Zweite-Hand-Kleider der Narretei

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Ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener - in Eppertshausen war für jedes Alter etwas dabei.

Eppertshausen - Hüte, Mützen und Perücken stapelten sich am Samstag auf den Tischen der Eppertshäuser Mehrzweckhalle und zahlreiche Kleiderständer bogen sich unter der Last von glitzernden Kleidern und bunten Anzügen: Der alljährliche Fastnachtsbasar hatte Einzug gehalten. Von Jasmin Frank

„Wir haben dieses Mal etwa 700 Kostüme von 42 Verkäufern im Angebot und es sind unzählige Besucher gekommen, um zu stöbern“, freute sich Juliette Butz vom Organisationsteam der Kindertagesstätte Sankt Sebastian. Aus Münster war eine kleine Fastnachtsgruppe eingetroffen, die stets zu viert auf die Sitzungen geht und die schon kurz nach der Öffnung des Basars trotz des fast unüberschaubar scheinenden Gewusels von Jecken und Narren fündig geworden war. „Wir haben uns für vier Till Eulenspiegel-Kostüme entschieden, die sehen lustig aus und haben fesche Hüte“, schmunzelte Thomas Müller, der, während er mit seinen Freunden posierte, das Gelächter des Nachwuchses zu hören bekam. „Die sehen alle so lustig auf“, befand die kleine Philine und prustete laut los.

Auch Gruppen konnten sich in Eppertshausen ausstatten, so ging hier vier Mal Till Eulenspiegel nach Münster.

Die Kleingruppe war sich einig, dass auf keinem Fastnachtsbasar der Region so ein reges Treiben herrsche wie in Eppertshausen, und dem stimmten sogar waschechte Fastnachter aus Dieburg zu. „Wir waren schon auf dem Dieburger Basar, sind aber nicht fündig geworden, aber hier habe ich gleich ein lustiges Kostüm für meinen Mann erstanden“, strahlte Christa Herz und setzte ihrem Gatten Heinz gleich noch ein fröhliches Hütchen auf den Kopf. Herz kennt sich gut aus, besucht sie doch stets mehrere Sitzungen und die Umzüge. „In manchen Jahren gibt es regelrechte Trends, so waren schon die Schlümpfe dran und im vergangenen Jahr die Piraten. Aber für diese Saison konnte ich noch nichts Herausragendes entdecken“, meinte die Dieburgerin, die während der närrischen Tage gerne mit ihrer FDH-Gruppe, die für „Fit durch Heinz“ steht, unterwegs ist.

Einnahmen kommen Samariterfonds zugute

Das turbulente Treiben in der Mehrzweckhalle diente jedoch nicht ausschließlich dem Spaß der Fastnachter, sondern auch einem guten Zweck, wie Kindertagesstättenleiterin Gerlinde Ries-Schemainda erläuterte: „Das Geld, das über den Basar eingenommen wird, kommt dem Samariterfonds der Einrichtung zu Gute, aus dem Familien unterstützt werden, die Ausflüge und Theaterfahrten nicht ohne weiteres finanzieren können. Wir müssen leider feststellen, dass immer mehr Familien betroffen sind.“ Das Bildungs- und Teilhabeprogramm des Familienministeriums könne solche Eigeninitiativen nicht ersetzen, meinte die Fachfrau und führte aus: „Diese Konzepte sind viel zu bürokratisch, es werden gleich mehrere Leute gebraucht, um die Formulare abarbeiten zu können. Unser Fonds wirkt unbürokratisch und zeitnah, das ist eine Hilfe, die wirklich bei den Familien ankommt.“

Während Kinder und Erwachsene derweil auf der Suche waren und mit Tüten bepackt zur Kasse strebten, waren auch einige Jugendliche von den farbenfrohen Kostümen angetan. „Wir finden Fastnacht richtig cool und verkleiden uns auch. Allerdings nicht mehr als Feuerwehrmann oder Cowboy wie früher als Kind, jetzt ziehen wir uns einfach etwas Buntes und Lustiges an“, meinte der zwölfjährige Simon, der mit seinem Freund Gita unterwegs war und riesige braune Köpfe aufprobierte.

Die nächste Großveranstaltung der Kindertagesstätte findet am 20. April statt, dann wird es einen Tag der offenen Tür geben, an dem der alltägliche Ablauf in der Einrichtung beobachtet werden kann, während es am Nachmittag ein buntes Programm mit Informationen gibt.

Quelle: op-online.de

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