Zur Fastnacht werden die Pfeifen zum Klingen gebracht

Groß-Zimmern - (bea) „Keinen Profi zogen wir an Land, alles kommt aus Laienhand“, stellte Sitzungspräsident Friedrich Faust der Pfarrfastnacht am Samstag voran. Dass sich die Laien durchaus mit Profis messen können, konnten rund 450 Besucher in der ausverkauften Mehrzweckhalle erleben.

Den Auftakt machte die Jugendgarde „Black Pearls“, die die Beine hoch in die Luft schwang und so manche akrobatische Einlage bot.

In die Bütt schwang sich der bewährte Fastnachter Hans Hix, der den Wechsel im Pfarramt unter die Lupe nahm. Dank Überlebenskoffer habe sich der neue Pfarrer Christian Rauch gut eingelebt und die Zimmerner auch gleich mit seiner Kerbpredigt für sich gewonnen. Den Orgelverein sprach Hix natürlich auch an, der sich dann noch einmal in ganz anderer Form präsentierte.

Die Gemeinderatsvorsitzende Waltraud Emich hatte schon für eine neue Orgel gesorgt. Die fünf Pfeifen, verkörpert von Johannes Wressemann, Dr. Gerhard Köhler, Wolfgang Kunkel, Jutta Moka und Roswitha Rudolph, wurden auf der Bühne gestimmt. Und weil zu einer ordentlichen Orgel auch noch eine sechste Pfeife gehört, stellte „Musikprofessorin Emich“ gleich noch Pfarrer Rauch hinzu. Trötz Ölung war der Klang noch kein Ohrenschmaus. „Für Klein-Zimmern wird es langen“, sagte Emich ein ums andere Mal zum großen Missfallen von Gemeindevorsteherin Katharina Geibel, die bekanntlich in Klein-Zimmern zu Hause ist. Die Lautstärke und die Stimmung im Saal stiegen gewaltig, als die Orgelpfeifen schließlich die Nationalhymne anstimmten.

Zur Auflockerung gab es dann etwas fürs Auge. Die TV-Turnerinnen begeisterten mit einer gymnastischen und akrobatischen Choreografie und kamen nicht ohne Zugabe von der Bühne.

Gelb vor Augen wurde es den Zimmerner Narren beim Tanz der „Desert Roses“, die in diesen kalten Zeiten den Sommer beschworen.

„Sie sind zwar bekannt in aller Welt, aber nach Zimmern kommen sie zum ersten Mal“, so kündigte Faust die Speeslockfinken an. Die brachten den Saal zum Kochen und zum Mitsingen mit ihrem schrägen Potpourri von bekannten Liedern. Eigentlich kommt die Truppe aus Dieburg, mit dabei war auch der Bürgermeister der Nachbargemeinde Dr. Werner Thomas, aber Faust bewies schlüssig, dass eigentlich fast alle zu Zimmern gehöre, unter anderem der Dieburger Bürgermeister, der mit einer Zimmernerin verheiratet ist.

Alles über das liebe Geld erfuhren die Narren von den Zwillingen Sandra und Tanja Ihring. Gekonnt überbrückten die beiden eine Zwangspause, als die Mikrophone nicht funktionierten. Die Schuldigen waren schnell gefunden. „Die Dieborjer warn's“, war man sich im Saal einig.

„In Klein-Zimmern funktioniert das besser“, sagte Sandra spitz, die zusammen mit ihrer Schwester in der Sehnsucht nach der alten DM schwelgte, aber auch die Finanzkrise ansprach. Für den Orgelverein hatten die beiden auch einen Vorschlag: „Pfarrer Rauch soll die Kollekte künftig in den Himmel werfen und sagen: „Gott nimm, was Du brauchst. Das was runter fällt, behalten wir“. Der Ihring-Vortrag war kaum zu toppen, folglich gab es wieder eine bunte Augenweide. Die Elfchen wirbelten als Flower-Power-Hippies über die Bühne.

Mit den sieben Herren hatte Ann-Kathrin Pullmann einen begeisternden Tanz einstudiert, den sie auch gleich selber mittanzte.

Viele Bilder und einen Bericht zum zweiten Teil der Pfarrfastnacht finden Sie in dieser Zeitung auf Seite 4.

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