Große Mehrheit im Eppertshäuser Parlament beschließt Lärmschutz zwischen Wohngebiet „Im Eichstumpf“ und Kreisstraße

Wohnhäuser verschwinden hinter Wand

Eppertshausen - Seit zwei Jahren tun sich die Eppertshäuser Parlamentarier mit der Entscheidung schwer, wie denn das neue Wohngebiet „Im Eichstumpf“ vor dem Lärm der benachbarten Kreisstraße zu schützen sei. Von Alexander Klug

Bei ihrem jüngsten Treffen hat die Gemeindevertretung nun einen Schlussstrich unter die lange Zeit der Unentschlossenheit gezogen: Mit deutlicher Mehrheit beschloss sie die Errichtung einer sogenannten Gabionwand für 150 000 Euro – das Bauwerk besteht aus einem Drahtgerüst, das mit Erde gefüllt bepflanzt wird. Doch stammten Ja- und Nein-Stimmen sowie Enthaltungen aus allen vertretenen Fraktionen.

Es kann im neuen Wohngebiet keiner einziehen, solange die Wand nicht steht“, stellt Bürgermeister Carsten Helfmann klar. Die Zeit sei langsam knapp geworden: Die Bagger und Laster rollen bereits auf dem Areal nördlich der Straße Richtung Hergershausen. „Es geht dabei nicht um eine politische Entscheidung, sondern um eine gesetzliche Vorgabe, die wir einfach einhalten“, sagt der Rathauschef. „Es wurde Zeit, dass das Thema erledigt wurde.“

SPD -Fraktionschef Andreas Larem führte aus, dass die SPD seit langem einen Wall statt einer Wand zwischen Kreisstraße und Baugebiet bevorzugt hätte – eine Überlegung, die die Unions-Mehrheit jedoch nicht aufgegriffen habe, da ein Wall deutlich mehr Fläche und somit Bauplätze gekostet hätte. Deswegen könne seine Fraktion nicht zustimmen.

Wo die Entscheidung gefallen ist, soll es schnell gehen: Als nächsten Schritt macht sich die Verwaltung mit einer Ausschreibung auf die Suche nach der günstigsten Firma – schon im Herbst soll die Wand entlang der Babenhäuser Straße in die Höhe schießen. 2,50 Meter hoch soll sie sein und vollständig bepflanzt mit immergrünen Gewächsen wie Efeu oder wildem Wein.

Bürgermeister Helfmann ist froh, die Entscheidung vom Tisch zu haben: „Es gab schon den einen oder anderen Bürger, zum Beispiel aus dem Failisch, der gefragt hat, warum er denn keine solche Mauer bekomme“, führt der Verwaltungschef aus. „Vor seinem Haus würden schließlich genau so viele Autos fahren wie ein paar Meter weiter.“ Das Gesetz gelte aber nur für Neubaugebiete, nicht hingegen rückwirkend, erläutert Helfmann.

Auf dem 6,3 Hektar großen Baugebiet sollen insgesamt an die 110 Häuser entstehen, davon die Hälfte auf gemeindlichem Gelände. 1,6 Millionen Euro hat die Gemeinde für die Erschließung mit zwei Kilometern Straße und Kanälen, Sanierung der Straße Im Failisch, Kreisverkehr und Bushaltestelle hingeblättert.

Im Wohngebiet hinter der Lärmschutzwand will ein Eppertshäuser Unternehmer ein Grundstück von der Gemeinde erwerben – ebenfalls ein Thema fürs Parlament, denn so mancher stößt sich am Zehn-Prozent-Rabatt, den der potenzielle Käufer auf den regulären Preis fürs 1 300 Quadratmeter-Areal bekommen soll. Diesen erhält er wegen des Kindes, mit dem er in den Eppertshäuser Osten ziehen will. Es sei bereits Ermäßigung genug, den Rabatt auf 600 Quadratmeter zu gewähren, argumentierte SPD -Mann Hans-Joachim Larem. Schließlich wolle man damit Familien mit geringeren Einkommen unterstützen. Doch fand die SPD mit ihrem Vorschlag kein Gehör in der Versammlung, deren Mehrheit billigte den rabattierten Verkauf des kompletten Grundstücks.

Quelle: op-online.de

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