Wissen, wer wann wohin unterwegs ist

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Eppertshausen -  Wenn sein Ort wächst, freut sich der Bürgermeister. Auch der Eppertshäuser Rathauschef Carsten Helfmann sieht mit Wohlgefallen Gewerbeflächen und Wohngebiete wachsen – sowohl im Westen den Park 45 wie das Wohngebiet Im Eichstumpf im Osten Eppertshausens.

Doch bringt Wachstum auch mehr Verkehr in Form von mehr Lastern und Autos mit sich – um zu erfahren, wer wann wohin fährt und diese Ströme am Ende ein wenig steuern zu können, lässt die Gemeinde ein sogenanntes Verkehrsentwicklungskonzept ausarbeiten.

„Ein Ziel, das wir erreichen wollen, ist, Durchgangsverkehr von den Wohngebieten fern zu halten“, erläutert Carsten Helfmann. Einige Autofahrer durchquerten nicht, wie gewünscht, auf der Hauptstraße den Ort, sondern suchten sich ihren Weg zum Beispiel durch Niederfeld, Kettlerstraße und Sandweg. „An bestimmten Stellen haben wir die Fahrzeuge mehrfach erfassen lassen. Nicht nur die Anzahl, sondern auch Nummernschilder“, führt der Bürgermeister aus.

Dieser Verkehr ohne Verbindung zum jeweiligen Wohngebiet hat laut der Zählungen zugenommen – auch wenn bei der Vergleichsmessung im Jahr 2007 zu einer anderen Tageszeit gezählt worden ist als im Oktober 2008. „Die Autofahrer wollen die vier Ampeln auf der Hauptstraße umgehen“, meint der Bürgermeister. Wie Planer und Verwaltung den Weg durchs Wohngebiet unangenehmer gestalten können, ist aber nicht so einfach. „Nachdem wir die Einfahrt in die Beethovenstraße verboten haben, haben sich Anwohner von Parallelstraßen beschwert, bei ihnen hätte der Autoverkehr zugenommen“, führt Helfmann aus. Man müsse sich entscheiden: „Entweder wir verbieten für noch mehr Straßen die Durchfahrt, oder heben das eine Verbot wieder auf“, meint der Rathauschef.

Ein Problem mit Lkw-Verkehr kann er an keiner Stelle im Ort erkennen. „Die Quote der Laster ist nirgends über drei Prozent“, rechnet er vor. Die Planer von Mörner und Jünger hatten fünf Prozent als „Schmerzgrenze“ ins Spiel gebracht. Freilich hätten die Zählungen mit Geräten und Personal vor allem im Westen eine Zunahme ergeben. „Aber die haben wir erwartet und wollen sie an dieser Stelle auch. Schließlich ist es ein Gewerbegebiet“, stellt Helfmann klar.

Dennoch hat das Planungsbüro eine Liste mit Mängeln erstellt: So sei es erforderlich, sämtliche Ortseingänge umzugestalten. Im Osten sei dies durch den Bau des Kreisverkehrs bereits geschehen – ein weiterer soll noch in diesem Jahr die gefährliche Kreuzung an der Einfahrt von Münster kommend entschärfen. Im Nordwesten sollen zwei Fahrbahnteiler für niedrigere Geschwindigkeiten sorgen. Immerhin rund 10 000 Fahrzeuge passieren dort täglich das Eppertshäuser Ortsschild.

Als weiteren Punkt nennt die Mängelliste zu wenige Möglichkeiten, sicheren Fußes die andere Seite der Hauptstraße zu erreichen. „Die sind bereits in den Plänen zur Umgestaltung der gesamten Hauptstraße eingearbeitet“, erläutert Helfmann. Mehrere Verkehrsinseln sollen nach dem Umbau den Weg von der einen zur anderen Straßenseite verkürzen und somit sicherer machen.

Was die Finanzierung der Umgestaltung und Kreisel angeht, hofft Helfmann auf Unterstützung aus Wiesbaden. „Wenn wir in das Landesprogramm für Gemeindestraßen kommen, sind Zuschüsse bis zu 75 Prozent möglich“, hofft der Rathauschef. Denn günstig wird das neue Gesicht für Eppertshausen auf keinen Fall – allein die Umgestaltung der Ortseinfahrten kostet zwischen 30 000 und 50 000 Euro. Vollständig aus der Gemeindekasse stammen die 40 000 Euro für die Arbeit des Planungsbüros. „Verteilt auf vier Jahre ist das aber in Ordnung“, sagt Carsten Helfmann.

Quelle: op-online.de

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