Feldzug gegen schlechte Laune

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Charmant plaudernder Komödiant: Dieter Nuhr

Hanau - Dieter Nuhrmit fast philophischen Humor in Hanau: „Das Bewusstsein unterscheidet den Menschen vom Einzeller, aus dem er einst entstanden ist. Der Nutzen ist allerdings gering. Denn der Mensch benutzt sein Bewusstsein hauptsächlich dazu, sich krankhaft über Um- und Zustände zu beklagen.“ Von Dieter Kögel

Zustimmend applaudierten die etwa 2500 Gäste in der ausverkauften Hanauer August-Schärttner-Halle  dem Comedian mit Hang zum Kabarett, Dieter Nuhr, bei seiner Einschätzung einer immer komplizierter werdenden Welt. Das Bewusstsein diene dem Menschen nur noch dazu, „sein lächerliches Verhalten schön zu reden“.

Frieden, Wohlstand und schlechte Laune“ sind für ihn die Errungenschaften von 60 Jahren Bundesrepublik. In seinem neuen Programm „Nuhr die Ruhe“ zieht Nuhr vor allem gegen die schlechte Laune zu Felde. Zu viele Weltuntergänge hat er schon überlebt, um noch an die Katastrophe glauben zu können. Waldsterben hat er überstanden, das Ozonloch überdauert, Tschernobyl – „na ja, das war schon was“ –, Rinderwahn, AIDS, Vogel- und Schweinegrippe. Was den Plauderer auf der Bühne zum Überlegen bringt, ob bei der jüngsten Epidemie sich etwa „ein Kranich mit einer Sau vergnügt“ hat.

Die Deutschen sind ganz gut dran

Das Verfallsdatum der Pointen des symphatischen Plauderers auf der Bühne geht meist weit über die Dauer des unmittelbar gesprochenen Wortes hinaus. Gerade auch dann, wenn er sich auf die Suche nach der tieferen Bedeutung von Gerechtigkeit macht. „Mehr für mich“ werde politisch und privat eigentlich eingefordert, wenn der Begriff bemüht werde. Eines von vielen Anzeichen dafür, dass der Mensch nichts weiter sei, als „ein Affe mit Kontoverbindung“. Ein Sachverhalt, der Errungenschaften wie Wahlfreiheit und Demokratie in anderem Licht erscheinen lasse. Nicht nur hier zu Lande, sondern global gesehen. Und laut Nuhr sind wir da noch ganz gut dran – im Schnitt.

Auf den Marktplatz stellen und ausrufen „Die Welt ist schön“, davon rät er dennoch ab. Wer sich so etwas wage, der verschwindet „in der nächsten Klinik und wird mit Antidepressiva vollgepumpt.“ Deshalb in allen Lebenslagen: „Nuhr die Ruhe“ bewahren. Denn selbst der Tod verspricht keine Erlösung. Das helle Licht, das Nahtoderfahrene immer beschreiben, es sei nichts weiter als ein Insektenvernichter. „Wenn man drin ist, macht es Pffft! Und es ist von dort auch noch nie jemand zurückgekommen.“

Weitere Auftritte 2010

Erst im Januar gibt es wieder Auftritte von Dieter Nuhr in der Umgebung. Am 9. Januar in den Wiesbadener Rhein-Main-Hallen, am 21. und 22. Januar in der Jahrhunderthalle Höchst, und am 23. Januar in Darmstadt.

Quelle: op-online.de

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