Zwei Schulen, eine Bücherei

+
Auch Jungs greifen verstärkt zur Lektüre, wenn das Angebot so groß ist, wie in der neuen Bücherei der beiden Eppertshäuser Schulen.

Eppertshausen - Der Schulgong ertönt, die langersehnte große Pause ist da und die Kinder der Eppertshäuser Stephan-Gruber- und der Mira-Lobe-Schule strömen auf den Hof. Von Jasmin Frank

Doch nicht alle bleiben dort – ein großer Teil läuft zielstrebig weiter und eilt die große Metalltreppe ins Obergeschoss des Verwaltungstraktes hinauf.

„Wir gehen in die neue Bücherei, die ist jetzt riesig groß und ganz hell“, erzählt die neunjährige Jule, die mit ihrer Freundin Annila auf der Suche nach neuem Lesestoff ist. Doch bevor es an die Auswahl neuer Lektüre für zu Hause geht, lassen sich die beiden Mädchen erst einmal auf der Couch in der neu eingerichteten Leseecke nieder. „Wir haben jetzt viel mehr Auswahl als früher und alles ist übersichtlicher geworden. Bevor es die neue Bücherei gab, lagen manchmal die Bücher sogar einfach auf Tischen herum“, meint Annila empört, die sichtlich überzeugt ist von dem neuen, in ihren Augen viel ordentlicheren, System.

„Wir haben jetzt eine Bücherei für beide Schulen“

Das muss es auch sein, weiß Christiane Buysch vom Bücherei-Team der Stephan-Gruber-Schule. Sie erzählt: „Wir haben jetzt eine Bücherei für beide Schulen, was sehr begrüßt wird. Die Zusammenarbeit gelingt gut und es stehen nun viel mehr Bücher zur Auswahl. Deshalb sind wir seit etwa vier Wochen mit acht Mitarbeitern damit beschäftigt, die etwa 1000 Exemplare nicht nur zu sortieren, sondern auch mit Barcodes zu versehen. Fertig sind wir aber noch nicht, deshalb sind auch noch ein paar Regal leer.“

Schon wenige Minuten nach Pausenbeginn hat sich an der Ausgabestelle eine lange Schlange gebildet und Lisa Ruppert, die als Ein-Euro-Kraft von der Mira-Lobe-Schule für die Schulbücherei bereitgestellt wurde, erzählt fröhlich: „Mit den Barcodes geht es viel schneller als früher und die Kinder warten alle geduldig ab.“ Hier werde nicht gedrängelt oder geschubst, manche fingen einfach auch schon mal damit an, in ihren Büchern zu lesen.

Die junge Frau erklärt den Schülern geduldig genau, wie lange ein Buch ausgeliehen werden kann, wo sie bestimmte Bücher finden können und sie hat für alle ein freundliches Wort. Durch den größeren Raum, der nun zur Verfügung steht, gibt es zwei Bereiche, in denen sich die Kinder hinsetzen und in Ruhe schmökern können, vor allem die Guinness-Buch-der-Rekorde-Ausgaben sind sehr beliebt. Um einen Tisch schart sich eine Gruppe von Mädchen und betrachtet sich zugleich fasziniert und abgeschreckt die dicksten Menschen der Welt. Am Nachbartisch sitzen fein säuberlich getrennt die Jungen, die genau der gleichen Beschäftigung nachgehen und sich größte, kleinste und stärkste Menschen anschauen. Schnell wird deutlich: Die Kinder haben nahezu die gleichen Vorlieben. „Wir mögen es einfach, hier in den Pausen zu sitzen und zu lesen, vor allem die Rekorde-Bücher. Aber ich leihe mir auch sehr gerne etwas aus und es war wirklich schade, als die Bücherei so lange zu war und ich gar keinen Lesestoff mitnehmen konnte“, meint Viertklässler Milo.

Näher liegender und schneller erreichbar als die öffentliche Büchereien

Der Weg in die Schulbücherei ist für viele Kinder näher liegender und schneller erreichbar als die öffentliche Büchereien, zu denen sie nachmittags eigens hinradeln müssen. „In den Pausen sind wir sowieso hier, da habe ich mir ganz schnell ein neues Buch geholt“, weiß Milo. Er genießt, wie die Mädchen auch, die neue Sortierung der Bücherei: Buchreihen und Bände von bekannten Autoren wie Astrid Lindgren sind auf einen Blick zu sehen, ebenso wurden alle Sachbücher thematisch sortiert. „Jetzt finden wir sofort unsere Lieblingsbücher über Sport und Fußball“, meint Milan, der gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Milo die Regale durchstöbert. Und auch Jule und Annila sind sich einig: „Wir haben gleich das Regalfach mit dem „magischen Baumhaus“ ausfindig gemacht, jetzt stehen die Bücher zusammen und sind nicht mehr überall verstreut. Hier greifen wir zu.“

Und genau vor diesem Regal trifft dann auch der Jungen- auf den Mädchentisch, denn diese Buchreihe scheint für alle spannend zu sein und wird sofort ausgeliehen.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare