Festival der Extraklasse

Frankfurt - 160 internationale Bands, Künstler und Ensembles. Drei Tage lang Konzerte, Aktionen, DJ-Sets, Filme, Installationen. Kleckern ist beim „Lüften Mouson Arts & Music Festival“ gewiss nicht angesagt, vielmehr wird hier vom 22. bis zum 24. Juni richtig geklotzt. Von Christian Riethmüller

An jenem Juniwochenende wird sich das Gelände der Jahrhunderthalle im Frankfurter Stadtteil Höchst in ein interdisziplinäres Kulturzentrum verwandeln, das Popmusik-Fans und Kunst-Interessierte gleichermaßen anlocken soll.

Veranstaltet wird das Festival vom Frankfurter Künstlerhaus Mousonturm. Dessen Spielbetrieb ruht, weil das Stammhaus in der Waldschmidtstraße derzeit renoviert wird. Obwohl mit der Ausrichtung von Veranstaltungen aller Genres bestens vertraut, will das Team um den neuen Mousonturm Intendanten Niels Ewerbeck eine gewisse Nervosität in den Wochen vor dem Ereignis gar nicht verhehlen: „Mitunter hatten wir auch ganz schön die Hosen voll“, sagte Ewerbeck nun bei der Vorstellung des „Lüften“-Programms in Frankfurt. Immerhin gilt es ein Festival zu organisieren, wie es in Programmatik und auch Größe bisher einmalig in der Rhein-Main-Region ist.

„Mit einem guten, satten sechsstelligen Betrag“

Es dürfte daher für die Gemütsverfassung der Veranstalter beruhigend sein, auf einen starken Partner vertrauen zu können. „Mit einem guten, satten sechsstelligen Betrag“, so Geschäftsführer Albrecht von Kalnein, wird der Kulturfonds FrankfurtRheinMain das Festival unterstützen. Auch weitere Partner wie die „Aventis Foundation“ oder die Schweizer Kulturstiftung „Prohelvetia“ haben ihre Förderung zugesagt. Trotzdem müssten über 50 Prozent der Kosten über den Verkauf der Eintrittskarten erwirtschaftet werden, sagte Ewerbeck, der erst die Bilanz des Festivals abwarten will, um dann zu entscheiden, ob eine Neuauflage von „Lüften“ möglich ist.

Jetzt gilt es aber erst einmal 10.000 bis 15.000 Besucher an den drei Tagen vom 22. bis 24. Juni zur Jahrhunderthalle zu locken. Das Programm jedenfalls ist mehr als verheißungsvoll. Vor allem Musikfans dürfen sich auf eine Besetzungsliste freuen, die sich vor wichtigen (Indie)-Festivals wie „Melt!“ oder „Haldern Pop“ nicht zu verstecken braucht. Markus Gardian, fürs Musikprogramm zuständiger Kurator, hat große Namen wie Maximo Park, The Shins und Jan Delay verpflichten können, dazu angesagte Newcomer wie Dry the River und Alex Clare, die amerikanische Soul-Sensation Sharon Jones & The Dap-Kings wie die deutsche Legende The Notwist und als Höhepunkt den einzigen Deutschland-Auftritt der „Dexys“, vor vielen Jahren besser bekannt als „Dexys Midnight Runners“.

Das übrige Angebot des Festivals

Von ähnlicher Güte wie das Musikprogramm ist auch das übrige Angebot des Festivals, das unter anderem sechs Tanz- und Performancegastspiele internationaler Compagnien bietet. Noch mehr ins Auge dürfte das von Anette Gloser kuratierte Kunstprogramm stechen. 60 internationale bildende Künstler verwandeln Fahrzeuge aller Art vor und auf dem Terrassendach der Jahrhunderthalle in künstlerische und persönliche Statements. Nach Londoner Vorbild heißt diese Präsentation „Art Cargo Bay“, die mit Shane Munro oder Wreckless Eric auch einige durchaus bekannte Namen zu bieten hat.

Wie die Veranstalter mitteilten, wird die Jahrhunderthalle mit ihren vielen Räumen und ihrem besonderen 60er-Jahre-Charme gleichfalls Teil des Spektakels sein, dass sowohl auf der Open-Air-Bühne als auch in der Halle durchgeführt wird. Dort können die Besucher am Freitag- und am Samstagabend jeweils auch bis zum Morgen durchtanzen, wenn die mit dem Offenbacher Club Robert Johnson verbandelten DJ-Acts mit neuen Club-Sounds aufwarten.

Der Festivalpass für alle drei Tage kostet 99 Euro, ermäßigt 90 Euro. Tagestickets kosten 42 Euro. Vorverkauf, Line-Up und weitere Infos unter www.lueftenfestival.de.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Pixelio.de/Oliver Haja

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