Fährtensucher und Entdecker

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Urheber einer Literatur der Tiefe: Autor Marcel Bayer

Frankfurt - Der Schriftsteller und Lyriker Marcel Beyer („Flughunde“) ist neuer Stadtschreiber von Bergen-Enkheim. Der 46-Jährige wird als „meisterlicher und gewissenhafter Erzähler“ ausgezeichnet, teilte die Jury mit.

In seinem umfangreichen Werk erweise er sich als „Fährtensucher und Entdecker in historischen und geografischen Räumen“. Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro verbunden. Der Preisträger darf ein Jahr in dem historischen Stadtschreiberhaus im Frankfurter Stadtteil wohnen.

Die seit 1974 vergebene Auszeichnung gilt als angesehenster Stadtschreiberpreis im deutschsprachigen Raum. Sie wird am 31. August im Festzelt auf dem Berger Marktplatz verliehen. Die Festrede hält die Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts, Prof. Marianne Leuzinger-Bohleber.

In diesem Jahr erschien „Putins Briefkasten“

Beyer ist im baden-württembergischen Tailfingen geboren, wuchs in Kiel und Neuss auf und lebt mit seiner Familie bei Dresden. Er hat Romane, Lyrik, Essays, Literatur- und Musikkritiken veröffentlicht. Zu den bekanntesten Werken des mehrfach ausgezeichneten Autors gehören „Das Menschenfleisch“ und „Kaltenburg“. In diesem Jahr erschien „Putins Briefkasten“.

„Sprachliche Akkuratheit, gedankliche Durchdringung des Themas, hohes dramaturgisches Vermögen verstehen sich bei diesem Autor wie von selbst“, lobt die Jury, der unter anderem Peter Härtling angehört. Beyer schaffe eine Literatur der Tiefe und untersuche das Verhältnis von Macht, Wissenschaft und Technologie in der jüngeren deutschen Geschichte.

Zu den Stadtschreibern der vergangenen Jahrzehnte gehören Autoren wie Wolfgang Koeppen, Jurek Becker, Herta Müller, Wilhelm Genazino, Friedrich Christian Delius, Peter Kurzeck, Katharina Hacker, Uwe Timm und zuletzt Thomas Lehr.

dpa

Quelle: op-online.de

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