Ja zur Zweck-Ehe

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Gestern unterzeichneten (vorne von links) im Trauzimmer die Bürgermeister Carsten Helfmann (Eppertshausen), Dr. Werner Thomas, Walter Blank (Münster) und Udo Henke (Messel) den Vertrag über den Standesamtsbezirks Dieburg.

Eppertshausen/Münster/Dieburg ‐   Es lag nicht nur am Weihnachtsstollen, der auf dem Tisch stand, dass gestern Morgen im Rathaus Stimmung aufkam - schließlich kommt es nicht alle Tage vor, dass Standesämter heiraten. Von Lisa Hager

Ab 1. April werden die bisherigen Standesämter Dieburg, Münster, Eppertshausen und Messel zu einem einheitlichen Standesamtsbezirk Dieburg zusammengeführt. Eine entsprechende öffentlich-rechtliche Vereinbarung haben die Bürgermeister der betroffenen Kommunen jetzt unterzeichnet.

Von der Zusammenlegung verspricht man sich „Synergieeffekte in so schwierigen Zeiten wie diesen“, wie es Eppertshausens Bürgermeister Carsten Helfmann ausdrückte. Diese „interkommunale Zusammenarbeit“ wird auch vom Land Hessen unterstützt: 100.000 Euro gibt es an Zuschüssen dafür. „Es müssen in Dieburg beispielsweise zwei neue Trauzimmer eingerichtet werden“, erläuterte Dieburgs Bürgermeister Dr. Werner Thomas.

Befürchtungen konnten zerstreut werden

Die Verhandlungen über die Zusammenlegung liefen im Hintergrund schon geraume Zeit. Im Dieburger Rathaus war es vor allem Thilo Beilstein, der immer wieder verhandelt hatte, bis ein unterschriftsreifer Vertrag zustande kam. Diesem haben auch alle Gemeindevertretungen zugestimmt - wenn auch nur in den Fällen von Dieburg und Münster einstimmig. Bei den Parlamentariern der beiden kleineren Kommunen, Messel und Eppertshausen, gab es wohl Ängste, dass damit der Anfang vom Ende der Selbstständigkeit begonnen habe. „Aber die Befürchtungen konnten zerstreut werden“, sagte Messels Verwaltungschef Udo Henke.

Obwohl ab 1. April alle Heiratsangelegenheiten in Dieburg abgewickelt werden, kann man sich weiterhin in den Rathäusern der anderen Gemeinden informieren. „Wer den Wunsch hat, kann sich auch Münster trauen lassen“, betonte der Bürgermeister der Nachbargemeinde, Walter Blank. Allerdings würde das Gros der Trauungen künftig sicher in Dieburg abgewickelt. Bislang traten dort jährlich rund 100 Paare vor den Standesbeamten - ebenso viele in Münster. In Eppertshausen gaben sich maximal 30 Paare das Ja-Wort. In Messel „sind es 15 - und wenn ich gut zurede, 20“, scherzte Henke.

Quelle: op-online.de

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