfalls ironisch von einem Parteifreund zurück, der gerade das Anwesen hinter dem Sportzentrum betrat.

Der Dialog offenbarte, dass es die lokalen Genossen mit Humor nahmen, dass das Wiesenfest um die Mittagszeit alles andere als frequentiert war und es noch genügend Platz unter den leuchtend roten Schirmen gab. Zwei Gründe lagen dafür auf der Hand: Zum einen war das Wetter am Sonntag äußerst durchwachsen und um kurz vor zwölf gingen sogar vereinzelt ein paar Regentropfen hernieder. Zum anderen wurde am Vorabend das Berta-Pägelche-Fest gefeiert, was nicht wenige Eppertshäuser zum Spanferkelessen anzog.

So waren die Genossen zum Mittagessen weitestgehend unter sich, der Nachmittag mit Kaffee und Kuchen war dann etwas stärker besucht. Insgesamt präsentierte sich die Runde zu Beginn als klein, aber dennoch gemütlich.

Wie lange es das Wiesenfest schon gibt, kann Altbürgermeister Herbert Weber beantworten. „1977 haben wir damit auf dem Feldhandballplatz Richtung Messel angefangen“, erinnert sich der Politiker, der von 1991 bis 2003 die Gemeinde regierte. Das Jahr blieb ihm vor allem wegen einer Bildunterschrift eines Reporters bei einem anderen Fest ein Jahr zuvor in Erinnerung: „Der Vater lässt sich das Bier schmecken“ stand unter einem Foto, das seine zwei Kinder im Kinderwagen zeigte und einen Mann direkt nebendran, der sein Bier genoss. „Dabei war ich der Vater und nicht er“, lacht Weber heute über den rasenden Reporter, der damals besser nochmals nachgehakt hätte.

Mit den Wiesenfesten der 70er und 80er Jahre verbindet der Altbürgermeister Veranstaltungen, die noch viele Menschen anzogen. „Das war die goldene Zeit der SPD“, sagt er und blickt auf Besucherzahlen, die an die Zahl von 150 Gästen grenzten. Um den Gästen das Fest attraktiv zu machen, habe man beim Endspiel einer Fußballweltmeisterschaft, das in den 80ern einmal parallel zu einem Wiesenfest-Termin fiel, extra einen Fernseher zum Feldhandballplatz gefahren, damit die Besucher bloß nichts verpassen. Mit dabei ein Generator, denn Strom habe da es „da draußen“ nämlich nicht gegeben.

Wie Weber über zwei Jahrzehnte später auch mit einem Lachen zurückblicken kann, habe sich die Aktion aber nicht gelohnt: „Weil Deutschland im Finale stand, haben sich die meisten das Spiel dann doch lieber zuhause in Ruhe am eigenen Fernseher angeschaut.“

Dass die Wiesenfeste damals ein Renner waren, führt Heinz Dony darauf zurück, dass sich damals das Zusammengehörigkeitsgefühl im Ort noch anders präsentierte. Zudem seien nur wenige auf Feste nach außerhalb gefahren. Heute jage ein Fest das andere. So sei es bei der Organisation mittlerweile mit am wichtigsten, gründlich zu gucken, dass am gleichen Wochenende keine oder kaum andere Veranstaltungen sind. „Damals hat man in diese Richtung nicht groß überlegt. Heute sind wir sogar soweit, dass wir das Fernsehprogramm miteinbeziehen müssen“, weiß Dony. Für ihn selbst sei das nie ein Thema gewesen: „Wenn ich fernsehen will, kann ich das auch noch später tun.“

Quelle: op-online.de

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