Ein Fall mit europäischer Dimension

„In Triest kann man nicht leben, ohne zu schreiben.“ Meint Veit Heinichen, der es wissen muss; hat der 52-Jährige doch schon sechs Krimis in der italienischen Stadt angesiedelt. Und die damit verbundenen Risiken erfahren: Seit 15 Monaten wird er von einem anonymen Verleumder der Pädophilie bezichtigt. Bei einer Lesung in der Frankfurter Romanfabrik sprach der Autor darüber freimütig.

Die Ursache der Bedrohung vermutet Heinichen im vierten Buch, „Der Tod wirft lange Schatten“, in dem er Verflechtungen von Wirtschaft, Politik und organisiertem Verbrechen aufdröselt. Doch sein „Schatten“ hindert ihn nicht daran, im aktuellen Werk um Commissario Proteo Laurenti dasselbe zu tun. Vielleicht ist der Titel „Die Ruhe des Stärkeren“ Programm ...

Allzu ruhig ließ es Heinichen leider im Vortrag angehen. Dabei begann er freundlicherweise an der Frankfurter Börse, wo sein Protagonist Sedem zu Geld gelangt, der sich später in Pina, Assistentin des Kommissars, verliebt. Figuren wurden vorgestellt, Hintergründe (Immobiliengeschäfte an der Adria) angerissen. Aber wo war der Krimi?

Die europäische Dimension machte den Abend dennoch zum geeigneten Auftakt der Reihe „Mörderische Nachbarn“. In Zusammenarbeit mit Niederländischem und Schweizerischem Generalkonsulat präsentiert sie Krimis aus diesen beiden Ländern und Deutschland. Das kann ja spannend werden! MARKUS TERHARN

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare