Zuwachs durch Familienförderung

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Das Neubaugebiet Im Eichstumpf lockte viele Neubürger nach Eppertshausen.

Eppertshausen - Eppertshausen und Münster haben ein besonderes Verhältnis: An sich wird eine harmonische Nachbarschaft praktiziert. Von Jasmin Frank

In den kommunalen Gremien wird immer häufiger zusammengearbeitet, die Einwohner verstehen sich und heiraten sogar untereinander, aber an Fastnacht, da wird an boshaften Seitenhieben auf die jeweils andere Kommune nicht gespart.

Jetzt bietet sich den närrischen Redenschreibern, die das ganze Jahr über fleißig für ihre Vorträge lokale Begebenheiten sammeln, neues Futter: Nach statistischen Informationen vom Landkreis Darmstadt-Dieburg schrumpft die an sich größere Gersprenzgemeinde Münster, während die kleine Nachbarkommune deutlich aufholt.

Im vergangenen Jahr hat sich die Münsterer Einwohnerzahl um immerhin acht Personen verringert, während Eppertshausen 120 Menschen zusätzlich aufweisen konnte. Dadurch hat die Ortschaft zudem einen erheblichen Anteil an der Gesamtzunahme im Landkreis, die sich auf 281 Personen beläuft. Und der Trend geht weiter: Wegen der vielen Zuzüge konnte nun sogar der 6 000. Bürger im Ort verzeichnet werden.

Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen gewonnen

Gründe dafür gibt es viele und Bürgermeister Carsten Helfmann wird nicht müde, sie aufzuführen: Neben der günstigen Lage zwischen Aschaffenburg, Darmstadt und Frankfurt und der vielseitigen Vereinslandschaft, sei auch die Bezuschussung von Familien, die in den Neubaugebieten ein Grundstück erwerben, ein Ansiedlungsbonus. „Wir haben gerade die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen für uns gewinnen können, also Personen, die sich in der Phase der Familiengründung befinden“, erläutert der Rathauschef. Eppertshausen freut sich daher zurzeit über einen Geburtenüberschuss, es werden also mehr Menschen geboren als Todesfälle zu verzeichnen sind.

Doch damit kommen auch neue Aufgaben auf die Gemeinde zu: Die Kinderbetreuung muss ausgebaut werden und das ist nicht immer einfach, wie kürzlich festgehalten wurde (wir berichteten). Schon jetzt gibt es nur theoretisch Betreuungsplätze für Kinder unter zwei Jahren, die praktische Umsetzung konnte noch nicht vollzogen werden. Auch für Schulkinder ist das Angebot knapp: Sowohl die Plätze der betreuten Grundschule als auch die des Horts werden stark nachgefragt.

Dennoch sieht sich die Gemeinde auf einem positiven Weg und freut sich, dass so viele Familien aus dem Landkreis Offenbach und den benachbarten Städten Rödermark, Rodgau und Dietzenbach den Weg ins Eppertshäuser Neubaugebiet „Im Eichstumpf“ gefunden haben.

„In Eppertshausen scheinen eben zwei Sonnen!“

Eppertshausens Hauptamtsleiter Dieter Hüllmandel sieht noch einen weiteren Vorzug in Eppertshausen: Die neue Bürgerhalle. „Sie ist ein Knaller“, befindet Hüllmandel, und Helfmann ergänzt: „Insgesamt belaufen sich die Kosten für das Projekt auf 4,5 Millionen Euro, davon bezahlen wir drei Millionen Euro, der Rest wird finanziert.“ Die beiden freuen sich schon heute auf die Eröffnung der Halle, denn als besonderer Gast wird Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erwartet.

So viele Gründe also rein sachlich für die zunehmende Belebung Eppertshausens sprechen, wissen es doch die Alteingesessenen besser, denn sie kennen ein altes Sprichwort, das durchaus auch einen Grund dafür gäbe, sich in der kleinen Gemeinde niederzulassen: „In Eppertshausen scheinen eben zwei Sonnen!“

Quelle: op-online.de

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