„Excalibur“ verzaubert Festhalle

Frankfurt - 15 Jahre dauerte es, bis der Traum des Franzosen Alain Simon Wirklichkeit wurde: „Excalibur – The Celtic Rock Opera“ entstand als Hommage an eine uralte keltische Sage. Von Ferdinand Rathke

Aber auch als Verbeugung an das Genre Rockoper, das vor 40 Jahren weltweit begeisterte und Werke wie The Whos „Tommy“, The Kinks’ „Arthur – Or The Decline And Fall Of The British Empire“ oder auch Andrew Lloyd Webbers „Jesus Christ Superstar“ hervorbrachte.

Gelohnt hat sich Simons unermüdlicher Einsatz allein deshalb, weil er für die einzige Sprechrolle um König Artus, das Zauberschwert Excalibur und die Ritter der Tafelrunde einen deutschen Schauspieler von Format verpflichten konnte: Michael Mendl verkörpert nicht nur in faszinierenden Facetten den Zauberer Merlin; er ist für zwei Stunden eins mit der Figur, die das Drama im Rückblick schildert.

In Flammen stehender Catwalk

Auf Kulissen wird fast gänzlich verzichtet in der nahezu ausverkauften Frankfurter Festhalle – bis auf den legendären Felsen in dem das Zauberschwert steckt, einen zeitweilig in Flammen stehenden Catwalk, der 20 Meter ins Auditorium ragt, sowie drei riesige Leinwände, die das kurzweilige Geschehen auch in hintere Zuschauerreihen und die beiden Ränge transportieren.

Doch richtig in den Bann gezogen werden die zum Teil selbst mittelalterlich kostümierten Zuschauer eigentlich nur, wenn sie sich vorn an der Bühne befinden. Wenn das Aktionstheater Feuervogel in farbenprächtigen Kostümen auf Stelzen als dämonische Heerschar gruselige Ausflüge in Auditorium unternimmt, Artistin Simone Heitinga ohne Sicherung in 15 Meter Höhe agiert, die Ritterschaft hautnah Schwertduelle ausficht oder der mit Statisten bestückte Hofstaat zur Traumhochzeit von Artus und Guinevere anrückt.

Starke internationale Besetzung

Ohne Ausnahme stark im musikalischen Beitrag entpuppt sich die internationale Besetzung: Johnny Logan, zweifacher irischer Gewinner des Eurovision Song Contest, entwickelt in der Rolle des König Artus trotz Übergewicht ungeahnte stimmliche Virtuosität. Pentangle-Frontfrau Jacqui McShee glänzt als böse Zauberin Morgana le Fay, Judy Weiss aus Berlin als die schöne Guinevere, Clannad-Sängerin Moya Brennan als Viviane, und Runrig-Vokalist Bruce Guthro gibt Ritter Lancelot. Für Kabinettstückchen nach Noten sorgen am laufenden Band Supertramp-Saxofonist John Helliwell, Jethro-Tull-Gitarrist Martin Barre, die Mitglieder der Folkrock-Formation Fairport Convention, die deutsche Mittelalter-Band Corvus Corax sowie das New Symphony Orchestra Of Sofia unter Leitung von Petko Dimitrov.

Quelle: op-online.de

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