Zwischen Kongressen, Firmen und Golf

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Ein Schreibtisch, der nach reichlich Arbeit aussieht - von ihrem Eppertshäuser Schreibtisch aus organisiert Regina Feldmann Ärztekongresse und Fortbildungen.

Eppertshausen - Die Energie scheint ihr nie auszugehen. Regina Feldmann steht zusammen mit Michael Wildhirt an der Spitze des Gewerbevereins Eppertshausen. Der Schreibtisch in ihrem Büro biegt sich vor Blätterstapeln, Mappen, Stiften. Von Karin Jürgens

Zum Arbeiten macht sie sich an Franz-Gruber-Platz. Von dort aus will sie das Sprachrohr der Geschäftsleute des Ortes sein. Schnell wird klar, dass sie ihre Position sehr ernst nimmt. „Andere Menschen arbeiten um zu leben, ich lebe für die Arbeit.“Diese Einstellung spiegelt sich auch in der Einrichtung ihres Arbeitsplatzes wider. Dieser erinnert eher an ein Wohnzimmer mit Schreibtisch als an ein klassisches Büro. Sogar eine Sitzecke mit Sofa und Tisch gibt es. Sechs Tage die Woche verbringt sie hier. Nicht selten arbeitet Regina Feldmann von neun Uhr morgens bis spät in die Nacht, wie sie erzählt.

Wie sich das mit ihrem Privatleben vereinbaren lässt, erklärt sie mit einer Gegenfrage:„Welches Privatleben?“,sagt sie lachend. Doch was zunächst wie ein Scherz klingt, ist ihr ernst.„Ich bin so erzogen“,führt sie aus. Schon ihr Vater war in vielen Vereinen engagiert. „Das führte automatisch dazu, dass ich bereits als Jugendliche viele ehrenamtliche Tätigkeiten ausgeübt habe.“Im Gewerbeverein gibt es einen Satz, den Regina Feldmann immer im Hinterkopf hat: „Wenn Sie Spaß an einer Sache haben, haben Sie auch Erfolg.“Dieses Motto habe während ihrer Amtszeit bereits zu Erfolgen geführt: „Durch die enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde hatten wir wieder das Eiszeitfest im kleinen Park.“ Es war zuvor verboten worden. Begeistert erzählt sie von dem Bergdorf mit Almhütte und dem Festzelt, das wie eine Eishöhle aussah. „Events wie dieses leben vom Ambiente. Alles war in ein blaues Licht gehüllt. Das sah richtig klasse aus.“

Problemlos laufen solche Veranstaltungen aber nicht immer ab; nicht alle Vereinsmitglieder ziehen mit. „Manche helfen oft, manche kaum.“ Schuld sei die mangelnde soziale Verantwortung, sich für etwas Gemeinnütziges einzusetzen.„Es geht bei uns nicht um Zwang, sondern um eine Gemeinschaft, die zusammen etwas erreichen will.“Wer Probleme habe, könne jederzeit zu ihr kommen. „Das Eiszeitfest war zwar aufwändig, die Mühe hat sich aber immer gelohnt.“

Ein Punkt auf ihrer Aufgabenliste ist die Planung der Gewerbeschau in Eppertshausen im Sommer – sie soll alle drei Jahre stattfinden. „Durch die Gewerbeschau möchten wir die Landflucht verhindern.“In Eppertshausen könne man schließlich auch einkaufen: „Dafür muss man nicht in die Stadt fahren.“

Auch ein Herbstball steht auf dem Plan.

Auch privat pflegt sie Freundschaften zu Gewerbetreibenden. „Wenn ich Zeit habe, gehe ich alleine, mit Freunden oder auch mit dem Vater unseres Bürgermeisters Golf spielen.“

Gerade einmal zwei Wochen Urlaub gönnt sie sich im Jahr. Dann fährt sie nach Österreich, geht früh morgens auf den Golfplatz, danach auf einen Berg oder liest ein Buch in der Sonne.

Auch vor ihrer Zeit als Vorsitzende war die 55-Jährige mit ihrem Geschäft Mitglied. Seit 13 Jahren ist sie selbstständig und organisiert Ärztekongresse. Ihre Kreativität kann sie in der Programmgestaltung ausleben. Dabei kommt ihr nicht nur ihr Kunststudium zugute, sondern auch die Erfahrungen, die sie als Chefsekretärin gesammelt hat. „Alles andere habe ich mir selbst beigebracht.“

Quelle: op-online.de

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